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Liberalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Liberalität · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Li-be-ra-li-tät
Grundformliberal
Herkunft zu līberālitāslat ‘freisinnige Denk- und Handlungsart, edle Gesinnung, Güte, Freigebigkeit’
eWDG

Bedeutung

liberales Wesen, liberale Gesinnung
Beispiele:
Ein Mozart, mein ich, müßt von einer größeren Liberalität sein [ FürnbergMozart-Novelle30]
abwertendfrei von jener gemütlichen Liberalität, die … nicht »nein« zu sagen vermag [ FrançoisLetzte Reckenburgerin276]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liberal · Liberaler · liberalisieren · Liberalismus · liberalistisch · Liberalität · Libero
liberal Adj. ‘freiheitlich, nach unbeschränkter Entwicklung des individuellen Lebens strebend, großzügig, den Liberalismus betreffend’, entlehnt (16. Jh.) in der heute unüblichen Bedeutung ‘freigebig, hochherzig, großzügig’ aus lat. līberālis ‘die Freiheit betreffend, edel, vornehm, anständig (von Art oder Gesinnung), gütig, freigebig’, zu lat. līber ‘bürgerlich frei, unabhängig, ungehindert, zwanglos, freimütig, offen, ungebunden’. In der 2. Hälfte des 18. Jhs., besonders im Zusammenhang mit der französischen Revolution, erfolgt eine Entlehnung von frz. libéral im Sinne von ‘vorurteilslos (in politischer und religiöser Beziehung), freiheitlich (gesinnt)’; vgl. die als politisches Schlagwort gebrauchte Fügung liberale Ideen (um 1800). – Liberaler m. ‘Anhänger einer liberalen Richtung bzw. Partei’ (Görres 1819). liberalisieren Vb. ‘freier, großzügiger gestalten, von Einschränkungen befreien’ (19. Jh.), speziell ‘Beschränkungen im (Außen)handel aufheben’ (20. Jh.); frz. libéraliser ‘freisinniger machen, freier gestalten’. Liberalismus m. antifeudale bürgerliche politische Richtung mit dem Ziel der freien Entfaltung des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Lebens (um 1820, etwa gleichzeitig mit frz. libéralisme, engl. liberalism). liberalistisch Adj. ‘den Liberalismus betreffend, auf ihm beruhend’ (Goethe 1807). Liberalität f. ‘Freigebigkeit, Hochherzigkeit, Großzügigkeit’ (Mitte 16. Jh.), vgl. lat. līberālitās (Genitiv līberālitātis) ‘freisinnige Denk- und Handlungsart, edle Gesinnung, Güte, Freigebigkeit’; dann auch ‘Vorurteilslosigkeit, liberales Wesen, liberale Gesinnung’ (Anfang 19. Jh.). Libero m. Spieler einer Mannschaft, der je nach Situation („frei“) in Abwehr oder Angriff agiert, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. ital. libero, eigentlich ‘der Freie’, einer Substantivierung von ital. libero ‘frei’, aus lat. līber (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Liberalität‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liberalität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Liberalität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist doch weit gekommen mit der wohlproportionierten Liberalität im Lande. [Die Zeit, 02.12.1994, Nr. 49]
Viele aus der „alten Opposition“ haben kein Verständnis für so viel Liberalität. [Die Zeit, 30.10.1992, Nr. 45]
Die Progressiven reiben sich ob so großer angeblicher Liberalität verwundert die Augen. [Die Zeit, 20.12.1991, Nr. 52]
Unter „Liberalität“ sei hier eine betont individualistische ethisch‑politische Haltung verstanden. [Die Zeit, 27.04.1984, Nr. 18]
In den dreißiger Jahren war von solcher Liberalität nur mehr wenig zu spüren. [Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3131]
Zitationshilfe
„Liberalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Liberalit%C3%A4t>.

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