Lunte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lunte · Nominativ Plural: Lunten
Aussprache
WorttrennungLun-te
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Zündmittel, Zündschnur
Beispiele:
eine glimmende, rauchende, schwelende Lunte
die Lunte anzünden
eine Ladung mit einer Lunte entzünden
bildlich
Beispiel:
die Lunte ans Pulverfass legen (= etw. zur Entladung bringen)
umgangssprachlich Lunte riecheneine Gefahr, etw. Verborgenes wittern
Beispiele:
er hat Lunte gerochen und konnte noch rechtzeitig verschwinden
man muss vorsichtig zu Werke gehen, damit niemand Lunte riecht
2.
Jägersprache Schwanz, besonders beim Fuchs
Beispiel:
der Fuchs hat eine prächtige Lunte, ließ die Lunte hängen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lunte f. ‘Zündschnur’. Frühnhd. Lund (Ende 15. Jh.), Lunten, Lunte (16. Jh.) ‘Lampendocht, Lumpen, Fetzen, Zündschnur’ setzt sich nur in der Bedeutung ‘Zündschnur’ durch, vgl. entsprechendes mnd. lunte, nl. lont. Die Herkunft ist unklar. Vielleicht ist an mhd. lünden ‘brennen, glimmen’ anzuknüpfen? Oder ist, von ‘Lappen, Fetzen’ (Luther) ausgehend, Verwandtschaft mit nd. Slunt(e), nl. slenter ‘Lumpen, Fetzen’ anzunehmen? Lunte riechen ‘Unheil ahnen’ (17. Jh.), nl. lont ruiken, eigentlich ‘den Gefahr verkündenden Geruch der glimmenden Zündschnur wahrnehmen’. In der Jägersprache Lunte ‘Schwanz des Fuchses’ (2. Hälfte 18. Jh.), nach seiner brandroten Farbe.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bombe Brand Feuer Flasche Funke Molotow-Cocktail Pulverfaß Sprengsatz Streichholz anlegen anstecken anzünden austreten brennen brennend entzünden glimmen glimmend glühen kurz legen löschen riechen schleudern schwelen zündeln zünden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lunte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abend für Abend lodert die Lunte, sprühende Spannung liegt in der Luft.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2002
Er muß die Lunte löschen, die gerade wieder gelegt worden ist.
Die Zeit, 03.02.1986, Nr. 05
Luntenschloßgewehre waren wegen des Geruchs der Lunte für die Jagd ungeeigneter.
o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337
Herrisch gibt der Befehlshaber das Zeichen, die Lunte zu entzünden.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 601
Bei ihnen wurde die Pulverladung durch eine einfache Lunte entzündet.
o. A.: H. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 37222
Zitationshilfe
„Lunte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lunte>, abgerufen am 24.03.2019.

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