Linke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Linken · Nominativ Plural: Linken
Aussprache
WorttrennungLin-ke
Wortbildung mit ›Linke‹ als Letztglied: ↗Halblinke
eWDG, 1969

Bedeutung

die linke Hand, Seite
Gegenwort zu Rechte1
Beispiele:
sie hielt das Buch in ihrer Linken
er ging an, zu ihrer Linken
zur Linken erhebt sich die Burg
Boxen er siegte vor allem durch seine schnelle Linke (= er siegte vor allem durch seine schnellen Schläge mit der linken Hand)
[er mischte die Karten] mit der Linken, eine Geschicklichkeit, die er […] endlich erworben hatte [J. RothRadetzkymarsch212]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

link · Linke · linkisch · links
link Adj. (nur attributiv, der linke, ein linker) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen die Seite des Herzens ist’, linke Seite (‘innere, untere Seite’) (von Stoffen, Wäschestücken), übertragen ‘ungeschickt, unbeholfen’, politisch ‘zur Linken gehörend’ (s. unten Linke), mhd. linc, lenc ‘link, linkisch, unwissend’, mnd. nl. link, dazu ahd. lenka ‘die Linke, linke Hand’ (8. Jh.). Herkunft ungewiß. Mit schwed. (mundartlich) slinka ‘lose hängen, schlottern’, (älter) linka ‘hinken, lahm gehen’, aind. laṅgaḥ ‘lahm’ zu ie. *(s)leng-, einer nasalierten Form der unter ↗Laken (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’? Oder im Sinne von ‘gebogen, schief’ (im Gegensatz zu ↗recht ‘gerade’, s. d.) verwandt mit ↗lenken, ↗Gelenk (s. d.)? Mhd. linc verdrängt ahd. winistar (8. Jh.), auch substantiviert ‘die Linke’, mhd. winster ‘link’, wozu asächs. winistar, aengl. winstre, afries. winstere, anord. vinstri, schwed. vänster, dän. venstre ‘link’. Dies gehört mit ahd. wini ‘Freund’ sowie ↗Wonne, ↗wohnen, ↗Wunsch, ↗gewinnen (s. d.) und aind. vā́maḥ ‘link’ (neben vāmáḥ ‘wert’) als Komparativbildung (ie. *u̯enistro-) im Sinne von ‘auf der günstigeren, besseren Seite’ (euphemistisch gebraucht, die wahre Überzeugung verdeckend) zur Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’. Linke f. ‘linke Hand’, ahd. lenka (s. oben), frühnhd. linke; seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppierung, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die den gesellschaftlichen Fortschritt vertritt oder zu vertreten für sich in Anspruch nimmt’, im Anschluß an frz. la gauche ‘die Linke’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die fortschrittlichen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen links innehatten. linkisch Adj. ‘unbeholfen, ungeschickt’ (15. Jh., linkesch, linkes, linkiß). links Adv. ‘auf der linken Seite’ (15. Jh.), ‘politisch zur Linken gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bündnis Fraktion Grüne Konservative Liberale Partei Radikale Realo Rechte Sozialist Wahlsieg Wortführer demokratisch extrem gemäßigt intellektuell italienisch jugoslawisch militant parlamentarisch postkommunistisch radikal revolutionär sozialistisch undogmatisch vereinigt vereint westdeutsch äußer äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Linke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier habe Rot-Grün gute Chancen auf jeweils eine eigene Mehrheit, ohne die Linke.
Die Zeit, 12.06.2012, Nr. 13
Die Linke hältst du schützend über deine Augen gebreitet, ihre Härte blendet dich so, mit der Rechten versuchst du, dich irgendwo abzustützen.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 63
Die historisch abgelebte Linke meldet sich zurück, aber nur um sich aus dieser Welt zu verabschieden.
konkret, 1997
Nicht zuletzt die männerdominierte Linke war schuld an ihrem Scheitern.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 231
Die nationalistische Rechte haßte es, die marxistische Linke ignorierte es.
Haffner, Sebastian: Geschichte eines Deutschen, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1939], S. 203
Zitationshilfe
„Linke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Linke#1>, abgerufen am 14.10.2019.

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Linke, die oder der

GrammatikSubstantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Linken · Nominativ Plural: Linke(n)
Mit Pluralendung -n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Linken, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einige Linke.
WorttrennungLin-ke
DWDS-Vollartikel, 2012

Bedeutungen

1.
Mitglied einer politisch links stehenden Gruppierung, Partei
Beispiele:
er ist ein bekennender Linker
Meiner Frau schrieb ich […] Schraps und ich bildeten die äußerste Linke und wir säßen dementsprechend [BebelAus meinem Leben345]
2.
fem., -n, Pl. -n
Gesamtheit der politisch links stehenden Gruppierungen
Beispiel:
die extreme, gemäßigte Linke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

link · Linke · linkisch · links
link Adj. (nur attributiv, der linke, ein linker) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen die Seite des Herzens ist’, linke Seite (‘innere, untere Seite’) (von Stoffen, Wäschestücken), übertragen ‘ungeschickt, unbeholfen’, politisch ‘zur Linken gehörend’ (s. unten Linke), mhd. linc, lenc ‘link, linkisch, unwissend’, mnd. nl. link, dazu ahd. lenka ‘die Linke, linke Hand’ (8. Jh.). Herkunft ungewiß. Mit schwed. (mundartlich) slinka ‘lose hängen, schlottern’, (älter) linka ‘hinken, lahm gehen’, aind. laṅgaḥ ‘lahm’ zu ie. *(s)leng-, einer nasalierten Form der unter ↗Laken (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’? Oder im Sinne von ‘gebogen, schief’ (im Gegensatz zu ↗recht ‘gerade’, s. d.) verwandt mit ↗lenken, ↗Gelenk (s. d.)? Mhd. linc verdrängt ahd. winistar (8. Jh.), auch substantiviert ‘die Linke’, mhd. winster ‘link’, wozu asächs. winistar, aengl. winstre, afries. winstere, anord. vinstri, schwed. vänster, dän. venstre ‘link’. Dies gehört mit ahd. wini ‘Freund’ sowie ↗Wonne, ↗wohnen, ↗Wunsch, ↗gewinnen (s. d.) und aind. vā́maḥ ‘link’ (neben vāmáḥ ‘wert’) als Komparativbildung (ie. *u̯enistro-) im Sinne von ‘auf der günstigeren, besseren Seite’ (euphemistisch gebraucht, die wahre Überzeugung verdeckend) zur Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’. Linke f. ‘linke Hand’, ahd. lenka (s. oben), frühnhd. linke; seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppierung, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die den gesellschaftlichen Fortschritt vertritt oder zu vertreten für sich in Anspruch nimmt’, im Anschluß an frz. la gauche ‘die Linke’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die fortschrittlichen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen links innehatten. linkisch Adj. ‘unbeholfen, ungeschickt’ (15. Jh., linkesch, linkes, linkiß). links Adv. ‘auf der linken Seite’ (15. Jh.), ‘politisch zur Linken gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bündnis Fraktion Grüne Konservative Liberale Partei Radikale Realo Rechte Sozialist Wahlsieg Wortführer demokratisch extrem gemäßigt intellektuell italienisch jugoslawisch militant parlamentarisch postkommunistisch radikal revolutionär sozialistisch undogmatisch vereinigt vereint westdeutsch äußer äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Linke‹.

Zitationshilfe
„Linke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Linke#2>, abgerufen am 14.10.2019.

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