Mätresse, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mätresse · Nominativ Plural: Mätressen
Aussprache 
Worttrennung Mä-tres-se · Mät-res-se
Herkunft aus maîtressefrz ‘Herrin, Gebieterin, Eigentümerin, Erzieherin’, auch ‘geliebte, umworbene, zur Ehe begehrte Frau’ < maistreafrz ‘Herrin, Erzieherin, Lehrerin’ < magistralat ‘Vorsteherin, Leiterin, Lehrerin’
eWDG

Bedeutung

Geliebte eines Fürsten
Beispiele:
in Schillers ›Kabale und Liebe‹ ist Lady Milford die Mätresse des Herzogs
die [bürgerliche] Familie war bereit, sie [die Tochter] zur adligen oder fürstlichen Mätresse herzugeben [ BebelFrau143]
veraltend, spöttisch Geliebte eines verheirateten Mannes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mätresse f. ‘Geliebte eines Fürsten’, früher spöttisch auch allgemein ‘Geliebte, von einem Mann ausgehaltene weibliche Person’. Das aus lat. magister ‘Vorsteher, Leiter, Lehrer’ (s. Magister, Meister) entwickelte afrz. maistre ‘Herr, Vorgesetzter, Eigentümer, Lehrer, Meister’ (frz. maître) hat neben sich zunächst ein (auf lat. magistra ‘Vorsteherin, Leiterin, Lehrerin’ zurückgehendes oder erst im Galloroman. abgeleitetes) Femininum afrz. maistre ‘Herrin, Erzieherin, Lehrerin’. An dessen Stelle tritt afrz. maistresse, frz. maîtresse ‘Herrin, Gebieterin, Eigentümerin, Erzieherin’, eine Neubildung mit dem Suffix frz. -esse (lat. -issa), die seit dem 15. Jh. auch im Sinne von ‘geliebte, umworbene, zur Ehe begehrte Frau’ geläufig ist und so, namentlich durch Übersetzungen höfischer Romane (ähnlich wie Dame, Kavalier, Galan, s. d.), Anfang des 17. Jhs. ins Dt. gelangt. Hier erlebt um 1630 Mai(s)tresse, Matresse infolge euphemistischen Gebrauchs (anfangs wohl in Soldatenkreisen) eine Bedeutungsverschlechterung zu ‘Soldatenliebchen, Hure, Konkubine’, wird aber um 1700 außerdem (wie frz. maîtresse vom letzten Viertel des 17. Jhs. an) zur üblichen Bezeichnung für die anerkannte, meist in einen höheren Rang erhobene Geliebte eines Fürsten. Die Schreibung folgt noch bis ins frühe 20. Jh. dem frz. Vorbild, dann setzt sich eingedeutschtes Mätresse durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bettgenossin · Gespielin · Hetäre · Kurtisane · Liebhaberin · Mätresse  ●  Geliebte  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Betthupferl  ugs., fig. · Betthäschen  ugs. · Sexpüppchen  ugs. · eine fürs Bett  ugs. · was fürs Bett  ugs.
  • (neue) Eroberung  fig. · neue Freundin  weibl. · neuer Freund  männl. · (jemandes) neue Flamme  ugs., fig., auch ironisch
Synonymgruppe
Geliebte · Hetäre · Konkubine · Kurtisane · Mätresse · Nebenfrau · Zweitfrau
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mätresse‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mätresse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mätresse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei Uli war ich drei Jahre lang Mätresse eines verheirateten Mannes. [Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 40]
Der Schriftsteller lebte hier mit seiner Frau 15 Jahre lang im politischen Exil, die Mätresse wohnte um die Ecke. [Die Zeit, 12.09.2011, Nr. 37]
Diese Eva Braun wird man nicht als harmlose Mätresse exkulpieren können. [Die Zeit, 22.02.2010, Nr. 08]
Die Mätressen waren mal reizvoll, mal geistvoll, mal lasziv, mal naiv, mal bedeutender, mal unbedeutender als ihre Liebhaber. [Bild, 22.08.1998]
Früher hieß es, um eine Sprache zu lernen, sei es am besten, häufig ins Theater zu gehen oder sich eine Mätresse zuzulegen. [Die Zeit, 11.03.1996, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Mätresse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/M%C3%A4tresse>.

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