Lusche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Lusche · Nominativ Plural: Luschen
Aussprache
WorttrennungLu-sche (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich
1.
Spielkarte, die beim Zusammenzählen keinen Zahlenwert hat
Beispiele:
wieder nur eine Lusche!
ich bekomme heute lauter Luschen
2.
umgangssprachlich liederlicher Mensch, besonders schlampige Frau
Beispiel:
mit ihr kann man sich nicht sehen lassen, sie ist eine richtige Lusche
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Lusche f. ‘Hündin’, omd. Lusch(e) (17. Jh.), bair. Lusch, Leusch, mit verschärftem Auslaut schles. Lutsch(e), alem. Leutsch (18. Jh.). Herkunft unbekannt. Übertragen omd. ‘Nichtskönner, Taugenichts’, hess. Lusch, Lutsch ‘nachlässige, liederliche Weibsperson, Hure’. Auch omd. ‘Spielkarte ohne Zählwert’; dazu vgl. bereits lat. canis ‘Hund’ mit der Übertragung ‘Wurf mit geringster Augenzahl’ (beim Würfelspiel).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nichtskönner · ↗Verlierer(typ) · armer Wicht  ●  ↗Versager  Hauptform · ↗(armes) Würstchen  ugs. · ↗Blindgänger  ugs. · ↗Flasche  ugs. · ↗Graupe  ugs. · ↗Heini  ugs., ruhrdt., veraltend · ↗Krücke  ugs. · Lohle  ugs., schwäbisch · ↗Loser  ugs., engl. · ↗Lulli  ugs. · Lusche  ugs. · Luschi  ugs. · ↗Niete  ugs. · ↗Null  ugs. · ↗Nulpe  ugs. · ↗Opfer (jugendspr.)  ugs. · ↗Pfeife  ugs. · Pfeifenheini  ugs., regional · ↗Schwachmat  ugs. · ↗Wurst  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · ↗Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · ↗Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · Lusche  ugs., regional · ↗Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · ↗Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · ↗Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Trumpf

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Lusche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man gebe seine vier Luschen dazu, danach würde man auf jeden Fall ans Spiel kommen.
Süddeutsche Zeitung, 29.12.2001
Natürlich, von hundert Büchern, die ich vertrete, sind fünfundneunzig Luschen.
konkret, 1989
Der Senat wirft sie ab wie eine Lusche beim Skat.
Die Welt, 13.07.2004
Eben habe ich Bali ins Bett gebracht mitsamt ihren drei Luschen und einem Teddybär.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 11.11.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Ein gleichaltriger Student aus Nürnberg, ein Patriziersohn, erwies sich aber als Lusche.
Die Zeit, 28.01.1999, Nr. 5
Zitationshilfe
„Lusche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Lusche>, abgerufen am 13.11.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Lurex
Lure
Lurch
Lupus
Lupulin
luschig
lusitanisch
Lusitanismus
Lusitanist
Lusitanistik