Lindenbaum, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Lin-den-baum
Wortzerlegung LindeBaum
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben Linde
Beispiel:
Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum [SchubertWinterreise]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Linde · Lindenbaum · Lindenblatt
Linde f. Laubbaum, ahd. linta (9. Jh.), mhd. linde, linte, mnd. linde, mnl. linde, lende, nl. linde, asächs. lindia, aengl. lind(e) (auch ‘Schild’), engl. linden ‘Linde’, anord. lind ‘Linde, Schild, Speer (aus Lindenholz)’, schwed. lind. Dazu vgl. auch nhd. (mundartlich) Lind ‘Bast’, mnd. lint ‘flaches Band’, anord. lindi ‘Gürtel (aus Lindenbast)’. Außergerm. sind verwandt lit. lentà ‘Brett, Tafel, Platte’ (wohl aus Lindenholz), russ. (landschaftlich) lut, lut’ (лут, луть) ‘Bast, Lindenrinde’, (älter) lut’ë (лутьё) ‘zum Abschälen tauglicher junger Lindenwald’, poln. (landschaftlich) lęt ‘Gerte’. Geht man davon aus, daß die Linde nach ihrem weichen Holz oder biegsamen Bast (früher von Lindenästen und -stämmen als Bindematerial gewonnen) benannt ist, kann der Name mit ↗lind (s. d.) verbunden und an ie. *lent- ‘biegsam, nachgebend’ angeschlossen werden. S. auch wahrscheinlich mit ↗Linde verwandtes ↗Geländer. Lindenbaum m. (16. Jh.). Lindenblatt n. mhd. lindenblat.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Dorflinde · Gerichtsbaum · Gerichtslinde · Lindenbaum · Tanzlinde  ●  Linde  Hauptform · Tilia  fachspr., botanisch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Lindenbaum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lindenbaum‹.

Verwendungsbeispiele für ›Lindenbaum‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht nur am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum.
Die Welt, 05.08.2000
Die Bürgersteige würden vergrößert und die Lindenbäume müssten raus, um dann wieder eingesetzt zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 09.01.2002
Seit 20 Jahren wachsen die Lindenbäume wieder in vier Reihen.
o. A. [hll.]: Unter den Linden. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1984]
Wer den Bürgermeister zu sprechen wünscht, wählt den Eingang unterm Lindenbaum.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 320
Die welkenden Blätter der Lindenbäume, die Paasch beschirmten, waren feucht.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 52
Zitationshilfe
„Lindenbaum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lindenbaum>, abgerufen am 14.07.2020.

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