Liebe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Liebe · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Lie-be
Wortbildung  mit ›Liebe‹ als Erstglied: ↗Liebesabenteuer · ↗Liebesaffäre · ↗Liebesapfel · ↗Liebesband · ↗Liebesbann · ↗Liebesbedürfnis · ↗Liebesbeteuerung · ↗Liebesbeweis · ↗Liebesbeziehung · ↗Liebesblick · ↗Liebesbote · ↗Liebesbrief · ↗Liebesdame · ↗Liebesdichtung · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesdienst · ↗Liebesdinge · ↗Liebesempfinden · ↗Liebesentzug · ↗Liebeserklärung · ↗Liebeserlebnis · ↗Liebesfilm · ↗Liebesgabe · ↗Liebesgedicht · ↗Liebesgelüst · ↗Liebesgelüste · ↗Liebesgeschichte · ↗Liebesgeständnis · ↗Liebesglück · ↗Liebesgott · ↗Liebesgöttin · ↗Liebesheirat · ↗Liebeskiller · ↗Liebesknochen · ↗Liebeskummer · ↗Liebeslager · ↗Liebesleben · ↗Liebesleid · ↗Liebesleute · ↗Liebeslied · ↗Liebeslust · ↗Liebeslyrik · ↗Liebesmahl · ↗Liebesmädchen · ↗Liebesmüh · ↗Liebesobjekt · ↗Liebespaar · ↗Liebesperle · ↗Liebespärchen · ↗Liebesqual · ↗Liebesritual · ↗Liebesroman · ↗Liebesromanze · ↗Liebesschmerz · ↗Liebesspiel · ↗Liebesszene · ↗Liebestollheit · ↗Liebestrank · ↗Liebestätigkeit · ↗Liebestöter · ↗Liebesverhältnis · ↗Liebeswerben · ↗Liebeswerbung · ↗Liebeswerk · ↗Liebeszauber · ↗liebebedürftig · ↗liebedienern · ↗liebeglühend · ↗liebeleer · ↗liebesfähig · ↗liebeshungrig · ↗liebeskrank · ↗liebestoll · ↗liebesunfähig · ↗liebevoll · ↗liebreich
 ·  mit ›Liebe‹ als Letztglied: ↗Affenliebe · ↗Bruderliebe · ↗Eigenliebe · ↗Elternliebe · ↗Feindesliebe · ↗Fernstenliebe · ↗Freiheitsliebe · ↗Friedensliebe · ↗Gattenliebe · ↗Gegenliebe · ↗Gerechtigkeitsliebe · ↗Gottesliebe · ↗Hassliebe · ↗Heimatliebe · ↗Jugendliebe · ↗Kindesliebe · ↗Knabenliebe · ↗Kunstliebe · ↗Menschenliebe · ↗Musikliebe · ↗Mutterliebe · ↗Naturliebe · ↗Nächstenliebe · ↗Ordnungsliebe · ↗Prachtliebe · ↗Prunkliebe · ↗Schwesterliebe · ↗Studentenliebe · ↗Tierliebe · ↗Vaterlandsliebe · ↗Vorliebe · ↗Wahrheitsliebe
 ·  formal verwandt mit: ↗zuliebe
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
starkes Gefühl der Zuneigung
a)
für eine Person
Beispiele:
Liebe auf den ersten Blick
die Liebe macht blind
umgangssprachlich, scherzhaftwo die Liebe hinfällt (= drückt Verwunderung darüber aus, dass jmd. sich gerade in solch einen Partner verliebt hat)
mütterliche, brüderliche, elterliche, kindliche, eheliche, geschlechtliche Liebe
innige, zärtliche Liebe
eine stille, heimliche, (un)glückliche, treue Liebe
reine, keusche, platonische Liebe
sinnliche, sündige, käufliche Liebe
die freie Liebe
die Liebe ist in ihm erwacht
seine Liebe zu ihr erstarb, ist erkaltet, erloschen
gehobendie Bande der Liebe
verhüllendder Junge ist ein Kind der Liebe (= uneheliches Kind)
jmds. Liebe erwecken, gewinnen
er gestand, beteuerte, verbarg dem Mädchen seine Liebe
gehobener erklärte, bekannte verbarg dem Mädchen seine Liebe
sie erwiderte, verschmähte seine Liebe
zu jmdm., für jmdn. Liebe empfinden, fühlen
gehobenzu jmdm., für jmdn. Liebe hegen
jmdm. seine Liebe zeigen, beweisen, die alte Liebe bewahren
er hat die Liebe genossen
gehobener hat in seinem Leben nicht viel Liebe erfahren
die Liebe der Eltern zu den Kindern, des Mannes zu seiner Frau
die Liebe zu seiner Familie gab dem Mann immer wieder Kraft
die Liebe des Vaters half ihr über vieles hinweg
sprichwörtlichalte Liebe rostet nicht
scherzhaft, sprichwörtlichdie Liebe geht durch den Magen (= die Sympathie des Mannes zu einer Frau wird durch gutes Essen, das sie ihm vorsetzt, bestimmt)
O daß sie ewig grünen bliebe, / Die schöne Zeit der jungen Liebe! [SchillerGlocke]
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »an«
Beispiel:
Mein Leben ist arm an Liebe gewesen [HesseNarziß5,316]
Grammatik: in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
er hat sie aus Liebe geheiratet
der jeden Fehltritt entschuldigt, wenn er aus Liebe geschehen ist [St. ZweigBalzac133]
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
mit abgöttischer, grenzenloser Liebe an jmdm. hängen
umgangssprachlich(es ist) wenig, aber mit Liebe (= wird gesagt, wenn man ein zwar kleines, aber von Herzen gern gegebenes Geschenkes überreicht)
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
jmd. ist in Liebe (zu jmdm.) entbrannt
er hat Glück in der Liebe (= er hat Erfolg in der L.)
