Leser, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lesers · Nominativ Plural: Leser
WorttrennungLe-ser (computergeneriert)
Wortzerlegunglesen1-er
Wortbildung mit ›Leser‹ als Erstglied: ↗Leser-Service · ↗Leseranalyse · ↗Leserbeirat · ↗Leserbrief · ↗Leserecho · ↗Leserecke · ↗Lesereinsendung · ↗Lesergemeinde · ↗Leserin1 · ↗Leserkarte · ↗Leserkartei · ↗Leserkommentar · ↗Leserkreis · ↗Lesermassen · ↗Leserpost · ↗Leserpublikum · ↗Leserreise · ↗Leserreporter · ↗Leserschaft · ↗Leserschicht · ↗Leserservice · ↗Leserstimme · ↗Leserumfrage · ↗Leserversammlung · ↗Leserwerbung · ↗Leserwunsch · ↗Leserzahl · ↗Leserzuschrift · ↗leserfreundlich · ↗lesernah
 ·  mit ›Leser‹ als Letztglied: ↗Belegleser · ↗Durchschnittsleser · ↗Gedankenleser · ↗Handleser · ↗Handschriftleser · ↗Klarschriftleser · ↗Schnell-Leser · ↗Schnellleser · ↗Vielleser · ↗Zeichenleser · ↗Zeitungsleser
eWDG, 1969

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von lesen1 (Lesart 1 a)
a)
jmd., der gerade etw. liest, ein Lesender
Beispiele:
ein aufmerksamer, kritischer, vertiefter Leser
lieber Leser! (= Anrede des Autors an den Lesenden)
veraltend der freundliche, geneigte Leser
Unbekannter Leser! Nicht ohne zuvor die geläufige Feder beiseite gelegt und mich durch einiges Nachdenken gesammelt zu haben ... [Th. MannKrull8,313]
b)
jmd., für den ein Buch oder ein anderes Druckerzeugnis bestimmt ist
Beispiele:
neue Leser gewinnen
er ist Leser einer Bibliothek
die Zeitschrift führte mit ihren Lesern eine lebhafte Diskussion herbei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lesen · Lese · Ährenlese · Auslese · Blütenlese · Nachlese · Traubenlese · Weinlese · auslesen · erlesen · erlesen · auserlesen · verlesen · belesen · Lesebuch · Leser · leserlich · Lesung
lesen Vb. ‘den Sinn von Schriftzeichen erfassen, Schrift durch Sprechen wiedergeben, vorlesen, Vorlesungen halten, auflesen, sammeln, ernten’, ahd. lesan (8. Jh.), Prät. Plur. lārum (mit grammatischem Wechsel von r und s), mhd. lesen ‘auswählend sammeln, aufheben, an sich nehmen, (sich ver)sammeln, in Ordnung bringen, wahrnehmen, erblicken, (vor)lesen, als Lehrer vortragen, Messe lesen, erzählen, berichten’, asächs. lesan ‘sammeln, auflesen, lesen’, mnd. mnl. lēsen, nl. lezen ‘lesen’, aengl. lesan ‘zusammenlesen, sammeln’ (daraus mundartlich engl. to lease ‘Ähren lesen’), anord. lesa ‘auflesen’ (die Bedeutung ‘lesen’ ist aus dem Mnd. entlehnt), schwed. läsa ‘lesen, lernen, studieren’, got. lisan ‘auflesen, sammeln’ sind vergleichbar mit lit. lèsti ‘picken, pickend fressen’, lasýti ‘picken, auslesen, aussuchen, auswählen’, hethit. leššāi- ‘auflesen’ und führen auf eine Wurzel ie. *les- ‘sammeln, auflesen’. Gemeingerm. ist die Bedeutung ‘auflesen, sammeln’, zu der im Dt. und Nl. noch ‘Geschriebenes lesen’ hinzutritt. Dieselbe Bedeutungsentwicklung liegt vor in lat. legere ‘auflesen, sammeln, auslesen, auswählen, (vor)lesen’ und griech. légein (λέγειν) ‘auflesen, sammeln, sagen, sprechen, vortragen, vorlesen’ (s. ↗Legion und ↗Lexikon). Möglicherweise ist für das Germ. vom Aufsammeln und Deuten der zur Weissagung ausgestreuten Runenstäbe auszugehen. Die Bedeutung ‘Geschriebenes lesen’ wird sich unter dem Einfluß von