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Liederkranz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Liederkranzes · Nominativ Plural: Liederkränze
Worttrennung Lie-der-kranz
Wortzerlegung Lied Kranz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kranz · Kaffeekränzchen · Liederkranz · kränzen
Kranz m. ‘reifenförmiges Ziergeflecht, ringförmiges Gebilde’, ahd. kranz ‘schmückende Kopfbinde, Krone’ (11. Jh.), mhd. kranz; aus dem Hd. stammt mnd. nl. krans, aus dem Mnd. anord. kranz, norw. schwed. dän. krans. Herkunft ungewiß. Vergleichbar sind vielleicht air. grinne (aus *grendni̯o-) ‘(Reisig)bündel’, lit. grandìs ‘Ring, Kettenglied, Armband’, apreuß. grandis ‘Grindelring am Pflug’, möglicherweise auch aind. grathnā́ti ‘windet, knüpft’, granthaḥ, granthíḥ ‘Knoten’, so daß von ie. *grend-, daneben (für das Aind.) von ie. *grenth-, nasalierten Dentalerweiterungen der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. krumm), ausgegangen werden kann. – Kaffeekränzchen n. ‘Kreis von Damen, deren jede reihum eine Kaffeegesellschaft abhält’ (Anfang 18. Jh.); zuvor krentzgen ‘geheime politische Gesellschaft’ (15. Jh.), Kränzchen ‘reihumgehende Gesellschaft’ (Ende 17. Jh.; vgl. Schmauskränzchen, 16. Jh.). Wohl hervorgegangen aus dem Brauch, den krönenden Siegerkranz bei Wettbewerben, Musik-, Schützenfesten dem Nachfolger zu übergeben mit der Verpflichtung, das nächste Fest zu gestalten (vgl. von ort zu ort einen kranz halten, um 1600). Liederkranz m. ‘Sammlung von (Volks)liedern’, auch ‘Gesangsverein’ (19. Jh.). kränzen Vb. ‘mit einem Kranz versehen’, ahd. krenzen ‘bekränzen’ (11. Jh.), mhd. krenzen ‘den Falken in einem Kreis herumtreiben’(?), frühnhd. krentzen ‘bekränzen’; häufiger seit dem 18. Jh.

Typische Verbindungen zu ›Liederkranz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Liederkranz‹.

Sänger Vorsitzende basler feiern frankfurter praunheimer regensburger schwanheimer stuttgarter

Verwendungsbeispiele für ›Liederkranz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei der Beerdigung des Vaters hatte er für den Liederkranz gesprochen. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 242]
So wechselvoll wie die Geschichte des 1847 gegründeten Liederkranzes ist auch die Geschichte deutscher Immigranten. [Die Zeit, 16.09.1983, Nr. 38]
Dem unvollständigen Quartett ist der Proletarier widerlich, doch die drei brauchen ihn, wollen sie den Liederkranz gewinnen. [Der Tagesspiegel, 08.02.2002]
Wenn Solal nach der Pause den Broadway Gershwins betritt, bändigt er die Fülle der Hits zu einem pausenlos durchgespielten Liederkranz. [Süddeutsche Zeitung, 05.04.1997]
Ihre wirtschaftliche Grundlage bildete der Überschuß aus den Einnahmen des vom »Liederkranz« veranstalteten ersten deutschen Sängerfestes. [Hummel, Walter: Mozart-Gesellschaften. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 40039]
Zitationshilfe
„Liederkranz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Liederkranz>.

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