Lobhudelei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lobhudelei · Nominativ Plural: Lobhudeleien
Aussprache  [ˌloːphuːdəˈlaɪ̯]
Worttrennung Lob-hu-de-lei
Wortzerlegung lobhudeln-ei
eWDG, 1969 und ZDL, 2020

Bedeutung

abwertend übertriebenes, schmeichlerisches Loben von jmdm. oder etw.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die ultimative, unterträgliche, peinliche Lobhudelei
Beispiele:
der Redner erging sich in Lobhudeleien auf die neue Politik der RegierungQuelle: WDG, 1969
Er [ein Sekretär] manipulierte einen Brief des emeritierten Papstes an den amtierenden so, dass das Schreiben wie eine Lobhudelei auf Franziskus wirkte. Einen kritischen Absatz daraus hatte er einfach weggemacht, mit Photoshop. [Süddeutsche Zeitung, 27.12.2018]
Donald Trump soll auch sauer sein, dass [Verteidigungsminister] Mattis ihn nicht öffentlich mit Lobhudeleien überschüttet, wie es etwa Außenminister Mike Pompeo tut. [Die Welt, 20.09.2018]
Sein ausdrücklich an die Person Wladimir Putins gerichteter emphatischer Dank für dessen »außerordentliche Bemühungen bei den Spielen« erinnerte auf unangenehme Weise an den Sound unterwürfiger Lobhudeleien, wie man ihn aus diktatorischen Staaten gewohnt ist. [Die Welt, 25.02.2014]
Ich schreibe hier eben keine Festschrift oder sonstige akademische Lobhudelei, sondern schildere die Dinge, wie sie lagen oder wie sie sich meinen Augen dargestellt haben. [Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690–1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004, S. 55735. Zitiert nach: Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers, Herausgegeben von Doris Mundus, Leipzig: Lehmstedt, 2004 [1913].]

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hudeln · Hudelei · lobhudeln · Lobhudelei
hudeln Vb. ‘nachlässig arbeiten, pfuschen, wie ein Nichtsnutz handeln’ (16. Jh.), eigentlich ‘nach Art eines Fetzens, Lumpens verfahren’; zu spätmhd. hudel, mhd. huder ‘Lappen, Lumpen’, das ablautend (mit affektisch gekürztem Vokal?) zu mhd. hadel ‘zerrissenes Stück Zeug’ steht, einer Nebenform von mhd. hader ‘Lappen, Lumpen’, nhd.Hader2 (s. d.). Hudelei f. ‘Stümperei, Pfuscherei’ (17. Jh.). lobhudeln Vb. ‘übertrieben loben, schmeicheln’ (Ende 18. Jh.), scherzhaft nach Vorbildern wie lobpreisen, lobsingen; Lobhudelei f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beweihräucherung · ↗Schmus · ↗Schöntuerei · schöne Worte  ●  Lobestirade(n)  abwertend · ↗Schmeichelei  Hauptform · Süßholzraspelei  fig. · ↗Gesülze  ugs. · Lobhudelei  ugs. · Lobtirade(n)  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Lobhudelei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lobhudelei‹.

Zitationshilfe
„Lobhudelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lobhudelei>, abgerufen am 29.10.2020.

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