Leilach, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Worttrennung Lei-lach
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

norddeutsch, veraltet Betttuch, Leintuch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Laken · Leilach(en) · Bettlaken
Laken n. ‘Bettuch’. Asächs. lakan ‘Laken, Decke, Tuch, Vorhang, Obergewand’, mnd. mnl. lāken, nl. laken, aengl. lacen (‘Mantel’) haben neben sich die verschobene Form ahd. lahhan (9. Jh.), mhd. frühnhd. lachen ‘Tuch, Gewand, Mantel, Vorhang’, die nur in obd. Mundart fortlebt sowie in Leilach(en) n. ‘Bettuch, Leintuch’, ahd. līhlahhan, meist līlahhan (10. Jh.), aus ahd. līh ‘Körper, Leib, Leichnam’ (s. ↗Leiche) und lahhan, mhd. līchlachen, līlach(en). Die Umdeutung zu ‘Lein(en)tuch’ durch Anlehnung an ahd. mhd. līn (s. ↗Lein) setzt schon früh ein, ahd. līnlahhan (Hs. 12. Jh.), mhd. līnlachen, frühnhd. Leinlach. Vergleicht man mnd. lak ‘schlaff, lose’, asächs. mnd. slak ‘schlaff, schwach’ und weitere unter ↗schlackern1 (s. d.) aufgeführte germ. Formen sowie außergerm. air. lacc ‘schlaff, schwach’, lat. laxus ‘schlaff, locker’ (s. ↗lax), languēre ‘schlaff, matt sein’, griech. láganon (λάγανον) ‘dünner, breiter Kuchen’, lḗgein (λήγειν) ‘auflösen, ablassen, zu Ende gehen’ (beide griech. Formen wohl ursprünglich mit anlautendem s), so ist eine Zuordnung zur Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’ wahrscheinlich. Nd. Laken dringt in der Bedeutung ‘Bettuch, leinene Decke’ im 15./16. Jh. mit dem westfälischen Leinenhandel auf hd. Gebiet vor, bleibt den obd. Mundarten jedoch fremd. Bettlaken n. ‘Bettuch’, mnd. beddelāken, verdeutlichende Zusammensetzung; gelegentlich unter Einfluß von obd. lachen auch mhd. bettelachen, frühnhd. bethlachen (md. 15. Jh.), bettlach (alem. 16. Jh.).
Zitationshilfe
„Leilach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leilach>, abgerufen am 01.06.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Leikauf
Leik
Leihzins
leihweise
Leihwagen
Leilachen
Leilak
Leim
leimen
Leimfarbe