Lenz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lenzes · Nominativ Plural: Lenze
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
dichterisch Frühling
Beispiele:
der Lenz ist gekommen
Wie auch der Lenz mich grüßte / Mit Glanz und frischem Klang [Eichendorff1,191]
übertragen Jugendzeit
Beispiele:
der Lenz des Lebens
Ich sehe dich in Jugendfülle prangen, / Dein Lenz ist da [SchillerJungfr. v. OrleansProlog 2]
2.
nur im Plural
scherzhaft Lebensjahre
Beispiele:
sie zählt erst 20 Lenze
er mit seinen 17 Lenzen kann da noch nicht mitreden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lenz · lenzen1
Lenz m. ‘Frühling, Frühjahr’. Die Gegenüberstellung von ahd. lenzo (um 1000), mhd. lenze, mnd. lente, frühnhd. nhd. Lenz (15. Jh.) mit gleichbed. ahd. (11. Jh.), mhd. langez (vgl. noch in den Mundarten bair. Länges, tirol. Langis), den substantivierten (neutralen) Formen des unter ↗lang (s. d.) behandelten Adjektivs, weist darauf hin, daß auch die erstgenannten Formen als Ableitungen zu diesem Adjektiv gehören. (Nach velarem n ist der Guttural vor dem Dentalsuffix unterdrückt worden.) Daneben stehen zum gleichen Adjektiv ahd. lenzin (8. Jh.), lengizi(n) (11. Jh.), asächs. lentīn (in lentīnmānōð ‘Lenzmonat’), mnd. lenten, mnl. lenten, lentijn, aengl. lencten, die als Komposita mit einem Grundwort germ. *tī̌na- ‘Tag’ aufgefaßt werden können; vgl. got. sinteins ‘täglich’ sowie aind. dínam, lit. dienà, aslaw. dьnь, russ. den’ (день) ‘Tag’, lat. nūndinae ‘der an jedem neunten Tage abgehaltene Markt’, air. trēdenus ‘Zeitraum von drei Tagen, drei Tage’, zu ie. *dein-, *din- ‘Tag’ mit einer Wurzel ie. *dei-, *dei̯ə- ‘hell glänzen, schimmern, scheinen’. In allen Fällen liegt den germ. Bezeichnungen die Vorstellung der länger werdenden Tage zugrunde. Das seit dem 18. Jh. nur noch der Dichtersprache angehörende Lenz wird durch seit dem 15. Jh. aufkommendes ↗Frühling (s. d.) aus der Allgemeinsprache verdrängt. lenzen1 Vb. dichterisch ‘Frühling werden’, mhd. lenzen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Frühjahr · ↗Frühling · ↗Frühlingszeit  ●  Lenz  poetisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Buckel Bürgermeisterin Comedian Deich Elbdeich Erzählung Gans Liebe Winter arm brandenburgisch dreißig faul fünfundzwanzig geboren grüßen hold lau schön siebzehn siebzig stolz zart zählen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lenz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie zog es vor, als Ökonomin zur LPG Lenzen zu gehen.
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2000
Man kann gegen den neuen Lenz einiges vorbringen, und die Kritik hat nicht gespart damit.
Die Zeit, 20.10.1978, Nr. 43
Lenz sagte: Ich habe gestern eine Versicherung abgeschlossen, aber ich zittere am ganzen Leibe.
Friedländer, Hugo: Die Ermordung der achtjährigen Lucie Berlin. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 6414
Mit seinen 18 Lenzen wirkte er bereits wie ein Dreiundzwanzigjähriger.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 1
Der Lenz neigte dem Sommer zu, offen waren alle Wege.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 615
Zitationshilfe
„Lenz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lenz>, abgerufen am 19.01.2019.

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