Leim, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Leim(e)s · Nominativ Plural: Leime
Aussprache  [laɪ̯m]
Wortbildung  mit ›Leim‹ als Erstglied: ↗Leimfarbe · ↗Leimpinsel · ↗Leimrute · ↗Leimsieder · ↗Leimstange · ↗Leimtopf
 ·  mit ›Leim‹ als Letztglied: ↗Büroleim · ↗Diamantleim · ↗Kauritleim · ↗Perlleim · ↗Seidenleim
 ·  mit ›Leim‹ als Binnenglied: ↗Zinkleimverband  ·  mit ›Leim‹ als Grundform: ↗leimig
Mehrwortausdrücke auf den Leim gehen · ↗aus dem Leim gehen
eWDG

Bedeutung

wasserlöslicher, aus tierischen, pflanzlichen oder synthetischen Stoffen hergestellter Klebstoff, der besonders zum Verbinden von Holzteilen oder Papierblättern dient
Beispiele:
ein fester, zäher, flüssiger, kalter Leim
er kocht Leim, bestreicht Bretter, Ruten mit Leim
dieser Leim bindet (nicht) gut
umgangssprachlichder Stuhl ist aus dem Leim gegangen (= hat sich in einzelne Teile aufgelöst)
salopp, übertragen
Beispiele:
eine Freundschaft, diese Ehe geht aus dem Leim (= zerbricht, zerreißt)
eine Frau geht aus dem Leim (= wird dick)
jmdm. auf den Leim gehen, kriechen (= auf jmdn. hereinfallen)
jmdn. auf den Leim führen, locken (= jmdn. betrügen, anführen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leim · leimen · Leimrute
Leim m. ‘Klebstoff’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. anord. līm, mnl. nl. lijm, engl. lime, schwed. lim führt auf germ. *leima- und im Sinne von ‘klebrige Erdmasse’ mit ablautendem ↗Lehm (s. d.) auf die dort genannte Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’. Mhd. līm ist vor allem der ‘Vogelleim’; auf die mit Leim bestrichene Rute des Vogelstellers beziehen sich Wendungen wie jmdm. auf den Leim gehen, kriechen ‘auf jmdn. hereinfallen’, jmdn. auf den Leim führen, locken ‘jmdn. betrügen, anführen’. Vgl. ferner aus dem Leim gehen ‘entzweigehen, zerbrechen’ (17. Jh.). leimen Vb. ‘(mit Leim) kleben, befestigen, mit Leim bestreichen’ (Vogelruten), ahd. līmen (10. Jh.; gilīmen, um 800), mhd. līmen ‘mit Leim bestreichen, fest zusammenfügen, vereinigen, mit Leim fangen’; die übertragene Bedeutung ‘anführen, betrügen’ (19. Jh.) knüpft an die Wendung den Vogel leimen ‘mit Leim fangen’ an. Leimrute f. ‘mit Leim bestrichene Rute zum Vogelfang’, mhd. līmruote.

Thesaurus

Synonymgruppe
Klebstoff · Leim  ●  ↗(die) Klebe  ugs. · Adhesiv  fachspr. · ↗Kleber  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Leim‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leim‹.

Verwendungsbeispiele für ›Leim‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Laden riecht wie Stiefvaters, nach Leder und Leim und Farbe.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 88
Doch das hieße wiederum der Propaganda auf den Leim zu gehen.
Ranke, Winfried: Propaganda. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 105
Die Kinder haben dann fleißig im Laden getobt und wohl auch den Leim angerührt.
o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 362
Es war mein größter Fehler, dir und deiner Sorte auf den Leim gegangen zu sein.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 324
Wie leicht ist es, so einem Scharlatan auf den Leim zu gehen!
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 76
Zitationshilfe
„Leim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leim>, abgerufen am 17.01.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Leilak
Leilachen
Leilach
Leikauf
Leik
leimen
Leimfarbe
Leimgallert
leimig
Leimkraut