Mähre, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mähre · Nominativ Plural: Mähren
Aussprache
WorttrennungMäh-re
Wortbildung mit ›Mähre‹ als Letztglied: ↗Schindmähre
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend (altes) verbrauchtes, mageres Pferd
Beispiele:
eine magere, lahme Mähre
Wie groß war aber sein Erstaunen, als er, statt seiner zwei glatten und wohlgenährten Rappen, ein paar dürre, abgehärmte Mähren erblickte [KleistKohlhaas3,146]
zumal sie so prächtige Reiter waren, daß unter ihnen jede Mähre ein Prachtroß abgab [CramerKonzessionen214]
bildlich
Beispiel:
ist der Kapitalismus schon eine abgehetzte alte Mähre [Tageszeitung1958]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mähre f. ‘klappriges altes Pferd’, ahd. meriha ‘Stute’ (9. Jh.), mhd. merhe, asächs. merge, mnd. mēre, mērie, mnl. mērie, merrie, nl. merrie, afries. merie, aengl. miere, myre, engl. mare, anord. merr, schwed. märr sind feminine Bildungen (germ. *marhī, *marhjō- f.) zu ahd. marah- ‘Pferd’ (nur in Zusammensetzungen seit dem 9. Jh., s. ↗Marschall, ↗Marstall), mhd. marc, (md.) mar ‘Streitroß’, afries. mar, aengl. mearh, anord. marr (germ. *marha- m.). Vergleicht man ir. marc, kymr. march ‘Pferd’, so läßt sich ie. *marko- ‘Pferd’ (bzw. *markī- ‘Stute’) erschließen, falls nicht eine Entlehnung aus dem Kelt. stattgefunden hat. Mähre ist bis ins 16. Jh. wertneutrale Bezeichnung für ‘Stute’, dann auch allgemein für ‘Pferd’ (16. bis 18. Jh.). Erst gegen Ende des 17. Jhs. entwickelt sich die Bedeutung ‘altes, schlechtes, klappriges Pferd’.

Thesaurus

Synonymgruppe
schlechtes Pferd  Hauptform · Brauereigaul  derb, abwertend · ↗Gaul  ugs., abwertend · ↗Klepper  derb, abwertend · ↗Kracke  ugs., abwertend · Mähre  derb, abwertend · ↗Schabracke  ugs., abwertend · ↗Schindmähre  ugs., abwertend
Oberbegriffe
  • Einhufer · ↗Gaul · ↗Ross  ●  ↗Pferd  Hauptform · ↗Rössel  regional · Rössli  schweiz. · (der) Zosse(n)  ugs. · ↗Hottehü  ugs., Kindersprache · Hottemax  ugs., Kindersprache

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besetzung Bezirksstadt Böhme Deutsche Einmarsch Erlaß Errichtung Friedhof Jude Klang Lausitz March Markgraf Niederösterreich Protektor Protektorat Reichsprotektor Reichsprotektorat Schlesien Staatsminister Sudetendeutsche Tscheche Vertreibung besetzen ernennen gebären reiten stammen vertreiben Österreichisch-Schlesien

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mähre‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit wir weggegangen sind, war ich nie wieder in Mähren.
Der Tagesspiegel, 07.12.2003
Andere russische Einheiten drangen nördlich von Wien in Mähren vor.
Frankfurter Presse, 21.04.1945
Nach seiner Rückkehr erreichte ihn der Auftrag, zu den Mähren zu ziehen.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 3824
Die Verbindung mit Mähren, dem gelobten Lande der Täufer, begegnet öfters.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 478
In einem Einfall nach Mähren erkannte er die Chancen eines positiven Erfolges und da war es ihm unmöglich, sie unbenutzt zu lassen.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 4065
Zitationshilfe
„Mähre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mähre>, abgerufen am 15.11.2019.

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