Lotterbett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungLot-ter-bett
WortzerlegunglotternBett
Wortbildung mit ›Lotterbett‹ als Letztglied: ↗Doppellotterbett
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltend
1.
abwertend Liebeslager, das mit häufig wechselnden Partnern geteilt wird, Lager käuflicher Liebe
Beispiel:
ein zerwühltes Lotterbett
bildlich
Beispiel:
diese im Lotterbett der Kolportage gezeugten [literarischen] Bastarde [St. ZweigBalzac65]
2.
Couch
a)
österreichisch
Beispiele:
ein breites, grün bezogenes Lotterbett
Er ließ keinen neuen Brauch in sein Haus, kein Lotterbett, keinen Prunkspiegel [Rosegger12,148]
b)
veraltet
Beispiel:
auf dem Lotterbett liegen (= faulenzen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

lottern · verlottern · lott(e)rig · Lotterbett · Lotterbube
lottern Vb. ‘liederlich leben, schlampen, sich herumtreiben’ (17. Jh.), zuvor ‘schlaff sein, schlaff herabhängen’ (16. Jh.), ist abgeleitet von einem in ahd. lotar ‘nichtig’ (8. Jh.), mhd. loter ‘locker, leichtsinnig, leichtfertig’ belegten Adjektiv. Vgl. dazu die Substantivierungen ahd. lotar in zi lotare tuon ‘wanken machen, zugrunde richten’ (8. Jh.), mhd. lot(t)er ‘lockerer Mensch, Taugenichts, Gaukler’, mnd. lōder, lodder, loderer, aengl. loddere ‘Bettler’. Mit der unter ↗schlottern (s. d.) aufgeführten Wortgruppe lassen sich alle Formen an ie. *(s)leut-, *(s)lūt-, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)leu-, *(s)lū- ‘schlaff herabhängen, schlaff’, anschließen. verlottern Vb. ‘herunterkommen’ (16. Jh.). lott(e)rig Adj. ‘liederlich, schlampig, faul’ (19. Jh.), älter lottericht (17. Jh.). Lotterbett n. ‘Bett zum Ausruhen und Faulenzen’, speziell ‘Lustbett, Hurenbett’ (15. Jh.), eigentlich wohl ‘lockeres, weiches, bequemes Bett’, vgl. noch heute öst. ‘Couch’. Lotterbube m. ‘heruntergekommener Mensch’, mhd. loterbuobe; tautologische und insofern verstärkende Bildung aus substantivischem mhd. lot(t)er (s. oben) und buobe im Sinne von ‘zuchtloser Mensch’ (s. ↗Bube).

Thesaurus

Synonymgruppe
nicht gemachtes Bett  ●  Lotterbett  scherzhaft
Assoziationen
Synonymgruppe
Lotterbett  ●  (die) Stätte ihres lasterhaften Treibens  literarisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

räkeln wälzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lotterbett‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im "Life" tobt heute wieder das Leben in den Lotterbetten - nur nicht mehr ganz so international.
Bild, 12.08.2000
Nach der ersten Nacht räkelt sich das Honeymoon-Paar im Lotterbett, und es kommt, wie es kommen muss.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2001
Manchmal ist er zu faul, den Mund aufzumachen, und räkelt sich im Lotterbett des Dixieland-Sounds.
Die Zeit, 05.02.1998, Nr. 7
Er bringe als ein ausgedienter Soldat seine Zeit in den Bädern und auf dem Lotterbett zu.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 630
Der gute Junge wälzt sich nicht begehrlich im Lotterbette, er sitzt abends über Bücher gebeugt in seinem spartanischen Kämmerchen und bildet sich.
Lakaschus, Carmen u. Binder, Hans-Jörg: Der Unterschied von Mann und Frau, Frankfurt: Bärmeier und Nikel 1968, S. 130
Zitationshilfe
„Lotterbett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lotterbett>, abgerufen am 18.10.2019.

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