Losung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Losung · Nominativ Plural: Losungen
Aussprache
WorttrennungLo-sung (computergeneriert)
Wortzerlegunglosen-ung
Wortbildung mit ›Losung‹ als Erstglied: ↗Losungswort  ·  mit ›Losung‹ als Letztglied: ↗Kampflosung · ↗Mailosung · ↗Streiklosung · ↗Tageslosung · ↗Wahllosung
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Leitwort, Wahlspruch, Parole
Beispiele:
eine griffige Losung
die Losung des Tages, der politischen Feier
Transparente mit Losungen
politische Losungen an Häuserwände und Mauern schreiben
eine Losung im Sprechchor rufen
Unsere Losung sei: ... Nieder mit dem Personenkultus [BebelAus meinem Leben293]
Religion für jeden Tag ausgegebener Bibelspruch
2.
Militär Kennwort
Beispiele:
eine Losung ausgeben
die Losung fordern, nennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Los · losen2 · Losung1 · auslosen · verlosen
Los n. ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’, ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.), mhd. lōʒ ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’, asächs. hlōt, mnd. lōt, aengl. hlīet, hlȳt, hlēt, anord. hlautr, got. hlauts ‘Los, Erbschaft’ (germ. *hlauta-, *hlauti-). Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)luʒ ‘Schicksal’ (8. Jh.), mnd. lot, aengl. hlot ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’, engl. lot ‘Los, Posten’, mnl. nl. lot (s. ↗Lotterie), anord. hlutr ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’, hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’, schwed. lott ‘Los, Anteil’. Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)lioʒan ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.), mhd. lieʒen ‘losen, als Los zuteilen’, asächs. hliotan ‘erlosen, erlangen’, aengl. hlēotan ‘losen, durch Los erhalten’, anord. hljōta ‘(er)losen’, schwed. ljuta. Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen. Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘an-, festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus und vergleicht lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’, so ist Verwandtschaft mit den unter ↗schließen und ↗Schloß (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel ie. *klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich. losen2 Vb. ‘durch Los ermitteln, ein Los ziehen’, mhd. lōʒen ‘das Los werfen, durchs Los bestimmen’, transitiv ‘(durch Los) verteilen’, schwach flektierende Neubildung zum Substantiv. Losung1 f. ‘Leitwort, Wahlspruch, Erkennungszeichen, Parole’ (16. Jh.), wohl eine Neubildung und nicht anknüpfend an ahd. (h)lōʒunga ‘Los, das Loswerfen’ (11. Jh.), mhd. lōʒunge ‘das Loswerfen, Teilung’. auslosen Vb. ‘durch das Los ermitteln’ (16. Jh.). verlosen Vb. ‘durch das Los verteilen’ (18. Jh.).

Losung2 f. (im 19. Jh. auch Lösung) ‘Kot des Wildes und Hundes’ (18. Jh.), in der Jägersprache zu losen ‘Kot lassen’, einer Nebenform von ↗lösen (s. d.).

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Codewort · ↗Geheimcode · Kodewort · Losung · ↗Losungswort · ↗Parole · ↗Schlüsselwort · Zugangscode · Zugangswort  ●  ↗Kennwort  Hauptform · ↗Passwort  Hauptform
Unterbegriffe
  • Einmalkennwort · Einmalpasswort
  • Mantra · Passphrase
Assoziationen
Synonymgruppe
Devise · ↗Leitsatz · ↗Leitspruch · Losung · ↗Maxime · ↗Motto · ↗Parole · ↗Sinnspruch · ↗Slogan · ↗Wahlspruch  ●  ↗Mantra  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausscheidung · ↗Kot · ↗Stuhl  ●  ↗Fäkalien  Plural · Losung  Jägersprache · ↗Exkrement  fachspr. · ↗Fäzes  fachspr. · ↗Haufen  ugs. · ↗Kacke  derb · ↗Scheiße  derb · ↗Wurst  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Banner Brüderlichkeit Friedensbewegung Hakenkreuz Junkerland Kirchentag Losung Plakat Spruchband Transparent antisemitisch ausgeben ausgegeben demagogisch eingängig faschistisch griffig kämpferisch lauten nationalistisch patriotisch populistisch prangen propagiert rechtsradikal revolutionär skandieren sprühen unausgesprochen verkündet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Losung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die Losung von der "nationalen Lösung" gilt nicht mehr.
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002
Am Ende des Ganges schrie plötzlich ein Mann - ein Wort, eine Losung vielleicht.
Der Spiegel, 14.02.1994
Unter der Losung auf dem Pflaster sah ich meine Schuhe schlurfen und die anderen gehen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 172
Was die Losung „Kultur für alle“ betrifft, so nimmt sie sich nachgerade komisch aus.
Die Zeit, 29.11.1985, Nr. 49
Auch sonstiges Wild wird von Tag zu Tag mehr in Spur und Losung erkennbar.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 79
Zitationshilfe
„Losung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Losung#1>, abgerufen am 16.02.2019.