lat. legere entwickelt haben. Die ursprüngliche Bedeutung ‘(auf-, ein)sammeln, auflesen’ ist bis heute in Ähren, Holz, Trauben lesen, die von ‘aussondern, verlesen’ in Linsen, Erbsen lesen bewahrt. Dazu auch Lese f. ‘das Auf-, Einsammeln, Ernte’, besonders ‘Weinernte’ (Anfang 18. Jh.), aus älterem Weinlese (s. unten) gekürzt; Ährenlese f. (18. Jh.), zuvor Ährlese (1700); Auslese f. ‘Auswahl’ (18. Jh.), ‘die ausgewählte Menge, die Besten, Elite, Wein aus ausgelesenen Trauben’ (19. Jh.); Blütenlese f. ‘Sammlung ausgewählter Gedichte oder Prosastücke’ (Ende 18. Jh.), s. auch ↗Anthologie; Nachlese f. ‘das Nachsammeln (von Ähren, Weintrauben), Nachernte’ (17. Jh.); Traubenlese f. (17. Jh.); Weinlese f. (15. Jh.). auslesen Vb. ‘prüfend herauslesen, aussuchen, als untauglich aussondern, zu Ende lesen’, ahd. ūʒlesan ‘heraussuchen, aussondern’ (10. Jh.), mhd. ūʒlesen ‘auswählen, zu Ende lesen’. erlesen Vb. heute noch in gehobener Sprache für ‘auswählen, durch Lesen aneignen’, ahd. irlesan (9. Jh.), mhd. erlesen ‘durch Lesen erforschen, bis zu Ende lesen, erwählen’; dazu erlesen Part.adj. ‘ausgesucht, von hervorragender Qualität’ (16. Jh.), daneben gleichbed. auserlesen Part.adj. mhd. ūʒerlesen. verlesen Vb. ‘Schlechtes, Ungeeignetes aussondern, öffentlich vorlesen’, reflexiv ‘sich beim lauten Lesen versprechen, falsch lesen’, mhd. verlesen ‘öffentlich vorlesen’. belesen Part.adj. ‘durch vieles Lesen gut unterrichtet, gebildet’ (17. Jh.), zu belesen ‘durchlesen, gründlich lesen’ (17. Jh.); vgl. schon Wohlbelesenheit (16. Jh.). Lesebuch n. ‘Buch mit nach besonderen Gesichtspunkten zusammengestelltem Lesestoff, zumal für Schulkinder’ (18. Jh.). Leser m. ‘wer (Bücher) liest’, ahd. lesā̌ri ‘(Vor)leser eines Buches, Traubenleser’ (Hs. 12. Jh.), mhd. lesære ‘(Vor)leser, Weinleser’. leserlich Adj. ‘gut zu lesen, leicht zu entziffern’ (17. Jh.), älter leslich (Ende 15. Jh.), daneben lesenlich (15. Jh.). Lesung f. ‘das Lesen von Büchern, das laute Lesen von Texten, besonders im Gottesdienst’ (15. Jh.), ‘Beratung über Gesetzentwürfe, Haushaltsvorlagen, Verträge im Parlament, in der Volksvertretung’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach engl. reading (of a bill), eigentlich ‘Vorlesen eines Gesetzentwurfs’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(fleißiger) Leser · Power-Leser · ↗Vielleser  ●  ↗Büchernarr  ugs. · ↗Bücherwurm  ugs. · ↗Leseratte  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autor Brief Buch Hörer Lektüre Leserin Phantasie Zeitung Zuschauer ahnen aufmerksam begeistert erfahren erwachsen fragen gebildet geneigt heutig informieren interessiert jugendlich jung lieb nahebringen treu unbefangen verehrt vermitteln vorenthalten zumuten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leser‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was dem einen oder der anderen überflüssig erscheinen mag, werden gerade jüngere Leser dankbar zur Kenntnis nehmen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 8
Die Leser werden sich in ihrer aus länderfeindlichen Haltung bestätigt gefühlt haben.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 166
Er zelebriert den Prozeß des Schreibens vor den Augen seiner Leser.
