Möbel, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Möbels · Nominativ Plural: Möbel · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungMö-bel
Wortbildung mit ›Möbel‹ als Erstglied: ↗Möbelabteilung · ↗Möbelauktion · ↗Möbelausstellung · ↗Möbelauto · ↗Möbelbeschlag · ↗Möbelbezugsstoff · ↗Möbelentwerfer · ↗Möbelfabrik · ↗Möbelfritze · ↗Möbelgarnitur · ↗Möbelgeschäft · ↗Möbelgestalter · ↗Möbelhaus · ↗Möbelhersteller · ↗Möbelhändler · ↗Möbelindustrie · ↗Möbelkutscher · ↗Möbellack · ↗Möbellackierer · ↗Möbellager · ↗Möbelmagazin · ↗Möbelmesse · ↗Möbelpacker · ↗Möbelplüsch · ↗Möbelpolitur · ↗Möbelrips · ↗Möbelräumer · ↗Möbelschreiner · ↗Möbelspediteur · ↗Möbelstoff · ↗Möbelstück · ↗Möbeltischler · ↗Möbeltischlerei · ↗Möbeltransport · ↗Möbeltransporter · ↗Möbelträger · ↗Möbelwagen · ↗möblieren
 ·  mit ›Möbel‹ als Letztglied: ↗Allzweckmöbel · ↗Anbaumöbel · ↗Aufbaumöbel · ↗Balkonmöbel · ↗Bauernmöbel · ↗Beistellmöbel · ↗Biedermeiermöbel · ↗Büromöbel · ↗Campingmöbel · ↗Einbaumöbel · ↗Einzelmöbel · ↗Empiremöbel · ↗Gartenmöbel · ↗Gebrauchsmöbel · ↗Gebrauchtmöbel · ↗Hängemöbel · ↗Kindermöbel · ↗Kleinmöbel · ↗Kombimöbel · ↗Korbmöbel · ↗Küchenmöbel · ↗Kühlmöbel · ↗Liegemöbel · ↗Mahagonimöbel · ↗Mehrzweckmöbel · ↗Montagemöbel · ↗Nussbaummöbel · ↗Plüschmöbel · ↗Polstermöbel · ↗Puppenmöbel · ↗Ripsmöbel · ↗Rohrmöbel · ↗Rokokomöbel · ↗Ruhemöbel · ↗Schlafzimmermöbel · ↗Schleiflackmöbel · ↗Schulmöbel · ↗Serienmöbel · ↗Sitzmöbel · ↗Stadtmöbel · ↗Stahlmöbel · ↗Stahlrohrmöbel · ↗Stilmöbel · ↗Teakholzmöbel · ↗Tonmöbel · ↗Typenmöbel · ↗Wohnmöbel · ↗Wohnzimmermöbel
 ·  mit ›Möbel‹ als Grundform: ↗vermöbeln
eWDG, 1974

