Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Livree, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Livree · Nominativ Plural: Livreen
Nebenform umgangssprachlich Livree · Substantiv · Nominativ Plural: Livrees
Aussprache 
Worttrennung Li-vree · Liv-ree
Wortbildung  mit ›Livree‹ als Erstglied: Livreebediente  ·  mit ›Livree‹ als Grundform: livriert
Herkunft aus gleichbedeutend livréefrz < livreeafrz ‘vom Herrn den Dienern gegebene Kleidung’, eigentlich ‘das Gelieferte, zur Verfügung Gestellte’ < livrerafrz ‘mit etw. versehen, liefern’ (liefern)
eWDG

Bedeutung

(mit Tressen, Schnüren besetzte) uniformartige Kleidung für Diener
Beispiele:
ein Diener, Hotelboy in Livree
Gesinde in württembergischer Livree bediente [ B. FrankTrenck225]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Livree f. ‘uniformartige Kleidung für Bedienstete’ ist Entlehnung von mfrz. frz. livrée ‘Kleidung in den Farben oder mit den heraldischen Zeichen eines Herrn’, afrz. livree ‘vom Herrn den Dienern gegebene Kleidung’ (eigentlich ‘das Gelieferte, zur Verfügung Gestellte’), dem substantivierten Part. Perf. von afrz. livrer ‘mit etw. versehen, liefern’ (s. liefern). Im Dt. erscheint der Ausdruck seit dem 15. Jh., zunächst in den Formen Liberei (bis ins 18. Jh.), Liverei, Livrei (noch im 19. Jh. in gehobener Sprache) mit der im Mfrz. geläufigen Bedeutung, daneben auch eingeschränkt auf ‘Abzeichen, Wappen an der Kleidung, kennzeichnende Farbe der Kleidung’. Um 1600 wird frz. livrée erneut, nun jedoch unverändert, ins Dt. aufgenommen und drängt die älteren Varianten allmählich zurück.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Livree‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Livree‹.

Verwendungsbeispiele für ›Livree‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fahre vormittags zum Schneider wegen der noch immer nicht fertigen Livree. [Die Zeit, 01.03.1976, Nr. 09]
Ein großer, starker Mann in einer Art Livree saß in dem kleinen Raum am Tisch und hob den Kopf. [Die Zeit, 04.11.1988, Nr. 45]
Wenn er bei Tisch serviert, hat er eine dunkle Servierjacke an oder er trägt eine einfache dunkle Livree. [Goetz von Schüching, Ruth: Durch gute Lebensart zum Erfolg, Leipzig: Hesse & Becker 1932 [1925], S. 1]
Die Livree, die man als solcher trage, habe in der Welt keine Geltung. [Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 251]
Davor stand ein Mann in einer braunen Livree mit goldenen Knöpfen. [Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1911], S. 10711]
Zitationshilfe
„Livree“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Livree>.

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