Lid, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lid(e)s · Nominativ Plural: Lider
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Lid‹ als Erstglied: ↗Lidentzündung · ↗Lidrand · ↗Lidsack · ↗Lidschatten · ↗Lidschlitz · ↗Lidspalte · ↗Lidstrich
 ·  mit ›Lid‹ als Letztglied: ↗Augenlid · ↗Oberlid
eWDG

Bedeutung

bewegliche, von Muskelfasern durchsetzte Haut, die den Augapfel bedeckt, Augenlid
Beispiele:
geschlossene, halbgeöffnete, müde, schwere, entzündete, gerötete, brennende, schmale Lider
das obere, untere Lid des Auges
die Lider heben, aufschlagen, senken, schließen, zusammenkneifen
sie zuckte mit den Lidern
jmdm. werden die Lider schwer, fallen die Lider zu (= jmd. wird müde)
jmds. Lider schließen sich
der Rand des Lides
Er brachte die Nacht kein Lid zu (= konnte nicht schlafen) [ KlabundBracke42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lid n. Hautfalte zum Bedecken des Augapfels, ahd. (h)lit (9. Jh.), mhd. lit ‘Deckel’, nhd. Lid (mundartlich) ‘Gefäßdeckel, Ofentür, Schiebefenster’, (in der Literatursprache) ‘Augenlid’ (seit 18. Jh., verkürzt aus ahd. oug(h)lit, Hs. 13. Jh., mhd. ougelit, frühnhd. Aug(en)lid, nhd. Augenlid), mnd. lit ‘Deckel, Augenlid’, mnl. lit, nl. lid ‘Deckel, Augenlid’, aengl. hlid ‘Deckel, Decke, Dach, Tür, Öffnung’, engl. lid ‘Deckel, Augenlid’, anord. hlið ‘Öffnung, Zwischenraum, Tür, Tor’ stehen ablautend zu einem untergegangenen starken germ. Verb, belegt durch afries. hlīdia ‘bedecken’, asächs. bihlīdan ‘einschließen, decken’, ahlīdan, anthlīdan ‘sich öffnen, erschließen’, aengl. behlīdan ‘bedecken, schließen’. Weitere Herkunft ist ungewiß. Vielleicht mit got. hleiþra ‘Hütte, Zelt’, griech. klisía (κλισία) ‘Pfahlhütte, Baracke, Lehnsessel, Ruhebett’, mir. clīath ‘Geflecht, Hürde’, clethar ‘Stütze’ zu dem unter ↗lehnen1 (s. d.) angeführten ie. *k̑lei- ‘neigen, lehnen’, wozu mit nichtpalatalem Anlaut wohl auch aslaw. klětь ‘Kammer, Zelle, Behausung’, russ. klet’ (клеть) ‘Vorratskammer, Speicher’. Oder besser mit ↗hehlen, ↗Helm1, ↗Hülse (s. d.) zur Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’?

Thesaurus

Synonymgruppe
Augenlid · Lid  ●  ↗Augendeckel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

AugapfelBeispielsätze anzeigen AugenbewegungBeispielsätze anzeigen BraueBeispielsätze anzeigen InnenseiteBeispielsätze anzeigen MundwinkelBeispielsätze anzeigen PupilleBeispielsätze anzeigen TränensackBeispielsätze anzeigen WimperBeispielsätze anzeigen ZuckenBeispielsätze anzeigen blinzelnBeispielsätze anzeigen flackernBeispielsätze anzeigen flatternBeispielsätze anzeigen flatterndBeispielsätze anzeigen gerötetBeispielsätze anzeigen geschlossenBeispielsätze anzeigen geschminktBeispielsätze anzeigen geschwollenBeispielsätze anzeigen gesenktBeispielsätze anzeigen geöffnetBeispielsätze anzeigen halbgeschlossenBeispielsätze anzeigen halbgesenktBeispielsätze anzeigen hervorquellenBeispielsätze anzeigen hängendBeispielsätze anzeigen müdBeispielsätze anzeigen niedergeschlagenBeispielsätze anzeigen rötenBeispielsätze anzeigen zitterndBeispielsätze anzeigen zuckenBeispielsätze anzeigen zuckendBeispielsätze anzeigen zusammengekniffenBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lid‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht war er noch da, irgendwo hinter ihren geschlossenen Lidern.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 446
Da geht es dann um die spezielle Haltung, um die Stellung von Augen, Lidern, Nase, Ohren;
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2002
Die Lider flatterten, und Anne versuchte, die Augen zu öffnen.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 39
Bei 10000 Meter fallen ihm die Lider schwer über die Augen.
Die Zeit, 20.03.1959, Nr. 12
Gehorsam schließt sie die Lider und streckt ihm die Hand entgegen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 63
Zitationshilfe
„Lid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lid>, abgerufen am 25.01.2021.

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