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Libelle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Libelle · Nominativ Plural: Libellen
Aussprache 
Worttrennung Li-bel-le
Herkunft aus gleichbedeutend Libellulazoolog-lat < lībellalat ‘(kleine) Wasserwaage’ < lībralat ‘(Blei-, Wasser-)Waage’
eWDG

Bedeutungen

1.
an stehenden oder langsam fließenden Gewässern vorkommendes, artenreiches räuberisches Insekt mit stabförmigem, metallisch glänzendem, farbigem Körper und vier glashellen, nicht faltbaren Flügeln, das während des Fluges blitzschnell Richtung oder Flughöhe ändern kann
Beispiel:
eine große, schillernde Libelle
2.
fachsprachlich in Wasserwaagen oder an anderen Messinstrumenten befindlicher kleiner, mit einer leicht beweglichen Flüssigkeit gefüllter Glaszylinder, in dem eine Luftblase die waagerechte, geneigte Lage ebener Flächen anzeigt
Beispiel:
Die richtige Lage wird mit einer am Fernrohr fest verbundenen Libelle eingespielt [ Tageszeitung1954]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Libelle f. Das schön gefärbte, während des Fluges blitzschnell Richtung und Flughöhe ändernde Raubinsekt (volkstümlich Wasserjungfer, Schleifer, Glaser, Schneider, Augen-, Kehlstecher u. a.) nennt Linné (18. Jh.) zoolog.-lat. Libellula. Dieser Name ist eine gelehrte deminuierende Bildung zu lat. lībella, seinerseits Deminutivum von lat. lībra ‘(Blei-, Wasser)waage’, weil die Flügel während des Fluges waagerecht ausgespannt sind. Daraus nhd. Libelle (18. Jh.).

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Libelle  ●  Augenstecher  veraltet · Schleifer  veraltet · Wasserjungfer  veraltet · Odonata  fachspr. · Schillebold  ugs. · Schillerbold  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Haarclip · Haarklammer · Haarklemme · Haarspange · Spange  ●  Haarschnalle  regional · Libelle  Jargon

Typische Verbindungen zu ›Libelle‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Libelle‹.

Verwendungsbeispiele für ›Libelle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mitunter kann man dann wohl auch zwei Libellen in einer merkwürdig bizarren Haltung miteinander herumfliegen sehen. [Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 144]
Dort also sind sie eine Zeit ohne Zeit zusammengehangen wie zwei Libellen in der Luft. [Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 719]
Doch wer näher hinsieht, kann in der schönen Libelle auch ein Monster entdecken. [Die Zeit, 30.04.2013, Nr. 17]
Deswegen trägt etwa Madonna eine glitzernde Libelle um den Hals. [Die Zeit, 04.08.2008, Nr. 31]
Eine Libelle nach der andern erhob sich zum ersten Sprung. [Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 270]
Zitationshilfe
„Libelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Libelle>.

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