Leviten

GrammatikSubstantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungLe-vi-ten
HerkunftHebräisch
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich jmdm. die Leviten lesenjmdn. energisch zurechtweisen
Beispiel:
der Vater hatte dem Sohn die Leviten gelesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leviten Plur. nur in der Wendung jmdm. die Leviten lesen ‘ernste Vorhaltungen machen, energisch zurechtweisen’ (15. Jh.), hervorgegangen aus dem mittelalterlichen Brauch, den Geistlichen, den Diakonen und Subdiakonen (den Leviten) täglich aus der Bibel, besonders aus dem Leviticus (dem die kultische Gesetzgebung und den Priesterkodex enthaltenden 3. Buch Mos.) vorzulesen und daran Ermahnungen und Rügen zu knüpfen. Zum biblischen Eigennamen Lēvi (hebr. Lēwī ‘der Anhängliche, Treue’), Sohn Jakobs und Leas, als dessen Nachkommen die Trager priesterlicher Funktionen (kirchenlat. Lēvītēs, Lēvīta, griech. Λευῖτηϛ) gelten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ermahnungsrede · ↗Moralpredigt · ↗Schimpfkanonade · ↗Strafrede  ●  ↗Strafpredigt  Hauptform · ↗Epistel  geh. · Exhorte  fachspr., veraltet, neulateinisch · ↗Gardinenpredigt  ugs. · Leviten  ugs. · ↗Standpauke  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Priester Thora lesen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Leviten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Buchstäblich jedem, der ihr über den Weg läuft, liest sie die Leviten.
Der Tagesspiegel, 18.01.2003
Aber so deutlich hat ihm noch keiner die Leviten gelesen.
Bild, 30.06.2000
Die sonst im Land tätigen Priester nennen sich durchweg Leviten.
Lohse, B.: Priestertum. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 25910
Ihrem einstigen Sinn und dem mit dem Vordringen der Leviten eng zusammenhängenden Prozeß seiner Änderung müssen wir uns jetzt zuwenden.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 192
Für den Preis einer Kinokarte fühlten sich alle verpflichtet, mir die Leviten zu lesen.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 253
Zitationshilfe
„Leviten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Leviten>, abgerufen am 19.02.2019.

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