Lude, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Luden · Nominativ Plural: Luden
Aussprache
WorttrennungLu-de
eWDG, 1969

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
Zuhälter
Beispiel:
er verdient sein Geld als Lude
2.
veraltend junger Mensch mit auffälligem, ungepflegtem Äußeren und rowdyhaftem Benehmen
Beispiele:
er sieht aus und benimmt sich wie ein Lude
die Luden haben sich wieder an der Straßenecke versammelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lude m. ‘Zuhälter’ (Anfang 20. Jh. in der Berliner Gaunersprache), der umgangssprachlichen Abkürzung (Mitte 19. Jh.) des Personennamens Ludwig folgend; zuvor in gleichem Sinne die entsprechende frz. Namensform Louis (auch Puff-Louis). Vgl. A. Lasch Berlinisch (1928) 177.

Thesaurus

Synonymgruppe
Schutzengel  ●  ↗Beschützer  verhüllend · Frauenwirt  veraltet · ↗Kuppler  veraltet · Loddel  abwertend · ↗Maquereau  franz. · Pimp  österr. · ↗Zuhälter  Hauptform · (einer der) (seine) Pferdchen am Laufen hat  ugs. · ↗Louis  ugs. · Lude  ugs. · Peitscherlbua  ugs., österr. · ↗Stenz  ugs., süddt. · ↗Strizzi  ugs., salopp, österr.
Oberbegriffe
  • Berufstätige  weibl. · Berufstätiger  männl. · ↗Erwerbstätige  weibl. · Erwerbstätiger  männl. · ↗Werktätige  DDR, weibl. · Werktätiger  DDR, männl.
  • Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · ↗Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • Hure  derb, abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hure Nutte fremd letzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lude‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und abends geht er dann gerne in Topless Bars und hängt mit Luden herum.
Süddeutsche Zeitung, 20.06.1998
Wer gegen Luden aussagt, riskiert nicht nur, dass die Familie zu Hause bedroht wird.
Der Tagesspiegel, 01.07.2003
In der Nähe von Nürnberg hatten Luden ein ganzes Schloß gemietet und da getagt.
Die Zeit, 29.11.1974, Nr. 49
Hier haben sich in der Weimarer Republik die Luden und Schieber gegenseitig umgebracht.
Süddeutsche Zeitung, 22.07.1995
Richtig, nach zwei Tagen kommt raus, Reinholds Alibi stimmt, er ist Lude, aber mit der Sache hat er nichts zu tun.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 391
Zitationshilfe
„Lude“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lude>, abgerufen am 20.02.2019.

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