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Losung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Losung · Nominativ Plural: Losungen
Aussprache
WorttrennungLo-sung (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Losung‹ als Letztglied: ↗Hirschlosung
eWDG, 1969

Bedeutung

Jägersprache Exkremente vom Hund und dem meisten Wild
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Los · losen2 · Losung1 · auslosen · verlosen
Los n. ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’, ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.), mhd. lōʒ ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’, asächs. hlōt, mnd. lōt, aengl. hlīet, hlȳt, hlēt, anord. hlautr, got. hlauts ‘Los, Erbschaft’ (germ. *hlauta-, *hlauti-). Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)luʒ ‘Schicksal’ (8. Jh.), mnd. lot, aengl. hlot ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’, engl. lot ‘Los, Posten’, mnl. nl. lot (s. ↗Lotterie), anord. hlutr ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’, hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’, schwed. lott ‘Los, Anteil’. Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)lioʒan ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.), mhd. lieʒen ‘losen, als Los zuteilen’, asächs. hliotan ‘erlosen, erlangen’, aengl. hlēotan ‘losen, durch Los erhalten’, anord. hljōta ‘(er)losen’, schwed. ljuta. Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen. Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘an-, festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus und vergleicht lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’, so ist Verwandtschaft mit den unter ↗schließen und ↗Schloß (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel ie. *klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich. losen2 Vb. ‘durch Los ermitteln, ein Los ziehen’, mhd. lōʒen ‘das Los werfen, durchs Los bestimmen’, transitiv ‘(durch Los) verteilen’, schwach flektierende Neubildung zum Substantiv. Losung1 f. ‘Leitwort, Wahlspruch, Erkennungszeichen, Parole’ (16. Jh.), wohl eine Neubildung und nicht anknüpfend an ahd. (h)lōʒunga ‘Los, das Loswerfen’ (11. Jh.), mhd. lōʒunge ‘das Loswerfen, Teilung’. auslosen Vb. ‘durch das Los ermitteln’ (16. Jh.). verlosen Vb. ‘durch das Los verteilen’ (18. Jh.).

Losung2 f. (im 19. Jh. auch Lösung) ‘Kot des Wildes und Hundes’ (18. Jh.), in der Jägersprache zu losen ‘Kot lassen’, einer Nebenform von ↗lösen (s. d.).

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Codewort · ↗Geheimcode · Kodewort · Losung · ↗Losungswort · ↗Parole · ↗Schlüsselwort · Zugangscode · Zugangswort  ●  ↗Kennwort  Hauptform · ↗Passwort  Hauptform
Unterbegriffe
  • Einmalkennwort · Einmalpasswort
  • Mantra · Passphrase
Assoziationen
Synonymgruppe
Devise · ↗Leitsatz · ↗Leitspruch · Losung · ↗Maxime · ↗Motto · ↗Parole · ↗Sinnspruch · ↗Slogan · ↗Wahlspruch  ●  ↗Mantra  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Ausscheidung · ↗Kot · ↗Stuhl  ●  ↗Fäkalien  Plural · Losung  Jägersprache · ↗Exkrement  fachspr. · ↗Fäzes  fachspr. · ↗Haufen  ugs. · ↗Kacke  derb · ↗Scheiße  derb · ↗Wurst  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Banner Brüderlichkeit Friedensbewegung Hakenkreuz Junkerland Kirchentag Losung Plakat Spruchband Transparent antisemitisch ausgeben ausgegeben demagogisch eingängig faschistisch griffig kämpferisch lauten nationalistisch patriotisch populistisch prangen propagiert rechtsradikal revolutionär skandieren sprühen unausgesprochen verkündet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Losung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die Losung von der "nationalen Lösung" gilt nicht mehr.
Süddeutsche Zeitung, 11.02.2002
Am Ende des Ganges schrie plötzlich ein Mann - ein Wort, eine Losung vielleicht.
Der Spiegel, 14.02.1994
Unter der Losung auf dem Pflaster sah ich meine Schuhe schlurfen und die anderen gehen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 172
Was die Losung „Kultur für alle“ betrifft, so nimmt sie sich nachgerade komisch aus.
Die Zeit, 29.11.1985, Nr. 49
Auch sonstiges Wild wird von Tag zu Tag mehr in Spur und Losung erkennbar.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 79
Zitationshilfe
„Losung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Losung#2>, abgerufen am 16.02.2019.

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