Möbel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Möbels · Nominativ Plural: Möbel · wird meist im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Mö-bel
Wortbildung  mit ›Möbel‹ als Erstglied: Möbel-Discounter · Möbelabteilung · Möbelauktion · Möbelausstellung · Möbelauto · Möbelbeschlag · Möbelbezugsstoff · Möbeldiscounter · Möbelentwerfer · Möbelfabrik · Möbelfritze · Möbelgarnitur · Möbelgeschäft · Möbelgestalter · Möbelhandel · Möbelhaus · Möbelhersteller · Möbelhändler · Möbelindustrie · Möbelkutscher · Möbellack · Möbellackierer · Möbellager · Möbelmagazin · Möbelmesse · Möbelpacker · Möbelplüsch · Möbelpolitur · Möbelrips · Möbelräumer · Möbelschreiner · Möbelspediteur · Möbelstoff · Möbelstück · Möbeltischler · Möbeltischlerei · Möbeltransport · Möbeltransporter · Möbelträger · Möbelwagen · möblieren
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 ·  mit ›Möbel‹ als Grundform: vermöbeln
eWDG

Bedeutung

beweglicher Gegenstand in einer Wohnung, der besonders zum Sitzen, Liegen oder Aufbewahren von Kleidung, Hausrat dient
Beispiele:
Möbel kaufen, aufstellen, umräumen, rücken, transportieren
formschöne, unpraktische, polierte, kostbare, alte, moderne, gebrauchte, geschnitzte, zierliche, dunkle, schwere, leichte, weißlackierte Möbel
Möbel aus Eiche, Birke, Rüster
das Zimmer war mit hellen, geschweiften Möbeln ausgestattet, stand voller Möbel
Im Sofa, einem Möbel von riesigem Ausmaß … saß ein Gast [ OelfkenTraum48]
umgangssprachlich, scherzhaft großer, unhandlicher Gegenstand
Beispiel:
das Möbel [eine mannshohe Pfeife] war neben dem Sofa abgestellt [ G. Hauptm.Quint1,231]
salopp, bildlich ein altes Möbelein Mensch aus der näheren Umgebung, mit dem man schon lange zusammenlebt
Beispiele:
wie geht es dir, du altes Möbel?
dann erschien sein eisengraues altes Möbel Stephanie … und deckte den Tisch [ Federm.in: Österr. Erzähler2,333]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Möbel · möblieren · aufmöbeln · vermöbeln
Möbel n. ‘zum Sitzen, Liegen oder als Behältnis dienender Einrichtungsgegenstand’. Aus vlat. *mobilis ‘beweglich’ (statt lat. mōbilis, s. mobil; Verkürzung des Tonvokals wohl durch Einwirkung des zugrundeliegenden Verbs lat. movēre ‘bewegen’) entwickelt sich das gleichbed. Adjektiv afrz. mueble, afrz. frz. meuble. Dessen Substantivierung erscheint als juristischer Terminus für ‘bewegliche Habe’ (entsprechend mlat. mobile, mobilia statt spätlat. rēs mōbilēs, s. Mobilien), woraus frühnhd. mubel, mübel, möbel (15./16. Jh., in Rechtstexten des Moselgebiets). Außerhalb des terminologischen Bereichs wandelt sich die Bedeutung von frz. meuble zu ‘Haushaltsgegenstand, Hausrat’ (15./16. Jh.), ‘Einrichtungsgegenstand’ (17. Jh.). Hierauf beruht die vom frühen 17. Jh. an belegte Entlehnung Meubles ‘Hausrat’, seit dem 18. Jh. ‘Einrichtungsgegenstände’, die durch Austausch der Pluralendung (Meublen, 1688) und Umlautschreibung (Möbeln, 18. Jh.; Möbel, 19. Jh.) zunehmend eingedeutscht wird. Das 18. Jh. kennt auch die Singularformen Meuble, Möble, Möbel, anfangs mit femininem, in der 2. Jahrhunderthälfte mit neutralem Genus; der Singular ist jedoch bis in die Gegenwart wenig gebräuchlich (dafür Möbelstück, 19. Jh.). möblieren Vb. ‘einrichten, mit Möbeln ausstatten’, bis ins 18. Jh. allgemein meubli(e)ren, ist eine Bildung des ausgehenden 17. Jhs. im Anschluß an frz. meubler (zu frz. meuble, s. oben). Attributive Verwendung des Part. Prät. wird in der Fügung möbliertes Zimmer ‘nur mit vollständiger Einrichtung vermietetes Zimmer’ (2. Hälfte 18. Jh.) geläufig; dazu, von Berlin ausgehend und wohl zunächst im Scherz geprägt, ein möblierter Herr ‘Mieter eines möblierten, d. h. vollständig eingerichteten Zimmers’ (um 1900). Ein von Campe 1809 als Ersatzwort vorgeschlagenes möbeln bleibt ohne Nachfolge, lebt aber in den der Alltagssprache angehörenden Präfixbildungen aufmöbeln Vb. ‘aufmuntern, neu beleben’ (1. Hälfte 19. Jh., vielleicht die Vorstellung vom Aufarbeiten alter Möbel aufgreifend, Anknüpfungsmöglichkeiten bietet jedoch auch die Semantik des Adjektivs mobil, s. d.) und vermöbeln Vb. ‘verprügeln’ (Mitte 19. Jh.), älter in der ursprünglich studentischen Verwendung ‘vergeuden, durchbringen, zu Geld machen’ (vgl. studentensprachliches möbeln ‘Geld ausgeben’, beide Mitte 18. Jh.), die vermutlich unter dem Einfluß des Rechtsausdrucks Mobilien ‘bewegliche (und damit leichter zu veräußernde) Habe’ (s. d.) steht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Möbel · Möbelstück  ●  (das) gute Stück  ugs., ironisierend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Möbel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Möbel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Möbel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann wollte er nicht mehr länger bei mir unnütz die Möbel absitzen. [Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 16]
Man darf ihn nicht mit Möbeln verstellen und nicht andere Muster zu ihm konkurrieren lassen. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 164]
Der Rahmen macht nämlich das Bild zu einem Teil der Wand, zu einem Möbel für die Zeit. [Heimpel, Hermann: Der Mensch in seiner Gegenwart. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1951], S. 26]
Fertig renoviert, sauber geputzt, und die Möbel, die sie ausgelagert haben, sind zurück. [Die Zeit, 24.06.1999, Nr. 26]
Ein paar Monate später hat mein Sohn meine Möbel hierhergebracht. [Die Zeit, 18.02.1999, Nr. 8]
Zitationshilfe
„Möbel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/M%C3%B6bel>.

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