Die Zeit, 24.05.1996, Nr. 22
Indem ich dieses kleine Erlebnis hinschreibe, befürchte ich fast, atheistischen Lesern ein Schmunzeln abzulocken.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 188
Auf jeden Fall appelliert er auch hier an das Verständnis seiner Leser.
Lehmann, A.: Apologetik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 22398
Zitationshilfe
„Leser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leser#1>, abgerufen am 21.05.2019.

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Leser, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungLe-ser (computergeneriert)
Wortzerlegunglesen2-er
Wortbildung mit ›Leser‹ als Erstglied: ↗Leserin2  ·  mit ›Leser‹ als Letztglied: ↗Ährenleser
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lesen · Lese · Ährenlese · Auslese · Blütenlese · Nachlese · Traubenlese · Weinlese · auslesen · erlesen · erlesen · auserlesen · verlesen · belesen · Lesebuch · Leser · leserlich · Lesung
lesen Vb. ‘den Sinn von Schriftzeichen erfassen, Schrift durch Sprechen wiedergeben, vorlesen, Vorlesungen halten, auflesen, sammeln, ernten’, ahd. lesan (8. Jh.), Prät. Plur. lārum (mit grammatischem Wechsel von r und s), mhd. lesen ‘auswählend sammeln, aufheben, an sich nehmen, (sich ver)sammeln, in Ordnung bringen, wahrnehmen, erblicken, (vor)lesen, als Lehrer vortragen, Messe lesen, erzählen, berichten’, asächs. lesan ‘sammeln, auflesen, lesen’, mnd. mnl. lēsen, nl. lezen ‘lesen’, aengl. lesan ‘zusammenlesen, sammeln’ (daraus mundartlich engl. to lease ‘Ähren lesen’), anord. lesa ‘auflesen’ (die Bedeutung ‘lesen’ ist aus dem Mnd. entlehnt), schwed. läsa ‘lesen, lernen, studieren’, got. lisan ‘auflesen, sammeln’ sind vergleichbar mit lit. lèsti ‘picken, pickend fressen’, lasýti ‘picken, auslesen, aussuchen, auswählen’, hethit. leššāi- ‘auflesen’ und führen auf eine Wurzel ie. *les- ‘sammeln, auflesen’. Gemeingerm. ist die Bedeutung ‘auflesen, sammeln’, zu der im Dt. und Nl. noch ‘Geschriebenes lesen’ hinzutritt. Dieselbe Bedeutungsentwicklung liegt vor in lat. legere ‘auflesen, sammeln, auslesen, auswählen, (vor)lesen’ und griech. légein (λέγειν) ‘auflesen, sammeln, sagen, sprechen, vortragen, vorlesen’ (s. ↗Legion und ↗Lexikon). Möglicherweise ist für das Germ. vom Aufsammeln und Deuten der zur Weissagung ausgestreuten Runenstäbe auszugehen. Die Bedeutung ‘Geschriebenes lesen’ wird sich unter dem Einfluß von lat. legere entwickelt haben. Die ursprüngliche Bedeutung ‘(auf-, ein)sammeln, auflesen’ ist bis heute in Ähren, Holz, Trauben lesen, die von ‘aussondern, verlesen’ in Linsen, Erbsen lesen bewahrt. Dazu auch Lese f. ‘das Auf-, Einsammeln, Ernte’, besonders ‘Weinernte’ (Anfang 18. Jh.), aus älterem Weinlese (s. unten) gekürzt; Ährenlese f. (18. Jh.), zuvor Ährlese (1700); Auslese f. ‘Auswahl’ (18. Jh.), ‘die ausgewählte Menge, die Besten, Elite, Wein aus ausgelesenen Trauben’ (19. Jh.); Blütenlese f. ‘Sammlung ausgewählter Gedichte oder Prosastücke’ (Ende 18. Jh.), s. auch ↗Anthologie; Nachlese f. ‘das Nachsammeln (von Ähren, Weintrauben), Nachernte’ (17. Jh.); Traubenlese f. (17. Jh.); Weinlese f. (15. Jh.). auslesen Vb. ‘prüfend herauslesen, aussuchen, als untauglich aussondern, zu Ende lesen’, ahd. ūʒlesan ‘heraussuchen, aussondern’ (10. Jh.), mhd. ūʒlesen ‘auswählen, zu Ende lesen’. erlesen Vb. heute noch in gehobener Sprache für ‘auswählen, durch Lesen aneignen’, ahd. irlesan (9. Jh.), mhd. erlesen ‘durch Lesen erforschen, bis zu Ende lesen, erwählen’; dazu erlesen Part.adj. ‘ausgesucht, von hervorragender Qualität’ (16. Jh.), daneben gleichbed. auserlesen Part.adj. mhd. ūʒerlesen. verlesen Vb. ‘Schlechtes, Ungeeignetes aussondern, öffentlich vorlesen’, reflexiv ‘sich beim lauten Lesen versprechen, falsch lesen’, mhd. verlesen ‘öffentlich vorlesen’. belesen Part.adj. ‘durch vieles Lesen gut unterrichtet, gebildet’ (17. Jh.), zu belesen ‘durchlesen, gründlich lesen’ (17. Jh.); vgl. schon Wohlbelesenheit (16. Jh.). Lesebuch n. ‘Buch mit nach besonderen Gesichtspunkten zusammengestelltem Lesestoff, zumal für Schulkinder’ (18. Jh.). Leser m. ‘wer (Bücher) liest’, ahd. lesā̌ri ‘(Vor)leser eines Buches, Traubenleser’ (Hs. 12. Jh.), mhd. lesære ‘(Vor)leser, Weinleser’. leserlich Adj. ‘gut zu lesen, leicht zu entziffern’ (17. Jh.), älter leslich (Ende 15. Jh.), daneben lesenlich (15. Jh.). Lesung f. ‘das Lesen von Büchern, das laute Lesen von Texten, besonders im Gottesdienst’ (15. Jh.), ‘Beratung über Gesetzentwürfe, Haushaltsvorlagen, Verträge im Parlament, in der Volksvertretung’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach engl. reading (of a bill), eigentlich ‘Vorlesen eines Gesetzentwurfs’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(fleißiger) Leser · Power-Leser · ↗Vielleser  ●  ↗Büchernarr  ugs. · ↗Bücherwurm  ugs. · ↗Leseratte  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autor Brief Buch Hörer Lektüre Leserin Phantasie Zeitung Zuschauer ahnen aufmerksam begeistert erfahren erwachsen fragen gebildet geneigt heutig informieren interessiert jugendlich jung lieb nahebringen treu unbefangen verehrt vermitteln vorenthalten zumuten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leser‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was dem einen oder der anderen überflüssig erscheinen mag, werden gerade jüngere Leser dankbar zur Kenntnis nehmen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 8
Die Leser werden sich in ihrer aus länderfeindlichen Haltung bestätigt gefühlt haben.
Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 166
Er zelebriert den Prozeß des Schreibens vor den Augen seiner Leser.
Die Zeit, 24.05.1996, Nr. 22
Indem ich dieses kleine Erlebnis hinschreibe, befürchte ich fast, atheistischen Lesern ein Schmunzeln abzulocken.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 188
Auf jeden Fall appelliert er auch hier an das Verständnis seiner Leser.
Lehmann, A.: Apologetik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 22398
Zitationshilfe
„Leser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leser#2>, abgerufen am 21.05.2019.

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