Literat, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Literaten · Nominativ Plural: Literaten
Aussprache 
Worttrennung Li-te-rat
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›Literat‹ als Erstglied: ↗Literatencafé · ↗Literatentum  ·  mit ›Literat‹ als Letztglied: ↗Kaffeehausliterat
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben jmd., der sich beruflich schriftstellerisch betätigt
Beispiele:
Literaten und Schriftsteller
später war es der Traum jedes jungen Literaten, ein Buch bei S. Fischer zu haben [ Th. Mann11,718]
abwertend jmd., der sich gewerbsmäßig, federgewandt, aber unschöpferisch als Schriftsteller betätigt
Beispiel:
Nichts ist verächtlicher, als wenn Literaten Literaten Literaten nennen [ TucholskyPanter9]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Literatur · literarisch · Literat · Literaturgeschichte · Literaturwissenschaft
Literatur f. ‘Gesamtheit des Schrifttums, alle über ein Wissensgebiet veröffentlichten Werke, das gesamte Gebiet der Dichtung, Belletristik’, Entlehnung (16. Jh.) aus lat. litterātūra ‘Buchstabenschrift, Sprachlehre’, spätlat. auch ‘Schrifttum’, einer Bildung zu lat. littera (älter lītera) ‘Buchstabe, Handschrift’, Plur. ‘Schriftstück, Brief, sprachlich-literarische Bildung, Gelehrsamkeit, Wissenschaft(en)’. Entsprechend bezeichnet Literatur bis ins 18. Jh. die ‘Gesamtheit des Schrifttums’ sowie die ‘Sprach(en)kunde, Gelehrsamkeit, Wissenschaft’ überhaupt, wird aber dann zunehmend auf die schöne Literatur (s. ↗Belletristik), auf die Werke der Dichtung bezogen. Bis ins 19. Jh. gilt die Schreibung Litteratur. literarisch Adj. ‘der Literatur entsprechend, eigen’, nach einem vereinzelten Frühbeleg (16. Jh.) geläufig seit dem 18. Jh.; vgl. lat. litterārius ‘zum Lesen und Schreiben gehörig, schriftlich’. Literat m. ‘Schriftsteller’ (19. Jh.), älter ‘Gelehrter, Wissenschaftler’ (16. Jh.), heute auch geringschätzig ‘unschöpferischer Vielschreiber’; lat. litterātus ‘schriftkundig, gelehrt, wissenschaftlich gebildet’. Literaturgeschichte f. (18. Jh.), gleichzeitiges Literarhistorie, Literargeschichte (nlat. historia litteraria) und Literärgeschichte (frz. histoire littéraire) allmählich verdrängend. Literaturwissenschaft f. (19. Jh.).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Autor · ↗Dichter · Literat · ↗Schreiber · ↗Schriftsteller · ↗Verfasser  ●  Mann der Feder  männl. · ↗Konzipient  geh., veraltet, lat. · ↗Schmock  derb, veraltet, selten · ↗Skribent  geh., selten, abwertend, lat.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Vielschreiber  ●  ↗Schmierfink  derb · ↗Schreiberling  ugs., abwertend · ↗Skribent  geh., veraltet · Wortedrechsler  derb
  • Medienvertreter  ●  ↗Journalist  franz. · Medienschaffender  mediensprachlich
  • Blattmacher · Medienleute · ↗Medienvertreter · ↗Presse · ↗Zeitungsleute  ●  ↗Journaille  franz., abwertend · Journalisten  franz. · Lohnschreiber  abwertend · Medienmeute  abwertend · ↗Schmock(s)  abwertend, veraltet · schreibende Zunft  ugs.
  • Kulturarbeiter · Kulturschaffender · im kulturellen Bereich Tätiger
  • (der) Autor (sein) · (der) Verfasser (sein) · aus der Feder von · aus jemandes Feder · verfasst von

Typische Verbindungen zu ›Literat‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Literat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Literat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Haus der Literaten war auf das Haus der Künste neidisch, zeigte das jedoch nicht.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 985
Literaten können bei uns Texte unterbringen, für die sie sonst keinen Platz fänden und wir ermutigen Reporter, sich als Autoren zu verstehen.
Der Tagesspiegel, 14.09.1998
Der Weg zum Ruhm ist gemeinhin steinig, aber nicht unbegehbar, und Literaten gehen sich am liebsten aus demselben.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.1995
Das heute im Wert so gesunkene Wort Literat hatte also einen guten Sinn.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 45
Aber auf die Dauer blieben die Literaten immer wieder siegreich.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. I, Tübingen: Mohr 1920 [1916-1919], S. 426
Zitationshilfe
„Literat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Literat>, abgerufen am 23.10.2020.

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