Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Liebling, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Lieblings · Nominativ Plural: Lieblinge
Aussprache 
Worttrennung Lieb-ling
Wortzerlegung lieben -ling
eWDG

Bedeutung

jmd., der jmds. besondere Zuneigung hat
a)
von jmdm. bevorzugte, begünstigte Person
Beispiele:
das Töchterchen ist der Liebling des Vaters, der Familie
diese Schauspielerin ist der erklärte Liebling des Publikums
er ist ein Liebling der Frauen, war immer ein Liebling des Glücks, der Götter (= hatte es immer leicht im Leben)
abwertendder Lehrer hatte unter den Schülern seine Lieblinge
Der schöne Herzog war ein Liebling (= Günstling) des Königs [ SchnitzlerGrüner Kakadu122]
b)
vertraulich geliebter Mensch
Beispiel:
die Mutter sorgte sich sehr um ihren kleinen kranken Liebling (= geliebtes Kind)
Anrede
Beispiele:
komm, Liebling, lass uns gehen!
auf Wiedersehen, mein Liebling
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lieb · Lieb · Liebchen · Liebe · lieben · verlieben · Verliebtheit · liebeln · lieblich · Liebling · Liebschaft · liebenswert · liebenswürdig · Liebeserklärung · Liebhaber · Liebhaberei · lieblos · Liebreiz · liebreizend
lieb Adj. ‘geliebt, wert, herzlich, liebenswert, freundlich, angenehm, artig’, ahd. liob (um 800), mhd. liep, asächs. liof, mnd. lēf, mnl. nl. lief, aengl. lēof, engl. (älter) lief, anord. ljūfr, schwed. ljuv, got. liufs (germ. *leuba-) führt mit den verwandten (ablautenden) Verben erlauben, glauben, loben (s. d.) und mit aind. lúbhyati ‘ist gierig, empfindet Verlangen’, lōbha- ‘Gier, Habsucht’, lubdha- ‘gierig, habsüchtig’, lat. libēre ‘belieben, gefällig sein’, libēns, lubēns ‘willig, gern’, libīdo, lubīdo ‘Lust, Begierde’, lit. liaupsẽ ‘Lob(lied)’, liáupsinti ‘loben, lobpreisen, verherrlichen’, aslaw. l’ubъ ‘lieb, wert’, russ. (umgangssprachlich) ljúbo (любо) ‘lieb, angenehm, geliebt, freundlich’, aslaw. l’ubiti, russ. ljubít’ (любить) ‘lieben, mögen’, aslaw. l’uby, russ. ljubóv’ (любовь) ‘Liebe’ auf eine Wurzel ie. *leubh- ‘gern haben, begehren, lieb’, auch ‘gutheißen, loben’ und (im Germ.) ‘Zutrauen, Vertrauen, Glaube’. lieb hat im älteren Sprachgebrauch die allgemeinere Bedeutung ‘angenehm, erfreulich’, vgl. noch heute es ist mir lieb. – Lieb n. heute nur noch dichterisch für ‘Geliebte(r)’, besonders in der Fügung mein Lieb, ahd. liob n. (9. Jh.), mhd. liep ‘das Liebe, Angenehme, Erfreuliche, Freude, Geliebte(r)’, Substantivierung des Adjektivs; dazu das Deminutivum Liebchen n. ‘Liebste, Geliebte, Schatz’ (15. Jh. liebchin). Liebe f. ‘starkes Gefühl der Zuneigung, Barmherzigkeit, Mildtätigkeit’, auch als Objekt der Zuneigung ‘geliebte Person’, ahd. liubī (9. Jh.), lioba (11. Jh.), mhd. liebe ‘das Wohlgefallen, das man über oder durch etw. empfindet, das Liebsein, Freude, das Liebhaben, Freundlichkeit, Gunst’, dann (15./16. Jh.) in den heutigen Sinn übergehend, älteres, anstößig gewordenes Minne (s. d.) verdrängend. Abstraktbildung zum Adjektiv. lieben Vb. ‘ein starkes Gefühl der Zuneigung empfinden, gern haben’, ahd. liobōn (8. Jh.), liuben (9. Jh.) ‘angenehm, lieb machen oder sein, empfehlen, begehren, wohltun’, mhd. lieben ‘angenehm, lieb machen, sein oder werden, gefallen, Freundlichkeit erweisen’; in heutiger Bedeutung seit dem 16. Jh. üblich, zuvor dafür mhd. liep haben, älteres minnen (s. d.) verdrängend. verlieben Vb. reflexiv ‘von Liebe ergriffen werden, in Liebe entbrennen, liebgewinnen’ (2. Hälfte 16. Jh.), anfangs transitiv ‘als angenehm anstreben, belieben’ (16. Jh.); Verliebtheit f. (19. Jh.). liebeln Vb. ‘mit der Liebe spielen, flirten’ (18. Jh.), zuvor ‘seine Liebe bezeugen, liebkosen, schmeicheln’ (16. Jh.); Iterativum zu lieben. lieblich Adj. ‘anmutig, reizvoll, entzückend, hübsch und zart, heiter und freundlich’, ahd. liublīh (8. Jh.), mhd. lieplich ‘freundlich, angenehm’; vgl. ahd. liublīhho Adv. ‘freundlich, zärtlich’ (9. Jh.). Liebling m. ‘Geliebte(r), vor allen geliebte, bevorzugte, begünstigte Person’ (17. Jh.), anfangs im Sinne von ‘Günstling’ (eines Fürsten). Liebschaft f. ‘Liebesverhältnis’, mhd. liebeschaft, liepschaft. liebenswert Adj. ‘von gewinnender Art, sympathisch’ (17. Jh.). liebenswürdig Adj. ‘freundlich, höflich, zuvorkommend’ (18. Jh.), zuvor Liebens würdig (Opitz), vermutlich Wiedergabe von nl. liefwaardig. Liebeserklärung f. ‘Geständnis der Liebe’ (18. Jh.). Liebhaber m. ‘Mann, der mit einer Frau ein Liebesverhältnis hat, Geliebter einer Frau’ (oft abschätzig), auch ‘Mann, der eine Frau liebt und sich um sie bewirbt, wer für etw. eine Vorliebe hat, Amateur’, mhd. liephaber ‘Liebender, Freund, Anhänger’, gebildet zu mhd. liep haben; Liebhaberei f. ‘aus Neigung, Freude an der Sache ausgeübte Tätigkeit, Steckenpferd’ (Adelung 1777). lieblos Adj. ‘unfreundlich, herzlos’, mhd. liebelōs ‘ohne Liebe, freudlos’. Liebreiz m. ‘Anmut, reizendes Aussehen, bezauberndes Wesen, Grazie, Charme’, liebreizend Adj. (beide 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Herzblatt · Liebste(r)  ●  Darling  engl. · Herzallerliebster  scherzhaft · Liebes  Anredeform · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · Augenstern  geh. · Babe  ugs., engl. · Baby  ugs., engl. · Beauty  ugs., engl. · Bienchen  ugs. · Bärchen  ugs. · Engel  ugs. · Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · Gummibärchen  ugs. · Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · Herzbube  ugs. · Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · Kätzchen  ugs. · Liebchen  ugs. · Liebesgöttin  ugs. · Liebesperle  ugs. · Liebling (Anrede)  ugs., Hauptform · Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · Mausi  ugs. · Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnecke  ugs. · Schnubbi  ugs. · Schnucke  ugs. · Schnuckel  ugs. · Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · Schöne  ugs. · Sonnenschein  ugs. · Spatz  ugs. · Spatzl  ugs., bairisch · Spätzchen  ugs. · Süße  ugs. · Süßes  ugs. · Zuckerpuppe  ugs. · Zuckerpüppchen  ugs. · Zuckerschnecke  ugs. · Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Favorit · Günstling · Liebling · Protegé · Schützling
Assoziationen
Synonymgruppe
Haustier · Heimtier · Schoßtier  ●  (tierischer) Liebling  ugs. · Knuddeltier  ugs. · Kuscheltier  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Liebling‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liebling‹.

Verwendungsbeispiele für ›Liebling‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leider werde ich mich von einigen deiner Lieblinge trennen müssen. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 292]
Eigentlich hätte es euch, unsere kleinen Lieblinge, nicht mehr geben dürfen. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 68]
Da, mein Liebling, sieh dir deinen Film an, rief sie ihm zu. [Die Zeit, 13.03.1970, Nr. 11]
Der österreichische Regisseur zählt zu den Lieblingen des europäischen Films. [Die Zeit, 27.11.2012 (online)]
Ohne daß sie es sich selbst gestand, war Iwan ihr Liebling. [Meysenbug, Malwida von: Zu spät. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1907], S. 3424]
Zitationshilfe
„Liebling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Liebling>.

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