Lernumgebung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lernumgebung · Nominativ Plural: Lernumgebungen
Aussprache [ˈlɛʁnʊmˌgeːbʊŋ]
Worttrennung Lern-um-ge-bung
Wortzerlegung lernenUmgebung
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
Pädagogik Gesamtheit der äußeren Verhältnisse, unter denen jmd. durch Unterricht, Selbststudium oder Übung Kenntnisse, Fähigkeiten oder Fertigkeiten erwirbt
Beispiele:
Die [Reformpädagogen] gingen davon aus, dass jedes Kind einen natürlichen Wissensdrang hat, der durch eine vorbereitete Lernumgebung gelenkt, aber nicht beschnitten werden sollte. [Berliner Zeitung, 18.09.2004]
Die gewählten Lernumgebungen wirken sich aber wiederum auf die Leistungen der Kinder aus. So werden zwei Kinder, die am Ende ihrer Grundschulzeit gleiche Leistungen aufweisen konnten, aber auf unterschiedliche Schulformen geschickt wurden, in der 9. Klasse unterschiedliche Pisa-Testergebnisse erzielen. [Die Zeit, 17.03.2008]
Wenn im Stundenplan spezielle Zeiten für freie Arbeit und Wochenplanarbeit sowie eine entsprechend vorbereitete Lernumgebung zur Verfügung stehen, kann dem Wandel im Verständnis der Kindheit entsprochen werden. [Schaub, Horst / Zenke, Karl G., Individualisierung, in: Wörterbuch zur Pädagogik, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1995, S. 1066]
Die Propagandisten der Computererziehung, Kearsley und Hunter, schwärmen von »alternativen Lernumgebungen« und denken dabei an das jeweilige Elternhaus. [Die Zeit, 01.02.1985]
Während Bereiter/Engelmann die positive Funktion einer sterilen Lernumgebung als Voraussetzung einer »arbeitsorientierten Vorschulerziehung« betonen, sind die Unterrichtsräume der Deutsch-Schule speziell nach Gesichtspunkten kognitiven Lernens eingerichtet. Eine strukturierte Lernumgebung vermittelt den Kindern Konzepte von Ordnung und übersichtlicher Farb- und Formgebung. [du Bois-Reymond, Manuela, Zur Strategie kompensatorischer Erziehung am Beispiel der USA, in: Kursbuch 24 (1971) S. 17–32, S. 24]
2.
Informations- und Telekommunikationstechnik Softwaresystem, das der Bereitstellung von Lerninhalten und der Organisation von Lernvorgängen dient
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine interaktive, virtuelle Lernumgebung
Beispiele:
Über seine Tochter T-Ventures Kapital hat die Telekom in Iversity investiert, entwickelt aber zugleich ein Konkurrenzprodukt, eine cloudbasierte Lernumgebung. [Die Zeit, 06.06.2013 (online)]
Auch von zu Hause aus sollen Schüler und Lehrer auf die virtuelle Lernumgebung der Schule zugreifen können. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2002]
Wie es weiter heißt, stellen die Kosten multimedialer Lernumgebungen kein entscheidendes Hindernis für deren Einführung dar. Auch spiele die EDV-Nähe einer Branche keine zentrale Rolle bei der Entscheidung für computergestützte Lernmittel. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2000]
Einige tausend Worte und Phrasen spricht das Programm vor, die Lernumgebung enthält 300 verschieden gestaltete Elemente, innerhalb derer ein Sprachlehrling navigieren kann. [C’t (1994) Nr. 9, S. 58]

Typische Verbindungen zu ›Lernumgebung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lernumgebung‹.

Zitationshilfe
„Lernumgebung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lernumgebung>, abgerufen am 28.05.2020.

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