Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mördergrube, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mördergrube · Nominativ Plural: Mördergruben
Aussprache 
Worttrennung Mör-der-gru-be
Wortzerlegung Mörder Grube
eWDG

Bedeutung

Behausung, Schlupfwinkel von Mördern
Beispiel:
hier ist ja die reinste Mördergrube
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichaus seinem Herzen keine Mördergrube machen (= ehrlich seine Meinung sagen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mord · morden · Mörder · mörderisch · Mördergrube
Mord m. ‘vorsätzliche (heimliche) Tötung’, ahd. mord (9. Jh.), mhd. mort, asächs. morð, aengl. morþ, mnd. mōrt, mnl. moort, mort, nl. moord, afries. morth, anord. morð, schwed. mord (germ. *murþa-) und aind. mṛta- ‘Tod’ sind Bildungen mit ie. to-Suffix zur Schwundstufe der Wurzel ie. *mer(ə)- ‘sterben’, einer semantischen Weiterentwicklung im Sinne von ‘aufgerieben werden’ der unter mürbe (s. d.) angeführten Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’ (wozu auch morsch, s. d.). Zur gleichen Wurzel gehören aind. mriyátē ‘stirbt’, lat. morī, aslaw. mrěti, russ. merét’ (мереть), lit. mir̃ti ‘sterben’, lat. mors (Genitiv mortis) ‘Tod’ sowie mit ie. tro-Suffix got. maúrþr, aengl. morþor, engl. murder ‘Mord’ (germ. *murþra-). Im Gegensatz zum (im germanischen Recht sühnbaren) öffentlichen Totschlag bezeichnet Mord von Anfang an die heimliche, vorsätzliche Tötung, die mit dem Tod des Mörders geahndet wird. Im Nhd. steht Mord häufig als erstes Kompositionsglied in einem das Grundwort verstärkenden, steigernden Sinne, vgl. Mord(s)hunger, -kerl, -spektakel (alle 19. Jh.), zuvor ohne Fugen-s wie in Vorbildern wie Mordgeist (Luther), -dolch (17. Jh.), -bube (18. Jh.). morden Vb. ‘jmdn. (heimlich) vorsätzlich töten’, ahd. murdren, murden (8. Jh.), morden (Hs. 12. Jh.), mhd. mürden, mörden, morden. Mörder m. ‘wer einen Mord begeht’, mhd. mordære, auch ‘Verbrecher, Missetäter’. mörderisch Adj. ‘wie ein Mörder, grausam’ (15. Jh.), seit dem 19. Jh. auch nur verstärkend im Sinne von ‘sehr, unglaublich’; vgl. mhd. mordisch, mördisch. Mördergrube f. ‘Behausung, Schlupfwinkel von Mördern’ (15. Jh.), durch Luthers Bibelübersetzung (lat. spēlunca latrōnum) verbreitet; vgl. mhd. mortgruobe. Heute nur noch in der Wendung aus seinem Herzen keine Mördergrube machen ‘ohne Umschweife, offen reden’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Mördergrube‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mördergrube‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mördergrube‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Viertel von einigen hunderttausend überlebte die »Mördergrube« allerdings nicht. [Die Zeit, 01.05.2006, Nr. 18]
Aber dann will er aus seinem Herzen doch keine Mördergrube machen. [Die Zeit, 08.07.2004, Nr. 29]
Aus seinem Herzen machte er in keiner dieser Stellungen eine Mördergrube. [Die Zeit, 16.05.1975, Nr. 21]
Und sie machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube: Sie lohnt ihnen eigentlich kaum noch. [Die Zeit, 24.08.1962, Nr. 34]
Man freut sich über das Wiedersehen, oder man tut wenigstens so, aber die Herzen sind eine Mördergrube. [Die Zeit, 11.07.1957, Nr. 28]
Zitationshilfe
„Mördergrube“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/M%C3%B6rdergrube>.

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