Linde, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Linde · Nominativ Plural: Linden
Aussprache  [ˈlɪndə]
Worttrennung Lin-de
Wortbildung  mit ›Linde‹ als Erstglied: Lindenallee · Lindenbaum · Lindenblatt · Lindenblüte · Lindenholz · Lindenhonig · Lindenschwärmer
 ·  mit ›Linde‹ als Letztglied: Dorflinde · Sommerlinde · Winterlinde · Zimmerlinde
 ·  mit ›Linde‹ als Grundform: linden
eWDG

Bedeutung

Laubbaum mit weit ausladender Krone, herzförmigen Blättern und gelblichen, süß duftenden, nektarreichen Blüten, der ein hohes Alter erreichen kann und gern zur Anlage von Alleen angepflanzt wird
Beispiele:
eine Allee mit alten, mächtigen Linden
der Duft der blühenden Linden
die Linde auf dem Dorfplatz ist fast 1 000 Jahre alt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

linde · lind · gelind(e) · lindern · Linderung
linde lind Adj. ‘der Empfindung wohltuend, mild, sanft, weich’, ahd. lind(i) (8. Jh.), mhd. linde, lint, mnd. linde, mit n-Ausfall und Vokaldehnung asächs. līði, aengl. līþe, engl. lithe ‘biegsam, geschmeidig’ führen mit aind. latā (aus *lṇtā) ‘Schlingpflanze, -gewächs’, lat. lentus ‘biegsam, träge, langsam, geduldig’, kymr. llathr ‘glatt, glänzend’ auf ie. *lent- ‘biegsam, nachgebend’. S. Linde, Lindwurm. gelind(e) Adj. ‘mild, sanft, weich, lieblich, leicht’, verstärktes lind(e), mhd. gelinde. lindern Vb. ‘mildern, erleichtern, besänftigen’ (15. Jh.); dazu Linderung f. (16. Jh.).

Linde · Lindenbaum · Lindenblatt
Linde f. Laubbaum, ahd. linta (9. Jh.), mhd. linde, linte, mnd. linde, mnl. linde, lende, nl. linde, asächs. lindia, aengl. lind(e) (auch ‘Schild’), engl. linden ‘Linde’, anord. lind ‘Linde, Schild, Speer (aus Lindenholz)’, schwed. lind. Dazu vgl. auch nhd. (mundartlich) Lind ‘Bast’, mnd. lint ‘flaches Band’, anord. lindi ‘Gürtel (aus Lindenbast)’. Außergerm. sind verwandt lit. lentà ‘Brett, Tafel, Platte’ (wohl aus Lindenholz), russ. (landschaftlich) lut, lut’ (лут, луть) ‘Bast, Lindenrinde’, (älter) lut’ë (лутьё) ‘zum Abschälen tauglicher junger Lindenwald’, poln. (landschaftlich) lęt ‘Gerte’. Geht man davon aus, daß die Linde nach ihrem weichen Holz oder biegsamen Bast (früher von Lindenästen und -stämmen als Bindematerial gewonnen) benannt ist, kann der Name mit lind (s. d.) verbunden und an ie. *lent- ‘biegsam, nachgebend’ angeschlossen werden. S. auch wahrscheinlich mit Linde verwandtes Geländer. Lindenbaum m. (16. Jh.). Lindenblatt n. mhd. lindenblat.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Dorflinde · Gerichtsbaum · Gerichtslinde · Lindenbaum · Tanzlinde  ●  Linde  Hauptform · Tilia  fachspr., botanisch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Linde‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Linde‹.

Verwendungsbeispiele für ›Linde‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Linden wiederum sorgen aber auch dafür, dass die parkenden Autos stets mit einem klebrigen Film überzogen sind. [Süddeutsche Zeitung, 17.10.2000]
Es ist, als fällte Kurt eine Linde nach der anderen. [Die Zeit, 02.10.1992, Nr. 41]
Am Fuß der Linde blieb der untersetzte Mann kurz stehen. [Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 112]
An der Linde vorbei, offenbar nicht besetzt, aber auch kein Zeichen von Bewirtschaftung. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 358]
Unter der mit goldenen Blättern geschmückten Linde steht eine Wiege. [Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 167]
Zitationshilfe
„Linde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Linde>.

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