Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Leine, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Leine · Nominativ Plural: Leinen
Aussprache  [ˈlaɪ̯nə]
Worttrennung Lei-ne
Wortbildung  mit ›Leine‹ als Erstglied: Leinenkostüm · Leinenzwang  ·  mit ›Leine‹ als Letztglied: Abzugsleine · Angelleine · Bootsleine · Fangleine · Flaggenleine · Halteleine · Hatzleine · Hundeleine · Logleine · Lotleine · Marlleine · Notleine · Pferdeleine · Reißleine · Rettungsleine · Schnürleine · Schwenkleine · Segelleine · Signalleine · Steuerleine · Suchleine · Trockenleine · Webeleine · Wurfleine · Wäscheleine · Zugleine
eWDG

Bedeutungen

1.
langes, aus festem Material gedrehtes Gebilde
a)
dünnes Seil, an das die Wäsche zum Trocknen gehängt wird, Wäscheleine
Beispiele:
eine Leine spannen, ziehen, abnehmen
die Wäsche von der Leine nehmen, auf die Leine hängen
die Wäsche hing auf der Leine
b)
Seemannssprache Tau von kleinem bis mittlerem Durchmesser, das besonders zum Festmachen von Booten und kleineren Schiffen benutzt wird
Beispiele:
die Leine aufschießen, einholen
»Leinen los!« hieß es gestern auch in über 30 Bootshäusern der Hauptstadt [ Tageszeitung1964]
c)
Lederriemen, an dem der Hund geführt wird, Hundeleine
Beispiele:
einen Hund an die Leine nehmen, an der Leine führen, halten
er löste seinen Dackel von der Leine
2.
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
jmdn. an der (kurzen) Leine halten (= jmdn. in der Gewalt haben)
jmdn. an der (kurzen) Leine haben (= jmdn. in der Gewalt haben)
jmdn. an die Leine legen (= jmdn. in die Gewalt bekommen)
salopp Leine ziehen (= sich zurückziehen, sich davonmachen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leine f. ‘dünnes Seil, Strick’, in der Seemannssprache ‘dünnes bis mittelstarkes Tau’, ahd. līna (Hs. 12. Jh.), mhd. mnd. aengl. līne, engl. line, mnl. līne, nl. lijn, anord. (poetisch) līna ‘leinene Binde, Kopftuch’, schwed. lina ‘Seil, Leine’ ist von dem unter Lein (s. d.) behandelten Pflanzennamen abgeleitet und bezeichnet ursprünglich ein ‘aus Flachs gedrehtes Seil’ (besonders zum Ziehen von kleineren Schiffen); vgl. die entsprechenden Ableitungen griech. liná͞ia, linéa (λιναία, λινέα) ‘Seil, Strick’ von línon (λίνον) ‘Lein, Flachs’ und lat. līnea ‘Schnur, Leine’ (s. Linie) von līnum ‘Lein, Flachs’.

Thesaurus

Schifffahrt
Synonymgruppe
Leine · Schnur  ●  Strippe  ugs., regional
Assoziationen
Synonymgruppe
Festmacher (marit.) · Festmacherleine · Leine · Spring (marit.) · Trosse
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Leine‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leine‹.

Verwendungsbeispiele für ›Leine‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da stand Balla vor ihm, den Hund an der Leine. [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 190]
Durch die lange Leine, an der sie sozusagen hängen, findet man sie leicht wieder. [Krüss, James: Mein Urgroßvater und ich, Hamburg: Oetinger 1959, S. 11]
An der straff über die Straße gespannten Leine wurde ein geeignetes Kabel nachgezogen. [Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 36]
Freiwillig wickelt er sich schon mal die Leine um den Hals. [Die Zeit, 25.03.1999, Nr. 13]
Oben angekommen, knotete er sich zusätzlich mit einer zweiten Leine fest, zur Sicherheit. [Die Zeit, 18.03.1999, Nr. 12]
Zitationshilfe
„Leine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leine>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Leindotter
Leinblattgewächs
Leinblatt
Leinbaum
Lein
Leine ziehen
Leinen
Leinenanzug
Leinenart
Leinenband