Leinen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Leinens · Nominativ Plural: Leinen
Aussprache
WorttrennungLei-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Leinen‹ als Erstglied: ↗Leinenband2 · ↗Leinenband1 · ↗Leinenbeutel · ↗Leineneinband · ↗Leinenfaden · ↗Leinengarn · ↗Leinengewebe · ↗Leinenhemd · ↗Leinenhose · ↗Leinenimitation · ↗Leinenkittel · ↗Leinenkleid · ↗Leinenkragen · ↗Leinenpapier · ↗Leinenschuh · ↗Leinenschürze · ↗Leinenspitze · ↗Leinenstoff · ↗Leinentischtuch · ↗Leinentuch · ↗Leinenweberei · ↗Leinenwäsche · ↗Leinenzeug · ↗Leineweber · ↗Leineweberei · ↗Leinpfad · ↗Leinsamen · ↗Leintuch · ↗Leinwand · ↗Leinweber · ↗Leinöl · ↗leinenartig · ↗leinengebunden
 ·  mit ›Leinen‹ als Letztglied: ↗Bauernleinen · ↗Hausmacherleinen · ↗Kleiderleinen · ↗Packleinen · ↗Zellwolleinen · ↗Zeltleinen
 ·  mit ›Leinen‹ als Grundform: ↗leinen
eWDG, 1969

Bedeutung

sehr haltbares Gewebe aus Flachs, Leinwand
Beispiele:
blaues, grobes, schweres, reines Leinen
zehn Meter Leinen
das Buch kostet in Leinen gebunden 20 Euro
das Bett […] ist mit schneeweißem Leinen bezogen [RemarqueIm Westen243]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lein · leinen · Leinen · Linnen · Leinöl · Leinwand · Lein(e)weber
Lein m. ‘Leinpflanze, Flachs’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. aengl. anord. līn ‘Flachs’ (auch ‘Leinen, leinenes Gewand’), asächs. līn ‘Leintuch’, nl. lijn, engl. (mundartlich) line, schwed. lin ‘Flachs’, got. lein ‘Leinwand’ (germ. *leina-) vergleicht sich außergerm. zunächst mit air. līn ‘Netz’ und alban. (geg.) lîn(ni) ‘Lein, Flachs’, die sämtlich aus lat. līnum ‘Lein, Flachs, Leinen, Leine’ entlehnt sein können. Daneben stehen mit kurzem Vokal griech. línon (λίνον) ‘Lein, Flachs, Leinwand, Bettlaken’, lit. lìnas ‘Flachsstengel, -pflanze’, lìnaĩ Plur. ‘Lein, Flachs’, aslaw. lьnъ ‘Lein’, lьněnъ ‘leinen, linnen’, russ. lën (лён) ‘Lein, Flachs’. Angesichts des hohen Alters des Flachsanbaus sind Lehnbeziehungen ungewiß. Vielleicht ist für alle Formen von ie. *lī̌no- ‘Lein, Flachs’ auszugehen, das freilich selbst aus einer nicht-ie. Sprache stammen könnte. leinen Adj. ‘aus Flachs gewebt’, ahd. (8. Jh.), mhd. līnīn; dazu die Substantivierung Leinen n. ‘haltbares Gewebe aus Flachs, Leinentuch, Leinwand’ (16. Jh.). Linnen n. ‘Leinwand, Stoff aus Leinen’, im 18. Jh. über den westfälischen Leinwandhandel erfolgte Übernahme von nd. Linnen, mnd. linnen, Substantivierung von mnd. linnen Adj., mit Vokalkürzung gegenüber asächs. līnīn ‘leinen’. Leinöl n. ‘aus Leinsamen gepreßtes Öl’ (15. Jh.), vgl. mhd. līnsātöl. Leinwand f. älter Leinewand ‘Gewebe aus Flachs’, frühnhd. (vereinzelt) lingewand und (Luther) Linwand. Diese wohl aus dem Nd. (vgl. mnd. līn-, līne-, linne(n)-, lēnewant) stammende und zu mnd. want ‘Gewand, Tuch, Zeug’ (s. ↗Gewand) gehörende Form wird im 17. Jh. sprachüblich und verdrängt älteres Leinwat (bis 17. Jh.), ahd. (11. Jh.), mhd. līnwāt, zu (im Nhd. ebenfalls untergegangenem) ahd. (8. Jh.), mhd. mnd. wāt ‘Kleidung, Kleidungsstück, Gewandstoff’, das wie asächs. wād, aengl. wǣd, engl. weed, anord. vāð ‘Gewebe, Zeug’, schwed. våd ‘(Tuch)bahn’ mit lit. ū̃dis ‘Gewebe’, áusti ‘weben’ sich an ie. *ā̌udh-, *u̯ē̌dh-, *ūdh-, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *au̯-, *au̯ə- ‘flechten, weben’ (wozu unmittelbar aind. ṓtum ‘weben’), anschließen läßt. Nach heutigem Sprachempfinden wird das Grundwort von Leinwand als zu Wand gehörig empfunden, vgl. Leinwand für ‘Bildwand’. Lein(e)weber m. ‘Weber von Leinen’, mhd. līnweber, (md.) līnenweber.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettlaken · ↗Betttuch · ↗Laken · Leinen  ●  ↗Leintuch  regional · ↗Linnen  veraltet
Synonymgruppe
Leinen · ↗Leinenstoff · Leinzeug  ●  ↗Linnen  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baumwolle Drache Goldprägung Halbleinen Seide Wolle Wäsche beige bespannen dunkelblau dunkelgrün fein festmachen gespannt gestärkt grob handgewebt hellblau hüllen kappen losmachen loswerfen naturfarben schneeweiß steif trocknen verdrehen verfangen verheddern weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leinen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wickelte er Hals und Kopf des Kindes in die nassen leinenen Tücher.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9517
In ihrem Lodenrock und ihrer leinenen Hemdbluse, das Jägerhütchen auf dem Kopf, so drehte sie sich unter den Bauern.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Wir zogen die blauen Anzüge aus und zogen die leinenen braunen Khakisachen an.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 0
Der Chauffeur warf seinen leinenen Arbeitskittel als Schutz gegen Blutflecke über die Polsterung.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 730
Sie waren nicht imstande, ein Stück rohen Fleisches, das ich unter einem leinenen Tuche versteckt hatte, mit dem Geruchssinn aufzufinden.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 277
Zitationshilfe
„Leinen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leinen>, abgerufen am 16.09.2019.

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