Logis, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Logis · Nominativ Plural: Logis
Aussprache 
Worttrennung Lo-gis
Wortbildung  mit ›Logis‹ als Letztglied: ↗Mannschaftslogis
Herkunft aus gleichbedeutend logismfrz frz < logeafrz frz (Loge)

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Unterkunft, Wohnung, Bleibe
  2. 2. [Seemannssprache, veraltend] Mannschaftsraum unter der Back
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Bedeutungen

1.
Unterkunft, Wohnung, Bleibe
Beispiele:
sie hat im oberen Stockwerk des Hauses ihr Logis
er hat freies (= kostenloses) Logis
er ist bei seiner Tante in Kost und Logis
2.
Seemannssprache, veraltend Mannschaftsraum unter der Back
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Loge · Loggia · logieren · Logis
Loge f. ‘durch Seitenwände abgeteilter kleiner Raum mit wenigen Sitzplätzen im Theater’, Übernahme (Ende 17. Jh.) von gleichbed. afrz. frz. loge, afrz. besonders ‘primitive Unterkunft im Freien, Laub-, Jagdhütte, Galerie, Vorhalle (einer Burg), gedeckter Vorbau auf einer Tribüne’, einer Entlehnung aus dem Germ. (s. ↗Laube). Die mit (ebenfalls aus dem Afrz. stammendem) engl. lodge verbundene Bedeutung ‘Organisationsform und Versammlungsort der Freimaurer’ wird in der 1. Hälfte des 18. Jhs. mit der von England ausgehenden Ausbreitung des Freimaurertums ins Dt. übernommen und auf die hier übliche Form Loge übertragen. Loggia f. ‘Bogenhalle, eingezogener Balkon’, Entlehnung (1. Hälfte 17. Jh.) von ital. loggia ‘halboffene Bogenhalle’ (gleichen Ursprungs wie afrz. loge und vielleicht durch dieses vermittelt). logieren Vb. ‘(vorübergehend) Wohnung nehmen, wohnen’. Aus dem von afrz. loge (s. oben) abgeleiteten afrz. logier ‘Laubhütten errichten, Herberge nehmen, wohnen’, (transitiv) ‘unterbringen, beherbergen’, (reflexiv) ‘sich lagern’ wird entlehnt mhd. loschieren ‘Herberge nehmen, sich lagern, jmdn. beherbergen, unterbringen’, woraus frühnhd. (mit im Westd. aufkommendem s für sch) losieren (bis 17. Jh.), dann (unter Einfluß von mfrz. frz. loger) logieren ‘Unterkunft nehmen, wohnen, Unterkunft geben, als Gast aufnehmen’ (1. Hälfte 17. Jh.). Logis n. ‘Unterkunft, Wohnung’ (17. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. logis, afrz. logeiz, einer Ableitung von afrz. loge. Daneben auch (als Bildung zu losieren, s. oben) Losier (17. und 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Logis‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Logis‹.

Verwendungsbeispiele für ›Logis‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man tröstet sich über vieles bei den verhältnismäßig niedrigen Preisen für Wein und Logis.
Die Zeit, 06.04.1962, Nr. 14
Insgesamt knapp 20 Hotels der Vier-Sterne-Kategorie bieten dazu die standesgemäßen Logis.
Die Welt, 02.01.2004
Sie arbeitet für 30 Mark im Monat und Kost und Logis.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 22
Dazu kamen meist Naturalien oder Kost und Logis beim Druckerherren.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7517
Ich besuchte die Wertheimer Volksschule und kam »in Kost und Logis« zu dem Lehrer Schiller, dem Vater des schon genannten Historikers.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4758
Zitationshilfe
„Logis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Logis>, abgerufen am 17.05.2021.

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