diese zwei jungen Menschen ... die sich in Liebe gefunden haben [BrechtDreigroschenroman437]
Grammatik: in Verbindung mit »von«
Beispiel:
umgangssprachlich, scherzhaftdie beiden leben von der Liebe (= die beiden brauchen vor lauter Glückseligkeit nichts zu essen)
Grammatik: in Verbindung mit »vor«
Beispiel:
saloppjmdn. vor Liebe fressen wollen (= jmdn. sehr gern haben)
übertragen
Beispiele:
das ist noch nicht die wahre Liebe (= so geht es noch nicht, gefällt es mir noch nicht)
scherzhaftdas tut der Liebe keinen Abbruch (= das schadet nichts)
b)
für eine Sache, Idee
Beispiele:
die Liebe zum Leben, Frieden, zur Freiheit, Wahrheit, Gerechtigkeit
seine Liebe zur Natur, Kunst, Musik
seine ganze Liebe gehört dem Sport
Lust und Liebe zu etw. haben
umgangssprachlichdas Essen war mit viel Liebe (= Sorgfalt, innerer Anteilnahme) gekocht
Lust und Liebe sind die Fittiche / Zu großen Taten [GoetheIphigenieII 1]
2.
Barmherzigkeit, Mildtätigkeit
Beispiele:
die göttliche Liebe
eine Tat christlicher Liebe
Werke der Liebe tun
jmdn. mit hingebender, ausdauernder Liebe betreuen, pflegen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichetw. mit dem Mantel der Liebe zudecken (= über etw. Unangenehmes nachsichtig schweigen)
3.
umgangssprachlich Gefälligkeit, Freundlichkeit
Beispiele:
tu mir die Liebe und rauche nicht mehr
jmdm. eine Liebe erweisen
bei aller Liebe (= bei allem Entgegenkommen) kann ich dir den Wunsch nicht erfüllen
sprichwörtlicheine Liebe ist der anderen wert
4.
umgangssprachlich Person, der jmds. starkes Gefühl der Zuneigung zuteilwird
Beispiele:
sie ist seine erste, große Liebe
»Mach dir keine Sorgen«, sagte ich und strich meiner alten Liebe die Sorgenfalten ... aus dem Gesicht [HartungWunderkinder195]
5.
brennende Liebe

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lieb · Lieb · Liebchen · Liebe · lieben · verlieben · Verliebtheit · liebeln · lieblich · Liebling · Liebschaft · liebenswert · liebenswürdig · Liebeserklärung · Liebhaber · Liebhaberei · lieblos · Liebreiz · liebreizend
lieb Adj. ‘geliebt, wert, herzlich, liebenswert, freundlich, angenehm, artig’, ahd. liob (um 800), mhd. liep, asächs. liof, mnd. lēf, mnl. nl. lief, aengl. lēof, engl. (älter) lief, anord. ljūfr, schwed. ljuv, got. liufs (germ. *leuba-) führt mit den verwandten (ablautenden) Verben ↗erlauben, ↗glauben, ↗loben (s. d.) und mit aind. lúbhyati ‘ist gierig, empfindet Verlangen’, lōbha- ‘Gier, Habsucht’, lubdha- ‘gierig, habsüchtig’, lat. libēre ‘belieben, gefällig sein’, libēns, lubēns ‘willig, gern’, libīdo, lubīdo ‘Lust, Begierde’, lit. liaupsẽ ‘Lob(lied)’, liáupsinti ‘loben, lobpreisen, verherrlichen’, aslaw. l’ubъ ‘lieb, wert’, russ. (umgangssprachlich) ljúbo (любо) ‘lieb, angenehm, geliebt, freundlich’, aslaw. l’ubiti, russ. ljubít’ (любить) ‘lieben, mögen’, aslaw. l’uby, russ. ljubóv’ (любовь) ‘Liebe’ auf eine Wurzel ie. *leubh- ‘gern haben, begehren, lieb’, auch ‘gutheißen, loben’ und (im Germ.) ‘Zutrauen, Vertrauen, Glaube’. lieb hat im älteren Sprachgebrauch die allgemeinere Bedeutung ‘angenehm, erfreulich’, vgl. noch heute es ist mir lieb. Lieb n. heute nur noch dichterisch für ‘Geliebte(r)’, besonders in der Fügung mein Lieb, ahd. liob n. (9. Jh.), mhd. liep ‘das Liebe, Angenehme, Erfreuliche, Freude, Geliebte(r)’, Substantivierung des Adjektivs; dazu das Deminutivum Liebchen n. ‘Liebste, Geliebte, Schatz’ (15. Jh. liebchin). Liebe f. ‘starkes Gefühl der Zuneigung, Barmherzigkeit, Mildtätigkeit’, auch als Objekt der Zuneigung ‘geliebte Person’, ahd. liubī (9. Jh.), lioba (11. Jh.), mhd. liebe ‘das Wohlgefallen, das man über oder durch etw. empfindet, das Liebsein, Freude, das Liebhaben, Freundlichkeit, Gunst’, dann (15./16. Jh.) in den heutigen Sinn