Lineage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lineage · Nominativ Plural: Lineages
Aussprache [ˈlɪnɪdʒ]
Worttrennung Li-neage
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Ethnologie soziale Einheit ethnischer Gruppen oder indigener Völker, deren Angehörige entweder von einem gemeinsamen väterlichen oder von einem gemeinsamen mütterlichen Vorfahren abstammen; große Gruppe lebender Menschen, die blutsverwandt sind, zu einer Abstammungslinie gehören und meist in einer Siedlungsgruppe gemeinsam leben und wirtschaften
Beispiele:
Wie sich diese Lineages oder Abstammungsgruppen aufbauen, hängt davon ab, nach welchen Prinzipien Abstammungslinien konstruiert werden. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns – Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 235]
Lineage ([…] englisch: »Gruppe einer Abstammungslinie«) oder einlinige Abstammungsgruppe bezeichnet in der Ethnologie […] eine große Familiengruppe, deren Angehörige ihre gemeinsame Abstammung von einer Stammmutter oder einem Stammvater herleiten, in einliniger Abfolge entweder über die Mütterlinie (Matri‑Lineage) oder über die Väterlinie (Patri‑Lineage). [de.wikipedia.org, 19.10.2018, aufgerufen am 22.05.2019]
Als sie [Mitglieder einer aristokratischen Familie] im 12. Jahrhundert die Bühne der Geschichte betraten, brachten sie allerdings einen Geburtsmakel mit sich, denn es gelang ihnen nie so recht, ihre Abkunft von erlesenen Ahnen zu verdeutlichen. Versuche, die eigene Lineage etwa von Karl dem Großen abzuleiten, streiften stets das Lächerliche. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.1994]
Personale Identität bildet sich aus der Auseinandersetzung mit der lebenslangen Zugehörigkeit zur Abstammungsgruppe einerseits und einem Altersklassenverband andererseits. […] Die gemeinsam durchlaufene Initiation und die anschließende sechsjährige Lehrzeit schaffen persönl. Beziehungen zwischen Angehörigen der verschiedenen Lineages und beugen einem Auseinanderfallen der dörfl. Gesellschaft vor. [o. A.: Lexikon der Kunst – S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 31237. Zitiert nach: o. A.: Lexikon der Kunst – S. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Bd. 6: R – Stad, Leipzig: Seemann 1994.]
Während Murdock die compromise kin group Klan nennt, bezeichnen Thurnwald und englische Autoren die politisch geeinte Verwandtschaftsgruppe als Klan, andere als S. [Stamm], lineage und segment. Außerdem sind zu unterscheiden kontinuierliche Gruppen, die zwar aussterben oder sich teilen, aber auch ewig bestehen können, und endliche Gruppen, die sich mit oder bald nach dem Tode der ältesten Generation auflösen. S. [Stamm] und Klan sind ewige, die verschiedenen Familientypen endliche Gruppen. [Müller, E. W.: Stamm und Sippe. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 31006. Zitiert nach: Müller, E. W.: Stamm und Sippe. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. 6, Tübingen: Mohr 1962.]
Pygmäen vergessen schnell. In sesshaften Gesellschaften, bei Ackerbauern und Hirten, spielen Exogamie und Inzest eine größere Rolle. Sie leben in festen Verwandtschaftsgruppen, einer uns fremden Form. Englische Ethnologen sprechen von lineage. Diese Verwandtschaft ist einlinig in der Vater‑ oder Mutterfolge. Ein Kind hat also nur einen Großvater und eine Großmutter, entweder die Eltern des Vaters oder der Mutter. Diese Gruppen sind exogam. [Süddeutsche Zeitung, 16.04.2007] ungewöhnl. Schreibung
Zitationshilfe
„Lineage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lineage>, abgerufen am 05.06.2020.

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