Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Leuwagen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Leuwagens · Nominativ Plural: Leuwagen/Leuwägen
Aussprache [ˈlɔɪ̯vaːgn̩]
Worttrennung Leu-wa-gen
Herkunft zu leund ‘faul’ und bewegen oder dwagennd ‘waschen’
DWDS-Verweisartikel

Bedeutung

umgangssprachlich, meist D-Nordwest (Hamburg) Synonym zu Schrubber
Beispiele:
Der Feudel wird über einen Schrubber gelegt, der in Hamburg Leuwagen heißt (Scheuerbürste mit langem Stiel), nachdem er in das Wasser des Feudeleimers eingetaucht und mit großem Körpereinsatz ausgewrungen worden ist. [Hamburger Abendblatt, 24.08.2020]
Eigentlich mag ich bei dem schönen Wetter heute so gar nicht zu Feudel und Leuwagen greifen, aber Scheuerwoche im Flur muss sein. [Über den Tellerrand geschaut (1), 13.06.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
Leuwagen gehörten neben Feudel immer zur Ausrüstung eines neuen Schiffes der früheren Warnowwerft. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 26.01.2013]
Zum Feudel gehört der Leuwagen (Schrubber am Stiel), die Handeule […] sowie in Omas Küche das Fatuch (Spültuch) und der Handstein (Ausguss), Begriffe, die alle die Hamburger Staatsgrenze überschreiten, aber nicht im hochdeutschen Dialektraum südlich des Mains anzutreffen sein sollten. [Hamburger Abendblatt, 14.04.2012]
Zu uns nach Hause kam zuweilen eine Zugehfrau, die mit Leuwagen und Feudel arbeitete und im Bad den Bimsstein an seinen Platz legte (dessen Bedeutung mir nie klar war). [Hamburger Abendblatt, 15.04.2004]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Leuwagen  norddeutsch · Schrubber  Hauptform
Synonymgruppe
Teppichkehrer  ●  Leuwagen  veraltet · Teppichdackel  ugs., Hauptform, veraltet
Zitationshilfe
„Leuwagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leuwagen>.

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