Müll, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Müll(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Müll‹ als Erstglied: ↗Müll-Lader · ↗Müll-Leute · ↗Müllabfuhr · ↗Müllabladeplatz · ↗Müllabladestelle · ↗Müllauto · ↗Müllberg · ↗Müllbeseitigung · ↗Mülleimer · ↗Müllentsorgung · ↗Müllfahrer · ↗Müllfahrzeug · ↗Müllgebühr · ↗Müllgrube · ↗Müllhaufen · ↗Müllkasten · ↗Müllkippe · ↗Müllkutscher · ↗Mülllader · ↗Müllleute · ↗Müllmann · ↗Müllofen · ↗Müllplatz · ↗Müllsack · ↗Müllschippe · ↗Müllschlucker · ↗Mülltonne · ↗Müllverbrennung · ↗Müllvermeidung · ↗Müllwagen · ↗Müllwerker
 ·  mit ›Müll‹ als Letztglied: ↗Atommüll · ↗Biomüll · ↗Hausmüll · ↗Industriemüll · ↗Nuklearmüll · ↗Papiermüll · ↗Plastikmüll · ↗Restmüll · ↗Weltraummüll
eWDG, 1974

Bedeutung

Abfälle (des Haushalts), besonders Kehricht, Asche
Beispiele:
etw. in den, zum Müll werfen
im Winter fällt eine Menge Müll an
den Müll abfahren, im Eimer wegtragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Müll m. ‘Haushaltsabfall, Unrat’, ahd. mulli ‘Abfall, Kehricht’ (11./12. Jh.), mhd. mulle, mul, mnd. mül ‘Staub’, nd. Mull, Müll ‘lockere Erde’ (die umlautlose Form schriftsprachlich in Torfmull), nl. mul ‘feine Erde, Sand’, aengl. myl ‘Staub’ gehören wie die Kollektivbildung ahd. gimulli ‘Staub, Schutt’ (9. Jh.), mhd. gemülle, gemül ‘das durch Zerreiben, Zermalmen Entstandene, Staub, Kehricht’ und die Verben ahd. mullen (8./9. Jh.), mhd. müllen, müln ‘zerstoßen, zermalmen’, anord. mylja ‘zerreiben, vermahlen’ als schwundstufige Formen zu der unter ↗mahlen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Erst im 18. Jh. wird das bis dahin nur im Nordd. übliche Müll in die hd. Schriftsprache aufgenommen. Moderne Bildungen dazu sind Mülleimer (19. Jh.), Müllabfuhr, Müllschlucker (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abfall · ↗Ausschuss · ↗Hausabfall · ↗Hausmüll · ↗Kehricht · ↗Unrat  ●  ↗Spreu  fig. · ↗Schrott  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Abfall · ↗Dreck · ↗Schmutz · ↗Unflat · ↗Unrat  ●  ↗Siff  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwasser Beseitigung Deponie Dreck Endlager Entsorgung Schrott Schutt Unrat abgeladen anfallenden atomaren aufsammeln einsammeln entsorgt gelagert herumliegt hochradioaktiven landen mittelradioaktiven radioaktiven rausbringen runterbringen schmeißen sortiert stapelt strahlenden türmt verbrannt wegräumen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Müll‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sobald sie nass werden, sind sie reif für den Müll.
Süddeutsche Zeitung, 21.04.2004
So argumentieren übrigens meine Söhne, wenn ich einen von ihnen bitte, den Müll wegzubringen.
Der Tagesspiegel, 14.09.2003
Die Untersuchungen erstreckten sich vor allem auf radioaktiven Müll niedrigen Grades in flüssiger Form.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1966]
Er ging damit in die Küche und stopfte es in den Müll.
Suter, Martin: Lila, Lila, Zürich: Diogenes 2004, S. 104
Wenn nicht, wäre das als Müll zu definieren und wegzuschmeißen.
Becker, Lars: Amigo, Berlin: Rotbuch 1991, S. 29
Zitationshilfe
„Müll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Müll>, abgerufen am 27.06.2017.

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