übergehend, älteres, anstößig gewordenes ↗Minne (s. d.) verdrängend. Abstraktbildung zum Adjektiv. lieben Vb. ‘ein starkes Gefühl der Zuneigung empfinden, gern haben’, ahd. liobōn (8. Jh.), liuben (9. Jh.) ‘angenehm, lieb machen oder sein, empfehlen, begehren, wohltun’, mhd. lieben ‘angenehm, lieb machen, sein oder werden, gefallen, Freundlichkeit erweisen’; in heutiger Bedeutung seit dem 16. Jh. üblich, zuvor dafür mhd. liep haben, älteres ↗minnen (s. d.) verdrängend. verlieben Vb. reflexiv ‘von Liebe ergriffen werden, in Liebe entbrennen, liebgewinnen’ (2. Hälfte 16. Jh.), anfangs transitiv ‘als angenehm anstreben, belieben’ (16. Jh.); Verliebtheit f. (19. Jh.). liebeln Vb. ‘mit der Liebe spielen, flirten’ (18. Jh.), zuvor ‘seine Liebe bezeugen, liebkosen, schmeicheln’ (16. Jh.); Iterativum zu lieben. lieblich Adj. ‘anmutig, reizvoll, entzückend, hübsch und zart, heiter und freundlich’, ahd. liublīh (8. Jh.), mhd. lieplich ‘freundlich, angenehm’; vgl. ahd. liublīhho Adv. ‘freundlich, zärtlich’ (9. Jh.). Liebling m. ‘Geliebte(r), vor allen geliebte, bevorzugte, begünstigte Person’ (17. Jh.), anfangs im Sinne von ‘Günstling’ (eines Fürsten). Liebschaft f. ‘Liebesverhältnis’, mhd. liebeschaft, liepschaft. liebenswert Adj. ‘von gewinnender Art, sympathisch’ (17. Jh.). liebenswürdig Adj. ‘freundlich, höflich, zuvorkommend’ (18. Jh.), zuvor Liebens würdig (Opitz), vermutlich Wiedergabe von nl. liefwaardig. Liebeserklärung f. ‘Geständnis der Liebe’ (18. Jh.). Liebhaber m. ‘Mann, der mit einer Frau ein Liebesverhältnis hat, Geliebter einer Frau’ (oft abschätzig), auch ‘Mann, der eine Frau liebt und sich um sie bewirbt, wer für etw. eine Vorliebe hat, Amateur’, mhd. liephaber ‘Liebender, Freund, Anhänger’, gebildet zu mhd. liep haben; Liebhaberei f. ‘aus Neigung, Freude an der Sache ausgeübte Tätigkeit, Steckenpferd’ (Adelung 1777). lieblos Adj. ‘unfreundlich, herzlos’, mhd. liebelōs ‘ohne Liebe, freudlos’. Liebreiz m. ‘Anmut, reizendes Aussehen, bezauberndes Wesen, Grazie, Charme’, liebreizend Adj. (beide 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(starke) Zuneigung · Liebe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • (sich) auf Anhieb in jemanden verlieben · (sich) auf den ersten Blick in jemanden verlieben · ↗Liebe auf den ersten Blick · von etwas auf den ersten Blick begeistert sein  ●  der Funke springt zwischen ihnen über  ugs. · es hat bei ihnen gefunkt  ugs. · es hat zwischen ihnen gefunkt  ugs.
  • Polyamorie  ●  Polyamory  engl.
Assoziationen
Antonyme
  • Liebe
Synonymgruppe
Hingabe · ↗Leidenschaft · Liebe

Typische Verbindungen zu ›Liebe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liebe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Liebe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit ihr war auch die Erfüllung seiner Liebe zu einer verheirateten Frau verbunden.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 96
Am vierten Tag hatte er ihr nachts, in seinem Auto vor der Pension, seine absolute Liebe gestanden.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 303
Zugleich hat die Liebe dafür gesorgt, daß die Erwartungen aneinander so unrealistisch hoch sind, daß sie auf jeden Fall enttäuscht werden müssen.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 294
Er wendet sich wieder seiner alten Liebe zu, der Musik.
Die Zeit, 06.12.1996, Nr. 50
Es ist nicht wahr, wenn Du denkst, ich hätte Kurt eine größere Liebe entgegengebracht als Dir.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 08.06.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Liebe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Liebe>, abgerufen am 09.08.2020.

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