Luchsauge

GrammatikSubstantiv
WorttrennungLuchs-au-ge
WortzerlegungLuchsAuge
eWDG, 1969

Bedeutung

scharfblickendes, wachsames Auge
Beispiele:
mit Luchsaugen etw. beobachten, verfolgen
seinen Luchsaugen konnte das nicht entgehen, verborgen bleiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Luchs · luchsen · abluchsen · Luchsauge
Luchs m. Der Name des kleinen Raubtieres zeigt in ahd. (9. Jh.), mhd. luhs, asächs. lohs, mnd. mnl. nl. los, aengl. lox suffixales s (vgl. dagegen das ohne s gebildete zugehörige Fem. aschwed. , schwed. lo). Nasalsuffix liegt vor in armen. lusan ‘Luchs’, Nasalinfix in griech. lýnx (λύγξ). Auf einer Wurzelform mit gedehnter Schwundstufe beruhen die balt. Formen lit. lū́šis, lett. lūsis sowie die slaw. Entsprechungen; russ. rys’ (рысь), aruss. rysь ist wohl aus *lysь mit Ersetzung des l durch r unter Einfluß von *rysъ ‘scheckig, rot’, vielleicht durch Tabuvorstellungen begünstigt, entstanden (vgl. Vasmer 2, 557). Auszugehen ist von ie. *leuk̑- (wozu aind. rúśan ‘hell, licht, weiß’, russ. lýsyj, лысый ‘kahlköpfig, mit einer Blässe versehen’), einer palatalisierten Variante der Wurzel ie. *leuk- ‘leuchten, licht’ (s. ↗licht und ↗Lohe), so daß als Benennungsmotiv die funkelnden Augen des Tieres oder sein grauweißes Fell gelten können. luchsen Vb. ‘scharf aufpassen, auf der Lauer sein’, landschaftlich auch ‘stehlen’ (18. Jh.), wofür heute häufiger abluchsen Vb. ‘mit List an sich bringen’ (ebenfalls 18. Jh.). Luchsauge n. meist übertragen ‘scharfes Auge, dem nichts entgeht’ (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Luchsaugen sucht er den Rumpf unserer ASK 13 nach Beschädigungen ab, streicht vorsichtig mit den Händen über die weiß lackierte Stoffhaut.
Süddeutsche Zeitung, 11.08.2001
Vielleicht hatten ihre widerlichen Luchsaugen über dem fernsten Meereshorizont die Ahnung einer Rauchfahne entdeckt, die niemand sonst sehen konnte.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 122
Jede Haut wandert durch seine Hände, mit Luchsaugen sucht er nach Fehlern und bemüht sich, so wenig Verschnitt wie möglich zu machen.
Die Zeit, 06.10.1967, Nr. 40
Zitationshilfe
„Luchsauge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Luchsauge>, abgerufen am 17.07.2019.

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