Bedeutung

beweglicher Gegenstand in einer Wohnung, der besonders zum Sitzen, Liegen oder Aufbewahren von Kleidung, Hausrat dient
Beispiele:
Möbel kaufen, aufstellen, umräumen, rücken, transportieren
formschöne, unpraktische, polierte, kostbare, alte, moderne, gebrauchte, geschnitzte, zierliche, dunkle, schwere, leichte, weißlackierte Möbel
Möbel aus Eiche, Birke, Rüster
das Zimmer war mit hellen, geschweiften Möbeln ausgestattet, stand voller Möbel
Im Sofa, einem Möbel von riesigem Ausmaß ... saß ein Gast [OelfkenTraum48]
umgangssprachlich, scherzhaft großer, unhandlicher Gegenstand
Beispiel:
das Möbel [eine mannshohe Pfeife] war neben dem Sofa abgestellt [G. Hauptm.Quint1,231]
salopp, bildlich ein altes Möbelein Mensch aus der näheren Umgebung, mit dem man schon lange zusammenlebt
Beispiele:
wie geht es dir, du altes Möbel?
dann erschien sein eisengraues altes Möbel Stephanie ... und deckte den Tisch [Federm.inÖsterr. Erzähler2,333]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Möbel · möblieren · aufmöbeln · vermöbeln
Möbel n. ‘zum Sitzen, Liegen oder als Behältnis dienender Einrichtungsgegenstand’. Aus vlat. *mobilis ‘beweglich’ (statt lat. mōbilis, s. ↗mobil; Verkürzung des Tonvokals wohl durch Einwirkung des zugrundeliegenden Verbs lat. movēre ‘bewegen’) entwickelt sich das gleichbed. Adjektiv afrz. mueble, afrz. frz. meuble. Dessen Substantivierung erscheint als juristischer Terminus für ‘bewegliche Habe’ (entsprechend mlat. mobile, mobilia statt spätlat. rēs mōbilēs, s. ↗Mobilien), woraus frühnhd. mubel, mübel, möbel (15./16. Jh., in Rechtstexten des Moselgebiets). Außerhalb des terminologischen Bereichs wandelt sich die Bedeutung von frz. meuble zu ‘Haushaltsgegenstand, Hausrat’ (15./16. Jh.), ‘Einrichtungsgegenstand’ (17. Jh.). Hierauf beruht die vom frühen 17. Jh. an belegte Entlehnung Meubles ‘Hausrat’, seit dem 18. Jh. ‘Einrichtungsgegenstände’, die durch Austausch der Pluralendung (Meublen, 1688) und Umlautschreibung (Möbeln, 18. Jh.; Möbel, 19. Jh.) zunehmend eingedeutscht wird. Das 18. Jh. kennt auch die Singularformen Meuble, Möble, Möbel, anfangs mit femininem, in der 2. Jahrhunderthälfte mit neutralem Genus; der Singular ist jedoch bis in die Gegenwart wenig gebräuchlich (dafür Möbelstück, 19. Jh.). möblieren Vb. ‘einrichten, mit Möbeln ausstatten’, bis ins 18. Jh. allgemein meubli(e)ren, ist eine Bildung des ausgehenden 17. Jhs. im Anschluß an frz. meubler (zu frz. meuble, s. oben). Attributive Verwendung des Part. Prät. wird in der Fügung möbliertes Zimmer ‘nur mit vollständiger Einrichtung vermietetes Zimmer’ (2. Hälfte 18. Jh.) geläufig; dazu, von Berlin ausgehend und wohl zunächst im Scherz geprägt, ein möblierter Herr ‘Mieter eines möblierten, d. h. vollständig eingerichteten Zimmers’ (um 1900). Ein von Campe 1809 als Ersatzwort vorgeschlagenes möbeln bleibt ohne Nachfolge, lebt aber in den der Alltagssprache angehörenden Präfixbildungen aufmöbeln Vb. ‘aufmuntern, neu beleben’ (1. Hälfte 19. Jh., vielleicht die Vorstellung vom Aufarbeiten alter Möbel aufgreifend, Anknüpfungsmöglichkeiten bietet jedoch auch die Semantik des Adjektivs ↗mobil, s. d.) und vermöbeln Vb. ‘verprügeln’ (Mitte 19. Jh.), älter in der ursprünglich studentischen Verwendung ‘vergeuden, durchbringen, zu Geld machen’ (vgl. studentensprachliches möbeln ‘Geld ausgeben’, beide Mitte 18. Jh.), die vermutlich unter dem Einfluß des Rechtsausdrucks ↗Mobilien ‘bewegliche (und damit leichter zu veräußernde) Habe’ (s. d.) steht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Möbel · ↗Möbelstück
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Accessoire Antiquität Bekleidung Einrichtungsgegenstand Elektrogerät Gemälde Geschirr Glas Grafik Haushaltsgerät Hausrat Holz Keramik Kleidung Kunstgegenstand Kunsthandwerk Lampe Porzellan Residenz Schmuck Silber Skulptur Spielzeug Tapete Teppich Textilie antik entwerfen gebraucht kostbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Möbel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch Verschieben der Möbel gelingt es uns, das Tier durch ein großes Loch in der Wand nach draußen zu bugsieren.
Die Zeit, 20.02.2008, Nr. 09
Sie umgab sich mit erlesenen, aber nie mit pompösen Möbeln.
Süddeutsche Zeitung, 14.06.2002
Dann wollte er nicht mehr länger bei mir unnütz die Möbel absitzen.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 16
Das Zimmer war mit modisch hellen, aber nur wenigen Möbeln ausgestattet.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 360
Haben Sie nicht die kostbarsten Möbel des musealen ersten Stockes dem Juden verkaufen wollen?
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 971
Zitationshilfe
„Möbel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Möbel>, abgerufen am 13.12.2019.

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