Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Lethargie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lethargie · Nominativ Plural: Lethargien · wird meist im Singular verwendet
Worttrennung Le-thar-gie
Wortbildung  mit ›Lethargie‹ als Erstglied: lethargisch
Herkunft zu lēthargíagriech (ληθαργία) ‘Schlafsucht’ < lḗthargosgriech (λήθαργος) ‘durch Vergesslichkeit untätig oder träge’ < lḗthēgriech (λήθη) ‘Vergessenheit, Vergesslichkeit’ + ārgósgriech (ἀργός) ‘untätig, unwirksam’
eWDG

Bedeutungen

1.
Medizin anhaltende Bewusstlosigkeit, Schlafsucht
Beispiel:
Ärzte und Schwestern bemühten sich um den Kranken, bis er aus der Lethargie erwachte
2.
übertragen Teilnahmslosigkeit, Interesselosigkeit, Stumpfheit
Beispiele:
in trübe Lethargie versinken
gegen seinen Willen, aus einer Lethargie heraus … gab er nach [ UhsePatrioten1,492]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lethargie · lethargisch
Lethargie f. ‘starke Schläfrigkeit mit Bewußtseinsstörungen, Schlafsucht’, als Krankheitsbezeichnung im 16. Jh. aus spätlat. lēthargia, griech. lēthargía (ληθαργία) ‘Schlafsucht’ entlehnt, aber erst seit dem 18. Jh. allgemein geläufig, vielfach in der übertragenen Bedeutung ‘Trägheit, Gleichgültigkeit, Teilnahms-, Interesselosigkeit’. Der Ausdruck ist abgeleitet von griech. lḗthargos (λήθαργος) ‘vergeßlich’ (eigentlich ‘durch Vergeßlichkeit untätig oder träge’), substantiviert ‘schlummerähnlicher Zustand, Schlafsucht, lethargisches Fieber’; vgl. griech. lḗthē (λήθη) ‘Vergessenheit, Vergeßlichkeit’ und ārgós (ἀργός) ‘untätig, unwirksam’. lethargisch Adj. ‘schlafsüchtig, träge, gleichgültig, teilnahms-, interesselos’ (um 1800); vgl. lat. lēthargicus, griech. lēthargikós (ληθαργικός) ‘von Lethargie betroffen, schlafsüchtig’.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Desinteresse · Gleichgültigkeit · Gleichmut · Interessenlosigkeit · Leidenschaftslosigkeit · Passivität · Saumseligkeit · Teilnahmslosigkeit · Trägheit · Unempfindlichkeit · Untätigkeit  ●  Indifferenz  lat. · Lethargie  griechisch · Phlegma  griechisch · Abnegation  geh., veraltet · Apathie  fachspr., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Lethargie · Schlafmützigkeit · Tranigkeit  ●  Transusigkeit  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Lethargie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lethargie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lethargie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Uns sind sie indes vor allem Ausdruck der psychischen wie physischen Lethargie der Kuh. [Die Zeit, 02.04.2009, Nr. 15]
Diese Politik führt in die staatliche Lethargie, wenn nicht in den Bankrott. [Die Zeit, 29.12.2008 (online)]
Erkennt eure eigene Lethargie, wenn es darum geht, etwas anders zu machen. [Die Zeit, 06.06.2008, Nr. 23]
Können wir es schaffen, uns von der lähmenden Lethargie der vergangenen zwanzig Jahre zu befreien? [Die Zeit, 03.08.1990, Nr. 32]
Sie befindet sich also während des größten Teils ihres Lebens in einem erstarrten Zustande der Lethargie. [Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 193]
Zitationshilfe
„Lethargie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lethargie>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Letalität
Letalfaktor
Letaldosis
Let
Lesung
Lethe
Letkiss
Letscho
Lette
Letten