Liederlichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Liederlichkeit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Lie-der-lich-keit
Wortzerlegung liederlich-keit
eWDG, 1969

Bedeutungen

a)
entsprechend der Bedeutung von liederlich (a)
Beispiel:
wegen ihrer Liederlichkeit wurde ihr gekündigt
b)
entsprechend der Bedeutung von liederlich (b)
Beispiel:
die gewerbsmäßige Liederlichkeit nahm aufdringliche und ausschweifende Formen an [Th. MannTod in Venedig9,526]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liederlich · Liederlichkeit · Liederjan
liederlich Adj. ‘unordentlich, leichtfertig, ausschweifend’, spätmhd. liederlich ‘leicht und zierlich in Wuchs und Bewegung’, frühnhd. ‘leicht, geringfügig, unwichtig’ (15. Jh.), ‘leichtfertig, ausschweifend’ (16. Jh.), etymologisierend (z. B. von Stieler) fälschlich mit Luder verbunden und oft lüderlich geschrieben; mnd. līderlīk ‘tragbar, annehmbar’, aengl. lȳþerlic ‘schlecht, gemein’, zu aengl. lȳþre ‘elend, schlecht, gemein’. Mit einer Ausgangsbedeutung ‘schlaff, schwach’ wohl verwandt mit ↗lottern, ↗schlottern, ↗Schleuder (s. d.) und wie diese auf eine Dentalerweiterung ie. *(s)leut-, *(s)lūt- der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’ (s. ↗schlummern) zurückzuführen. Liederlichkeit f. ‘Unachtsamkeit, Leichtsinn, zu große Freigebigkeit’ (15. Jh.). Liederjan m. auch Liedrian ‘liederlicher Mensch’ (Mitte 19. Jh., omd.), zu Jan, Kurzform von Johann. Dazu s. ↗Dummerjan, und ↗Grobian.

Verwendungsbeispiele für ›Liederlichkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schuld daran ist diese russische Liederlichkeit, die es bei uns schon immer gegeben hat.
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2000
Der Satz, die Zeit sei die vierte Dimension der Wirklichkeit (außer den drei Dimensionen des Raums), leidet an einer sprachlichen Liederlichkeit.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 34199
Die Freude an der Übersetzung wird getrübt durch eine gewisse philologische Liederlichkeit.
Die Zeit, 26.07.1963, Nr. 30
Das Paradoxon ist die Giftblüte des Quietismus, das Schillern des faulig gewordenen Geistes, die größte Liederlichkeit von allen!
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 274
Sie habe die führende Rolle in der Ehe und bestimme den Lebensstil der Familie durch ihre Nachlässigkeit und Liederlichkeit.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 88
Zitationshilfe
„Liederlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Liederlichkeit>, abgerufen am 04.06.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
liederlich
Liederkranz
Liederkomponist
Liederjan
Liederhandschrift
Liedermacher
Liedermacherin
Liederplatte
Liedersammlung
Liederschatz