Linse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Linse · Nominativ Plural: Linsen
Aussprache
WorttrennungLin-se (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Linse‹ als Erstglied: ↗Linseneintopf · ↗Linsenfernrohr · ↗Linsengericht · ↗Linsensuppe · ↗Linsenteleskop · ↗Linsentrübung · ↗linsenförmig
 ·  mit ›Linse‹ als Letztglied: ↗Brennlinse · ↗Gravitationslinse · ↗Gummilinse · ↗Konkavlinse · ↗Kontaktlinse · ↗Konvexlinse · ↗Kristall-Linse · ↗Kristalllinse · ↗Objektivlinse · ↗Sammellinse · ↗Schokolinse · ↗Zerstreuungslinse
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
in mäßig trockenem Klima wachsende, krautige Pflanze aus der Familie der Schmetterlingsblütler, deren gelbbraune, flache, kreisrunde und in kurzen, breiten Hülsen sitzende Samen als Nahrungsmittel verwendet werden
Beispiel:
die Linse wird in den Mittelmeerländern angebaut, hat in Trauben vereinte Blüten
2.
Samen von 1
Beispiele:
Linsen verlesen, einweichen
die Linsen sind noch nicht weich
gestern gab es Linsen
3.
Optik Körper aus durchsichtigem Material mit zwei lichtbrechenden Flächen, von denen mindestens eine kugelig gekrümmt ist
Beispiele:
eine bikonkave, bikonvexe Linse
der Durchmesser, die Dicke, Brennweite, Krümmung der Linse
Linsen schleifen
umgangssprachlich Objektiv
Beispiele:
er knipste, filmte alles, was ihm vor die Linse kam
[das Kind] starrte ängstlich in die Linse [Hausm.Abschied197]
4.
Medizin lichtbrechender Teil des Auges
Beispiel:
Hinter dieser Regenbogenhaut teilt die Linse die Vorderkammer von dem Augeninnern ab [Gesundheit1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Linse · linsen · Linsengericht
Linse f. seit der Steinzeit in Mitteleuropa angebaute Hülsenfrucht und deren eßbare Samen, ahd. linsī (9. Jh.), linsin (11. Jh.), mhd. lins(e). Der Name ist ungeklärter Herkunft. Vergleichbar sind lat. lēns, kslaw. lęšta, aruss. ljača, russ. (landschaftlich) ljášča (ляща) und lit. lę̃šis. Da deren Lautformen sich nicht ohne weiteres verbinden lassen, wird jeweils unabhängige Entlehnung aus einer unbekannten nicht-ie. Sprache angenommen. Aus einer alten Sprache des Mittelmeergebiets, der Heimat der Pflanze? Seit dem 18. Jh. gilt Linse auch für ein ‘geschliffenes, in der Form dem Linsensamen ähnliches Glas’ für optische Geräte. Vgl. Linsengläser (Anfang 18. Jh.). Dazu linsen Vb. umgangssprachlich ‘genau hinsehen, spähen, verstohlen blicken’ (20. Jh.). Linsengericht n. ‘aus Linsen zubereitetes Mahl’, vornehmlich jenes, für das (nach biblischer Darstellung 1. Mos. 25,34 in Luthers Übersetzung) Esau sein Erstgeburtsrecht seinem zweitgeborenen Zwillingsbruder Jacob abtrat (vorlutherisch: speys der linsen, 15. Jh., Vulgata: lentis edūlium). Der Ausdruck Linsengericht wird zum Sinnbild (seit dem 18. Jh.) für einen Tausch von Minderwertigem gegen Höherwertiges.

Thesaurus

Synonymgruppe
Linse [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Technik
Synonymgruppe
Brennglas · Linse · ↗Linsensystem · ↗Objektiv · ↗Okular
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Abbildungsgleichung · Linsengleichung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autoscheinwerfer Bohne Brechkraft Brennweite Erbse Fernrohr Fernsehkamera Fotoapparat Gerste Glaskörper Hirse Hornhaut Hülsenfrucht Kichererbse Mikroskop Netzhaut Objektiv Prisma Reis Speiseöl Spätzle Trübung asphärisch bikonvex fokussieren geschliffen getrübt künstlich optisch trüb

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Linse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer wieder hätten Frauen die Linsen eingedrückt, deshalb blieben sie jetzt abgeschaltet.
Süddeutsche Zeitung, 24.10.2002
Und mit jeder Verbesserung der Linsen zeigten sich weitere Details der belebten Welt.
Der Tagesspiegel, 02.07.1999
Was noch lichtstärker sein will, kommt mit drei Linsen nicht mehr aus.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 140
Die Linsen sind flache, grünlichbraune Samen mit dünner, weicher Schale.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 258
So angespannte Gesichter bekam man selten zu sehen, alle schauten in seine Linsen.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 221
Zitationshilfe
„Linse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Linse>, abgerufen am 10.12.2019.

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