Müdigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Müdigkeit · Nominativ Plural: Müdigkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungMü-dig-keit
Wortzerlegungmüde-igkeit
Wortbildung mit ›Müdigkeit‹ als Erstglied: ↗Müdigkeitsattacke · ↗Müdigkeitserkennung  ·  mit ›Müdigkeit‹ als Grundform: ↗-müdigkeit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Ermattung, die ein starkes Ruhebedürfnis, Schlafbedürfnis hervorruft
entsprechend der Bedeutung von müde (Lesart 1)
Beispiele:
jmdn. ergreift, befällt, überkommt eine große, jähe, wohlige, schwere, bleierne, unüberwindliche Müdigkeit
Müdigkeit verspüren
die Müdigkeit überwinden, vertreiben, verscheuchen
sich [Dativ] die Müdigkeit aus den Augen reiben
gegen die Müdigkeit ankämpfen
mit seiner Müdigkeit kämpfen
vor Müdigkeit einschlafen
umgangssprachlich keine Müdigkeit vortäuschen, vorschützen! (= immer frisch voran, keine Ausflüchte, wenn eine Arbeit bevorsteht!)
Die Müdigkeit übermannte sie nun doch [ZahnFrau Sixta32]
2.
Kraftlosigkeit
entsprechend der Bedeutung von müde (Lesart 2)
Beispiel:
Jetzt war etwas wie Müdigkeit in seiner Stimme [NollHolt2,367]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

müde · ermüden · Müdigkeit
müde Adj. ‘abgespannt, schlafbedürftig’, Anord. mōðr, dän. (älter) mod sind mit dem Partizipialsuffix ie. -to-, die westgerm. Formen ahd. muodi (8. Jh.), mhd. müede, muode, asächs. mōði, mnd. mȫde, mnl. moede, nl. moede, aengl. mēþe dagegen mit dem zuweilen partizipialen Charakter tragenden Suffix ie. -ti̯o- gebildet (germ. *mōþija-). Zu ie. *mō- (s. ↗mühen) gehörig, ist müde daher als ‘sich gemüht habend, abgemüht’ zu verstehen. ermüden Vb. ‘müde, abgespannt werden, müde machen’, ahd. irmuodēn (11. Jh.; doch vgl. unirmuodēntlīh, 9. Jh.), mhd. ermüeden (nur intransitiv), zum Simplex mhd. müeden ‘müde machen, werden’. Müdigkeit f. ‘Abgespanntheit, Mattigkeit’, mhd. müedecheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Müdigkeit · ↗Überdruss
Synonymgruppe
Ermüdung · ↗Erschöpfung · ↗Mattigkeit · Müdewerden · Müdigkeit · Zerschlagenheit  ●  ↗Defatigation  fachspr.
Synonymgruppe
Müdigkeit · ↗Schlafbedürfnis · Schlafdruck

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem war es für Boll ein Erfolg des Kopfes über die eigene Müdigkeit.
Die Welt, 25.10.2005
An seinen Haaren klebt Staub, die Augen sind klein von der Müdigkeit.
Der Tagesspiegel, 09.09.2001
Nachmittags ausgeführt, zaubert die Übung die ganze gesammelte Müdigkeit des vorangegangenen Tages weg.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 194
Denn gegen solche Müdigkeit, ja, da kämpfen, richtig, selbst die Götter vergebens.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 13.03.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Um Mittag setzt Müdigkeit ein, die dann immer nur zeitweise überwunden wird.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 118
Zitationshilfe
„Müdigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Müdigkeit>, abgerufen am 17.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Mudejarstil
müde
muddig
muddeln
Muddel
Müdigkeitsattacke
Müdigkeitserkennung
Mudir
Mudirije
Mudra