Litanei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Litanei · Nominativ Plural: Litaneien
Aussprache
WorttrennungLi-ta-nei (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Litanei‹ als Letztglied: ↗Klagelitanei
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Religion Wechselgebet zwischen dem Vorbeter und der mit einer gleichbleibenden Bittformel antwortenden Gemeinde
2.
umgangssprachlich, spöttisch, übertragen langatmige Aufzählung
a)
Beispiele:
er leierte eine endlose Litanei von Gegengründen, Wünschen herunter
Eine ganze Litanei von Flüchen hatte sie für die Kartoffel bereit [BöllHaus157]
b)
oft wiederholte Klage, langatmiges Gejammer
Beispiele:
immer die alte, dieselbe Litanei!
eine klagende Litanei herbeten, vorbringen
er hörte ... die ganze Litanei von den Leiden und Sorgen der alten Mutter [MarchwitzaJugend85]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Litanei f. in der Liturgie der katholischen Kirche das Wechselgebet zwischen Vorbeter und der mit gleichbleibenden Bittformeln antwortenden Gemeinde, übertragen ‘langatmige, eintönige Aufzählung, immer wieder vorgebrachte Klage, Ermahnung’, mhd. letanīe, frühnhd. letaney, litanie, litaney sind entlehnt aus spätlat. litanīa, auch letanīa, laetanīa ‘Bittprozession, bei Prozessionen und in der Messe im Wechsel vorgetragene Bittformeln’. Spätlat. litanīa wiederum ist Entlehnung aus griech. litané͞ia (λιτανεία) ‘Bitten, Flehen’; zu griech. litané͞uein (λιτανεύειν) ‘bitten, flehen’. Zur Entwicklung der heutigen Gebetsform kommt es seit dem frühen Mittelalter.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Bitte · ↗Fürbitte  ●  Litanei  veraltet · Rogation  veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entrückung Gebet Gesang Hymne Hymnus Liturgie Messe Motette Oratorium Requiem Rosenkranz Sünde Untergang Vesper altbekannt anstimmen aufzählen beten eintönig endlos ewig herunterbeten monoton murmeln singen tönen unendlich verlesen vorbeten üblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Litanei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie ein verspäteter feministischer Text mutet er an, streckenweise ermüdend in der Litanei der Ausbeutungen.
Der Tagesspiegel, 01.06.1996
Die Litanei, es müßte endlich etwas getan werden, macht deutlich, wie tiefgreifend inzwischen die ökologische Frage das Denken verändert hat.
Süddeutsche Zeitung, 08.07.1995
Bei der Litanei hat King sich nicht an überlieferte einst.
Tilmouth, Michael: King. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 42317
Das bloße Nachsprechen der Momente, die immer und immer wieder als dasselbe sich aufdrängen, gleicht eher einer vergeblichen und zwangshaften Litanei als dem erlösenden Wort.
Horkheimer, Max u. Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung, Amsterdam: Querido 1947 [1944], S. 251
Er ging langsam und gemessen und sang die Litanei so laut und wohltönend; daß alle sie verstehen konnten.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 11
Zitationshilfe
„Litanei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Litanei>, abgerufen am 24.08.2019.

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