Leumund, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Leumund(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Leu-mund
Wortbildung  mit ›Leumund‹ als Erstglied: Leumundszeuge · Leumundszeugnis

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Ruf, in dem jmd. steht
  2. 2. ⟨der böse Leumund⟩ Klatsch, üble Nachrede
eWDG

Bedeutungen

1.
Ruf, in dem jmd. steht
Beispiele:
jmd. hat einen guten, üblen Leumund
gesucht wird eine Persönlichkeit mit einwandfreiem Leumund
jmds. Leumund verteidigen
der Angeklagte hat keinen guten Leumund
2.
der böse LeumundKlatsch, üble Nachrede
Beispiele:
sie war dem bösen Leumund am meisten ausgesetzt
Der böse Leumund … munkelt sogar, daß ihre beiden letztgeborenen Kinder nur dem Namen nach Sprößlinge ihres alten, halbblinden Gatten seien [ St. ZweigBalzac84]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leumund · beleumden · beleumunden · verleumden · Verleumder · verleumderisch · Verleumdung
Leumund m. ‘Ruf, in dem einer steht’. Das nur im Dt. begegnende Substantiv ahd. (h)liumunt (8. Jh.), mhd. liumunt ‘Ruf, Ruhm, Gerücht’ gehört zu der unter laut1 (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *k̑lēu- ‘hören, wovon man viel hört’. Suffixablaut (ie. -men-) zeigen got. hliuma ‘Gehör’, awest. sraoman- ‘Gehör’; auf eine adjektivbildende to-Erweiterung des Suffixes in seiner schwundstufigen Form (ie. -mṇ-) führen dagegen ahd. (h)liumunt (ie. *k̑leumṇto-) sowie aind. śrṓmata- ‘guter Ruf, Berühmtheit’, so daß von einer Bedeutung ‘Gehörtes, Rühmliches’, auch ‘öffentliche Meinung’ ausgegangen werden kann. Im Mhd. stehen neben liumunt (md. lūmunt) die abgeschwächten Formen liument, liumet, liumt, dazu auch schwache Formen wie liumde, leumde. Im Nhd. hat sich die vollere Form gehalten, weil man das Wort volksetymologisch als der Leute Mund aufgefaßt hat. Die zugehörigen Verben setzen dagegen meist die Kurzform mhd. liumde fort: beleumden Vb. neben beleumunden ‘einen Leumund ausstellen’, mhd. beliumden, beliumunden ‘jmdn. in den Ruf von etw. bringen’, oft im Part. Prät. beleumdet, beleumundet ‘im Ruf, in einem bestimmten Ruf stehend’. verleumden Vb. ‘jmdn. schlechtmachen, böswillig verdächtigen’, mhd. verlium(un)den, verliumen ‘in schlechten Ruf bringen’; dazu Verleumder m. (16. Jh.), verleumderisch Adj. (17. Jh.), Verleumdung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(guter) Ruf · Ansehen · Bild · Image · Leumund · Namen · Prestige · Renommee · Reputation · Stellung

Typische Verbindungen zu ›Leumund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leumund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Leumund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über seinen Leumund hat er sich eigentlich nie beklagen können. [Die Zeit, 20.11.1981, Nr. 48]
Geschichte hat heute keinen guten Leumund, wenngleich nicht ohne eigenes Verschulden. [Die Zeit, 27.10.1972, Nr. 43]
Sobald jemand dahinter kommt, habe ich meinen guten Leumund verloren. [Der Tagesspiegel, 15.10.2003]
Die Politik hat zwar einen schlechten Leumund, aber ist nicht durchgängig schlecht. [Die Welt, 15.04.2000]
Wie hätte dann ein solcher Ruf und Leumund entstehen können? [Süddeutsche Zeitung, 11.03.1995]
Zitationshilfe
„Leumund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leumund>.

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