Lesekarte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lesekarte · Nominativ Plural: Lesekarten
Worttrennung Le-se-kar-te
Wortzerlegung lesen1Karte
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
Bibliotheksausweis
Beispiele:
Aber ein Freund hat mir gesagt, dass man im Amerika‑Haus kostenlos Bücher ausleihen kann. Ich habe mir sofort eine Lesekarte besorgt. [Die Zeit, 13.11.2009]
Einige von ihnen besorgten sich Lesekarten für die öffentliche Bücherei von Excelsior, andere waren ständig in den Buchhandlungen und Antiquarien der Stadt zu finden. [Die Zeit, 06.02.1970]
Mutter, ich verzichte auf meine fünf Groschen Taschengeld. Wenn du mir monatlich die Lesekarte der Bibliothek verlängerst, brauche ich nichts weiter! [Bredel, Willi, Die Väter, Berlin: Aufbau-Verl. 1946, S. 170]
2.
in Bibliotheksbände eingeklebter oder eingelegter Zettel (mit dem Entleihungen dokumentiert werden)
Beispiele:
Bibliotheksexemplar, in Folie eingeklebt, Rückennnummer, kleinere Stempel im Buch und auf dem Schnitt, hinten Tasche für Lesekarte eingeklebt [Verkaufsanzeige] [www.zvab.com, aufgerufen am 16.12.2014]
Durchgestrichene Besitzerstempel beweisen die Herkunft der Bände aus Bibliotheken in Berlin und Halle, Leipzig und Königsberg. Manche sind, laut eingeklebter Lesekarte, bis Anfang 1945 ausgeliehen worden. [Der Spiegel, 16.09.1991, Nr. 38]
3.
Karte, auf der gelesene Texte markiert oder eingetragen werden; Karte, mit der Schüler ihre außerschulische Lektüre nachweisen können und so zum Lesen angeregt werden sollen
Beispiele:
Die Schüler sollten möglichst täglich mindestens 5–15 Minuten laut oder leise lesen und das Gelesene im Pass oder auf der Lesekarte notieren. [www.nibis.de, aufgerufen am 03.02.2014]
Auf einer Seite der Lesekarte können die gelesenen Bibeltexte durch das Herausdrücken der entsprechenden Nummer als »gelesen« gekennzeichnet werden. [www.entdecke100.net, aufgerufen am 16.12.2014]
4.
in der Grundschule verwendetes Hilfsmittel zum Lesenlernen in Form von mit Buchstaben, Wörtern, Bildern o. Ä. bedruckten Karten
Beispiele:
Alles Mögliche wurde und wird ausprobiert, um den Kindern über diesen Stolperstein [das Lesenlernen] hinwegzuhelfen[…]: Heute synthetisch (Buchstabenzusammensetzung), morgen analytisch (Ganzwortmethode), […] dazu allerlei Schnickschnack von Lesekarten über Leuchtbuchstaben und Lesespiele bis zu Faltbüchern und Puppen. [Die Zeit, 27.11.1981, Nr. 49]
Hemmend ist immer noch der hohe Preis der Lesekästen. Auch hier ist ein »billiger« Weg möglich, wenn man nur einzelne Lesekarten kauft, von denen die Buchstaben leicht abgebrochen werden können. [Schulze, Hermann, Frohes Schaffen und Lernen mit Schulanfängern, Langensalza: Beltz 1931, S. 23]
Zitationshilfe
„Lesekarte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lesekarte>, abgerufen am 06.06.2020.

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