Märchenprinz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Märchenprinzen · Nominativ Plural: Märchenprinzen
Aussprache  [ˈmɛːɐ̯çənˌpʀɪnʦ]
Worttrennung Mär-chen-prinz
Wortzerlegung  Märchen Prinz
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
im Märchen   Sohn eines Königs oder einer Königin
siehe auch Märchengestalt (1)
Beispiele:
Viele Kinder, Eltern und Großeltern […] lauschten gebannt der alten Geschichte über die Königstochter, Spindel und den Märchenprinzen, der alle erlöst. [Neue Osnabrücker Zeitung, 19.03.2018]
Sein gutes Ende findet das Märchen schließlich als der Märchenprinz Aschenputtel als das Mädchen wiedererkennt mit dem er auf einem Ball im Schloss an drei Tagen getanzt hat und als seine Braut zu sich aufs Schloss holt. [Theater im Heimathaus, 14.12.2017, aufgerufen am 01.09.2020]
Deshalb haben wir soeben beschlossen, nach Sonnenuntergang gemeinschaftlich in den Fabelwesenwald zu ziehen um jenen Märchenprinzen zu suchen, der mich mit einer geheimen Botschaft gerufen hat. [Hilbert, Jörg: Ritter-Rost-Lesefutter. München, 2004.]
So erzählen auch heute wieder die Jüngeren ihren Kindern, wenn die es hören wollen, die Märchen über einen einsamen König, der ein Märchenprinz gewesen war – jung und schön und reich; feist und aufgedunsen später. [Die Zeit, 20.01.1984]
2.
(als Partner erwünschter) als ideal betrachteter Mann; Bild oder Vorstellung des idealen Mannes, Lebenspartners
siehe auch Traummann
Beispiele:
Er war ein Bild von einem Mann, und wir Frauen haben ihn deshalb Märchenprinz genannt. [Bild am Sonntag, 07.06.2015]
Es kann auch daran gearbeitet werden, wer oder was der ideale Partner wirklich ist: ob es wirklich der Märchenprinz oder »Wonderwoman« ist, von dem/der man träumt oder ob es ein Mann oder eine Frau sein sollte, die man ansieht und weiß, dass er/sie einen glücklich macht, egal, was er/sie macht. [»Beziehung um jeden Preis?«, 09.12.2012, aufgerufen am 01.09.2020]
Die junge Fabrikarbeiterin Iris wird nach Jahren der Entbehrungen auch von dem Mann enttäuscht, der ihr Märchenprinz zu sein schien. [Neue Zürcher Zeitung, 14.03.1994]
Es war jene häufig zwischen Frauen aus der DDR und Männern aus dem Westen zu beobachtende Anziehungskraft – vielleicht verkörpern die Männer für die Mädchen Unerreichbares, und die Männer lassen sich gern auf diese Weise erhöhen zu einer modernen Art des Märchenprinzen. [Die Zeit, 08.09.1989]
Sicher gibt es auch heute noch Männer – die uns wie Märchenprinzen anmuten –, die reich sind, trotzdem ein armes Mädel heiraten, nur weil sie wirklich verliebt sind. [Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o. J. 1933 [1927], S. 103]
Ich lächelte: der kleine Mann mit dem glatten Schädel war gewiß unter diesen der beste, aber er sah aus wie ein Bauer, und zu meinem Begriff der Menschenkultur gehörte das Aussehen eines Märchenprinzen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 9354]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Mann ihrer Träume · Märchenprinz · Traummann · Traumprinz
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Märchenprinz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Märchenprinz‹.

Zitationshilfe
„Märchenprinz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/M%C3%A4rchenprinz>, abgerufen am 17.09.2021.

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