Mühsal, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mühsal · Nominativ Plural: Mühsale
Aussprache 
Worttrennung Müh-sal (computergeneriert)
eWDG

Bedeutung

gehoben Mühe, Beschwerde
Beispiele:
die Mühsal des Lebens
Mühsal und Verdruss
der Lohn für alle Mühsal
von Mühsal ausruhen
die unendliche Mühsal der ersten sieben Jahre nach dem Krieg [ A. ZweigDe Vriendt257]
Eine Frau lag da im Bett, deren Körper und Geist … Entbehrungen, Mühsale und Überanstrengungen aller Art zerrüttet hatten [ G. Hauptm.4,465]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mühen · Mühe · mühsam · Mühsal · mühselig · Mühseligkeit
mühen Vb. ‘sich anstrengen, plagen’, ahd. muoen (8. Jh.), mhd. müejen, müewen, müen ‘beschweren, quälen, bekümmern, verdrießen, sich bemühen’, mnd. mȫyen, mnl. moeyen, mōyen, nl. moeien, afries. mōja ‘belästigen, bemühen’ (germ. *mōjan), vgl. auch got. afmauiþs Part. Prät. ‘ermüdet’. Verwandt sind die unter müde (s. d.) genannten Formen. Außergerm. sind vergleichbar russ. (derb) májat’ (маять) ‘ermüden, erschöpfen, plagen’ und mit l-Suffix lat. mōlēs ‘Last, Masse’, mōlīrī ‘mit Anstrengung in Bewegung setzen’, wahrscheinlich auch griech. mṓlos (μῶλος) ‘Kampf(getümmel)’ (ursprünglich wohl ‘Mühe, Anstrengung’), so daß von einer Wurzel ie. *mō- ‘sich mühen’ ausgegangen werden kann, die möglicherweise identisch ist mit der unter Mut (s. d.) genannten Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’. Mühe f. ‘Anstrengung, Last, Aufwand’, ahd. muo(h)ī (um 1000), mhd. müeje, müe ‘Beschwerde, Last, Not, Bekümmernis, Verdruß’. mühsam Adj. ‘voller Mühe, beschwerlich, anstrengend’ (16. Jh.); vgl. mhd. müelich. Mühsal f. ‘Plage, Anstrengung’, ahd. muosal n. (11. Jh.), mhd. müejesal, müesal f. n., auch ‘Last, Verdruß’; dazu mühselig Adj. ‘beschwerlich, anstrengend’, mhd. müejesalic, müesalic; Mühseligkeit f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Mühe · Mühsal · Plage · Qual · Quälerei  ●  Plackerei  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Knochenarbeit · Knochenjob · Quälerei · Schinderei · Schufterei · Schwerarbeit · Schwerstarbeit · Strapaze · harte körperliche Arbeit · schwere Arbeit  ●  Kärrnerarbeit  fig. · Sklavenarbeit  fig. · Sträflingsarbeit  fig. · Tortur  fig. · Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat  ugs., fig. · Maloche  ugs. · Mühsal  geh., veraltend · Plackerei  ugs. · Plagerei  ugs. · Rackerei  ugs. · Schlauch  ugs. · Steine klopfen  derb, fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Herkulesaufgabe · Mammutaufgabe · harte Arbeit · hartes Stück Arbeit · viel Arbeit  ●  Heidenarbeit  ugs. · Mordsarbeit  ugs.
  • Sklavenarbeit · Zwangsarbeit
  • Drecksarbeit · schmutzige Arbeit
  • (sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · (sich) abfretten  ugs., süddt. · (sich) fretten  ugs. · ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · hackeln  ugs., österr. · keulen  ugs., ruhrdt., regional · malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ranklotzen  ugs. · reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · roboten  ugs. · rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
  • Fron · Fronarbeit · Frondienst  ●  Robath  bayr. · Robot  österr. · Robote  österr.
Synonymgruppe
(über)große Anstrengung · Mühsal · Schinderei · Strapaze · Überanstrengung  ●  Tortur  fig. · Quälerei  ugs. · Schlauch  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Mühsal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mühsal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mühsal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Erbarmen mit ihrer Mühsal schien in der Tat verschwendet. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 790]
Sie wollte ihn nicht herabziehen in die Mühsale ihres kleinbürgerlichen Daseins. [Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15184]
Unter bitterer Mühsal schlug er sich – er hatte eben geheiratet – in einer Art innerer Emigration mit Übersetzungen durch. [Die Zeit, 03.12.1998, Nr. 50]
Was läge näher, als die ganze Mühsal an den Computer zu delegieren? [Die Zeit, 04.04.1997, Nr. 15]
Von der Mühsal dieses Weges hat er sich bei der Musik ausgeruht. [konkret, 1996]
Zitationshilfe
„Mühsal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/M%C3%BChsal>.

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