Liberalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Liberalität · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Li-be-ra-li-tät (computergeneriert)
Herkunft Latein
eWDG, 1969

Bedeutung

liberales Wesen, liberale Gesinnung
Beispiele:
Ein Mozart, mein ich, müßt von einer größeren Liberalität sein [FürnbergMozart-Novelle30]
abwertendfrei von jener gemütlichen Liberalität, die ... nicht »nein« zu sagen vermag [FrançoisLetzte Reckenburgerin276]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liberal · Liberaler · liberalisieren · Liberalismus · liberalistisch · Liberalität · Libero
liberal Adj. ‘freiheitlich, nach unbeschränkter Entwicklung des individuellen Lebens strebend, großzügig, den Liberalismus betreffend’, entlehnt (16. Jh.) in der heute unüblichen Bedeutung ‘freigebig, hochherzig, großzügig’ aus lat. līberālis ‘die Freiheit betreffend, edel, vornehm, anständig (von Art oder Gesinnung), gütig, freigebig’, zu lat. līber ‘bürgerlich frei, unabhängig, ungehindert, zwanglos, freimütig, offen, ungebunden’. In der 2. Hälfte des 18. Jhs., besonders im Zusammenhang mit der französischen Revolution, erfolgt eine Entlehnung von frz. libéral im Sinne von ‘vorurteilslos (in politischer und religiöser Beziehung), freiheitlich (gesinnt)’; vgl. die als politisches Schlagwort gebrauchte Fügung liberale Ideen (um 1800). Liberaler m. ‘Anhänger einer liberalen Richtung bzw. Partei’ (Görres 1819). liberalisieren Vb. ‘freier, großzügiger gestalten, von Einschränkungen befreien’ (19. Jh.), speziell ‘Beschränkungen im (Außen)handel aufheben’ (20. Jh.); frz. libéraliser ‘freisinniger machen, freier gestalten’. Liberalismus m. antifeudale bürgerliche politische Richtung mit dem Ziel der freien Entfaltung des wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und individuellen Lebens (um 1820, etwa gleichzeitig mit frz. libéralisme, engl. liberalism). liberalistisch Adj. ‘den Liberalismus betreffend, auf ihm beruhend’ (Goethe 1807). Liberalität f. ‘Freigebigkeit, Hochherzigkeit, Großzügigkeit’ (Mitte 16. Jh.), vgl. lat. līberālitās (Genitiv līberālitātis) ‘freisinnige Denk- und Handlungsart, edle Gesinnung, Güte, Freigebigkeit’; dann auch ‘Vorurteilslosigkeit, liberales Wesen, liberale Gesinnung’ (Anfang 19. Jh.). Libero m. Spieler einer Mannschaft, der je nach Situation („frei“) in Abwehr oder Angriff agiert, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. ital. libero, eigentlich ‘der Freie’, einer Substantivierung von ital. libero ‘frei’, aus lat. līber (s. oben).

Typische Verbindungen zu ›Liberalität‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liberalität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Liberalität‹

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Für diese Liberalität bin ich ihm bis auf den heutigen Tag dankbar.
Der Tagesspiegel, 03.03.2002
Es ist doch weit gekommen mit der wohlproportionierten Liberalität im Lande.
Die Zeit, 02.12.1994, Nr. 49
In den dreißiger Jahren war von solcher Liberalität nur mehr wenig zu spüren.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3131
Eine Erscheinung wie Aristophanes wäre ohne diese Liberalität überhaupt nicht denkbar gewesen.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25371
Sie sehnte sich nach Gustav, nach seiner Liberalität, seiner Weltläufigkeit.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 275
Zitationshilfe
„Liberalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Liberalit%C3%A4t>, abgerufen am 31.05.2020.

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