Leuchtturm, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Leuchtturm(e)s · Nominativ Plural: Leuchttürme
Aussprache  [ˈlɔɪ̯çttʊʁm]
Worttrennung Leucht-turm
Wortzerlegung  leuchten Turm
Wortbildung  mit ›Leuchtturm‹ als Erstglied: Leuchtturmprojekt · Leuchtturmwärter
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
Seewesen Turm vor oder an einem Gewässer mit einem (regelmäßig blinkenden) Leuchtfeuer, das vor allem im Dunkeln weithin sichtbar ist
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein alter, hoher, rot-weißer, strahlender Leuchtturm
als Akkusativobjekt: einen Leuchtturm errichten, sehen
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Hafen mit einem Leuchtturm
Beispiele:
Der Leuchtturm, der Mitte des 19. Jahrhunderts hier gebaut wurde, um den Seefahrern im Schwarzen Meer die Mündung der Donau in die offene See zu signalisieren, befindet sich […] ein gutes Stück landeinwärts und dient inzwischen als Museum. [Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2014]
In der aktuellen Saison dürfen die Schiffe im Plauer See einen Tiefgang von 1,40 Meter haben. Nur im Bereich des Leuchtturms, also dem Zugang zum Plauer See, gilt bereits ein Tiefgang wie auf der Wasserstraße: 1,20 Meter. [Schweriner Volkszeitung, 19.06.2019]
Am Mündungsdelta der Gironde steht der Phare de Cordouan, der wohl schönste Leuchtturm Frankreichs. [Die Welt, 22.09.2018]
Nachdem drei Leuchtturmwärter auf dem 43 Hektar großen Eiland durch [Schlangen-]Bisse kurz hintereinander starben, wurde im Auftrag der brasilianischen Regierung der Leuchtturm mit einer automatischen Lichtanlage ausgestattet und der Zutritt zur Insel verboten. [Münchner Merkur, 30.07.2016]
Wenn Gregor auf das Meer hinausblickte, konnte er draußen das regelmäßige Blinken eines Leuchtturms sehen. [Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund. Olten: Walter 1957 [1957], S. 78]
2.
übertragen leuchtendes, mustergültiges Beispiel, Vorbild
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein strahlender Leuchtturm
mit Genitivattribut: ein Leuchtturm der Demokratie, der Kultur, der Freiheit
Beispiele:
Der Kanton Tessin ist heute Vorbild und Leuchtturm in der Familienpolitik. [Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2001]
Das Bundesjazzorchester ist ein mustergültiger Kreislauf: Es wirkt als Leuchtturm und Vorbild für die zahlreichen jungen Bigbands im ganzen Land. [Badische Zeitung, 04.11.2016]
Während die Deutsche Oper [in Berlin] immer weiter in die Bedeutungslosigkeit abgleitet und die Staatsoper durch Sanierungsquerelen von sich reden macht, ist die Komische Oper zum bundesweit strahlenden Leuchtturm des Regietheaters avanciert. [Süddeutsche Zeitung, 25.09.2007]
Während in der Forschung Leuchttürme strahlen und Exzellenz ausgezeichnet wird, drohen in der Lehre nur neue Studentenberge. [Die Zeit, 23.03.2006]
Strahlende Leuchttürme brauche der Osten, wenn er wirtschaftlich überleben wolle. [Nehmen, was kommt, 04.05.2005, aufgerufen am 20.11.2020]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

leuchten · beleuchten · Beleuchter · Beleuchtung · durchleuchten · einleuchten · einleuchtend · erleuchten · Erleuchtung · Leuchter · Leuchtgas · Leuchtturm
leuchten Vb. ‘Licht ausstrahlen, glänzen, schimmern, auf jmdn., etw. Licht fallen lassen, jmdm. den Weg erhellen’. Das germ. Verb ahd. (8. Jh.), mhd. liuhten (md. lūchten), asächs. liohtian, liuhtian, mnd. lüchten, lochten, aengl. līhtan, engl. to light, got. liuhtjan ‘leuchten’ ist eine Denominativbildung zu dem unter licht (s. d.) behandelten Adjektiv und bedeutet ursprünglich ‘hell sein’. beleuchten Vb. ‘in helles Licht setzen, erhellen, anstrahlen’, übertragen ‘ins Blickfeld rücken, behandeln’, ahd. biliuhten (8. Jh.), mhd. beliuhten; dazu Beleuchter m. ‘wer etw. beleuchtet, wer etw. erklärt, ins rechte Licht rückt’ (um 1600); Beleuchtung f. (16. Jh.). durchleuchten Vb. ‘mit Licht erfüllen, hell, leuchtend machen, durch etw. hindurchleuchten’, auch (Anfang 20. Jh.) übertragen ‘kritisch untersuchen’ und ‘mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchdringen, durchsichtig machen, untersuchen’, ahd. thuruhliuhten (um 1000), mhd. durchliuhten ‘durchstrahlen, erklären’; s. auch Durchlaucht. einleuchten Vb. ‘klar, deutlich werden, überzeugend wirken’, ahd. inliuhten ‘(er)leuchten, sehend machen, hell werden, zum Licht führen’ (um 800), mhd. īnliuhten (in mystischem Sinne) ‘wie ein Licht hell eindringen’ (dazu īnliuhtunge f. und īnliuhtende Part. Präs.); bis ins 17. Jh. (Pietismus) bleibt einleuchten ein Wort der religiösen Sprache, erst die Aufklärung (18. Jh.) verwendet es im Sinne von ‘klar, augenscheinlich werden’, wozu einleuchtend Part. Präs. ‘klar, deutlich, verständlich’ (18. Jh.). erleuchten Vb. ‘hell machen, durch Leuchten erhellen’, übertragen ‘mit (geistiger) Klarheit erfüllen, eingeben’, ahd. irliuhten (9. Jh.), mhd. erliuhten (md. erlūchten) ‘hell machen, erleuchten, sehend machen, aufleuchten’; s. auch erlaucht; Erleuchtung f. ‘oft wunderbar anmutende Klarheit über Probleme, Fragen’, mhd. erliuhtunge, auch ‘Aufleuchten, Glanz’. Leuchter m. ‘Halter für Kerzen oder kleine Lämpchen, Kerzenständer’, mhd. liuhtære, (md. lūchtære). Leuchtgas n. ‘zum Heizen und zur Beleuchtung verwendetes Gasgemisch, Stadtgas’ (20er Jahre 19. Jh.). Leuchtturm m. ‘Turm mit einem Leuchtfeuer als Seezeichen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Vorzeigemodell · Vorzeigeprodukt  ●  Aushängeschild  fig. · Flaggschiff  fig. · Leuchtturm  fig. · Visitenkarte  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Leuchtturm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leuchtturm‹.

Zitationshilfe
„Leuchtturm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leuchtturm>, abgerufen am 03.08.2021.

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