Lid, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Lid(e)s · Nominativ Plural: Lider
Aussprache
Wortbildung mit ›Lid‹ als Erstglied: ↗Lidentzündung · ↗Lidrand · ↗Lidsack · ↗Lidschatten · ↗Lidschlitz · ↗Lidspalte · ↗Lidstrich
 ·  mit ›Lid‹ als Letztglied: ↗Augenlid
eWDG, 1969

Bedeutung

bewegliche, von Muskelfasern durchsetzte Haut, die den Augapfel bedeckt, Augenlid
Beispiele:
geschlossene, halbgeöffnete, müde, schwere, entzündete, gerötete, brennende, schmale Lider
das obere, untere Lid des Auges
die Lider heben, aufschlagen, senken, schließen, zusammenkneifen
sie zuckte mit den Lidern
jmdm. werden die Lider schwer, fallen die Lider zu (= jmd. wird müde)
jmds. Lider schließen sich
der Rand des Lides
Er brachte die Nacht kein Lid zu (= konnte nicht schlafen) [KlabundBracke42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lid n. Hautfalte zum Bedecken des Augapfels, ahd. (h)lit (9. Jh.), mhd. lit ‘Deckel’, nhd. Lid (mundartlich) ‘Gefäßdeckel, Ofentür, Schiebefenster’, (in der Literatursprache) ‘Augenlid’ (seit 18. Jh., verkürzt aus ahd. oug(h)lit, Hs. 13. Jh., mhd. ougelit, frühnhd. Aug(en)lid, nhd. Augenlid), mnd. lit ‘Deckel, Augenlid’, mnl. lit, nl. lid ‘Deckel, Augenlid’, aengl. hlid ‘Deckel, Decke, Dach, Tür, Öffnung’, engl. lid ‘Deckel, Augenlid’, anord. hlið ‘Öffnung, Zwischenraum, Tür, Tor’ stehen ablautend zu einem untergegangenen starken germ. Verb, belegt durch afries. hlīdia ‘bedecken’, asächs. bihlīdan ‘einschließen, decken’, ahlīdan, anthlīdan ‘sich öffnen, erschließen’, aengl. behlīdan ‘bedecken, schließen’. Weitere Herkunft ist ungewiß. Vielleicht mit got. hleiþra ‘Hütte, Zelt’, griech. klisía (κλισία) ‘Pfahlhütte, Baracke, Lehnsessel, Ruhebett’, mir. clīath ‘Geflecht, Hürde’, clethar ‘Stütze’ zu dem unter ↗lehnen (s. d.) angeführten ie. *k̑lei- ‘neigen, lehnen’, wozu mit nichtpalatalem Anlaut wohl auch aslaw. klětь ‘Kammer, Zelle, Behausung’, russ. klet’ (клеть) ‘Vorratskammer, Speicher’. Oder besser mit ↗hehlen, ↗Helm, ↗Hülse (s. d.) zur Wurzel ie. *k̑el- ‘bergen, verhüllen’?

Thesaurus

Synonymgruppe
Augenlid · Lid  ●  ↗Augendeckel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augapfel Augenbewegung Braue Innenseite Mundwinkel Pupille Tränensack Wimper Zucken blinzeln flackern flattern flatternd gerötet geschlossen geschminkt geschwollen gesenkt geöffnet halbgeschlossen halbgesenkt hervorquellen hängend müd niedergeschlagen röten zitternd zucken zuckend zusammengekniffen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lid‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht war er noch da, irgendwo hinter ihren geschlossenen Lidern.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 446
Da geht es dann um die spezielle Haltung, um die Stellung von Augen, Lidern, Nase, Ohren;
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2002
Die Lider flatterten, und Anne versuchte, die Augen zu öffnen.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 39
Bei 10000 Meter fallen ihm die Lider schwer über die Augen.
Die Zeit, 20.03.1959, Nr. 12
Gehorsam schließt sie die Lider und streckt ihm die Hand entgegen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 63
Zitationshilfe
„Lid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lid>, abgerufen am 07.12.2019.

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