Lippenlaut

Grammatik Substantiv
Worttrennung Lip-pen-laut
Wortzerlegung LippeLaut
eWDG, 1969

Bedeutung

Sprachwissenschaft mit den Lippen gebildeter Laut, Labial
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lippe · Lefze · Lippenlaut
Lippe f. ‘Rand der Mundöffnung’ gelangt im 16. Jh. aus dem Nd.-Md. durch Luthers Einfluß in die nhd. Literatursprache und verdrängt verwandtes gleichbed. Lefze f. das heute nur noch für ‘Tierlippe’ verwendet wird. Spätmhd. (md.) mnd. mnl. lippe, aengl. aschwed. lippa, engl. nl. lip führen auf mask. oder fem. j-Stämme (im wesentlichen germ. *lepjan-, *lepjōn). Demgegenüber sind ahd. lefs ‘Lippe’ (um 800), lefse (Hs. 12./13. Jh.), lefz (Hs. 13./14. Jh.) und mhd. lefs(e) mit vielen Varianten ebenso wie ahd. leffur ‘Lippe’ (8. Jh.), anfrk. lepor Umbildungen eines alten s-Stammes. Alle Formen führen letztlich (etwa im Sinne von ‘Hautlappen’) auf eine Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’ (s. ↗Lappen), zu der auch lat. labium ‘Lippe’ (s. ↗labial) gehört. Lippenlaut m. ‘mit Hilfe der Lippen gebildeter Laut, Labial’ (18. Jh.).

Verwendungsbeispiel für ›Lippenlaut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn der Film dann zu sehen ist, darf nichts mehr zu hören sein vom Ringen mit schwedischen Lippenlauten und unübersetzbaren Sprachbildern.
Der Tagesspiegel, 27.12.2001
Zitationshilfe
„Lippenlaut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lippenlaut>, abgerufen am 06.06.2020.

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