Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Mütze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mütze · Nominativ Plural: Mützen
Aussprache 
Worttrennung Müt-ze
eWDG

Bedeutung

aus weichem Stoff oder Wolle gefertigte Kopfbedeckung mit und ohne Schirm
Beispiele:
eine bunte, schwarze, gestickte, warme Mütze
umgangssprachlicheine flotte Mütze
eine Mütze mit, ohne Schirm
die Mütze aufsetzen, abnehmen, zum Gruß ziehen
die Mütze schwenken
der Sturm riss mir die Mütze vom Kopf
der Soldat legte die Hand zum Gruß an die Mütze
der Mann mit der roten Mütze bei der Eisenbahn
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlicheine Mütze voll Wind (= eine Brise)
saloppetw., eins auf die Mütze bekommen, kriegen (= einen Tadel, Verweis bekommen)
der Berg hat, trägt eine Mütze (= eine Schneekappe)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mütze f. ‘weich gearbeitete, krempenlose Kopfbedeckung (mit Schirm)’. Mhd. almuʒ n., ar(e)muʒ n. ‘Chorkappe der Geistlichen’, dann allgemein ‘Kopfbedeckung’, frühnhd. (mit Abfall des Wortanfangs) mütze, mycze, mutse, mutz (seit 15. Jh.) könnte wie mnd. almüsse, malmüsse, malmuse, malmutze, mutse, mutze, musse, mütze, mnl. mutse, nl. muts, afrz. aumuce, frz. aumusse auf mlat. almucium, almucia ‘geistliche Kopfbedeckung, Art Kapuze, die Kopf und Schultern bedeckt’ beruhen. Die weitere Herkunft (z. B. aus dem Arab., worauf anlautendes al- deuten könnte) ist ungewiß. Knobloch in: Diachronica 2 (1985) 263 ff. sieht dagegen in dem Ausdruck ein germ. Wort, deutet es als eine Art ‘verkürzter Umhang, Überwurf’, indem er es mit dt. mutzen ‘beschneiden, kürzen, stutzen’, Mutz ‘etw. Kurzes, Verschnittenes, Verstümmeltes’, obd. Mutze ‘Wams, Jacke’, rhein. Mutzen ‘kurzes, einfach zugeschnittenes dickes Wams für Männer’ verbindet. Die zuerst im Mlat. auftretende Vorsilbe al- entspreche lat. ad-, so daß mlat. almucium als ‘Zugeschnittenes’ zu erklären wäre.

Möse · Mese · Musche1 · Mutz(e)
Möse, Mese, Musche1 f. (derb, auch studentensprachlich) weibliches Geschlechtsorgan (Anfang 19. Jh., wohl älter). Herkunft dunkel. Wahrscheinlich anzuschließen an gleichbed. Mutz(e) f. frühnhd. mucze, mutze (15. Jh.), Mutz (16. Jh.); vgl. auch mussensun ‘Hurensohn’ (13. Jh.). Lautlich nahe stehen Mutz(e), Musche, Muschi, Müze als Bezeichnungen sowohl für ‘Katze’ und ‘Vulva’ als auch für eine ‘liederliche Frauensperson, Hure’ (rotw. Muß, Musche, Müsche ‘Frau, Hure’), was auf einen Vergleich der Katze mit der Schambehaarung schließen läßt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Cap · Haube · Hut · Kappe · Mütze
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mütze‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mütze‹.

Verwendungsbeispiele für ›Mütze‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf den blonden Haaren trug sie eine blaue gestrickte Mütze. [Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 72]
Die Mütze setzte er immer erst drunten am See auf. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 278]
Zu manchen Zeiten hatten sie eine bestimmte Form von Mützen zu tragen. [Heine, Peter: Kleidung. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 776]
Über die kurzen Haare hat sie eine graue Mütze gestülpt. [Die Zeit, 04.03.1999, Nr. 10]
Ein sadistischer Kapo nahm ihm seine Mütze weg, nachdem er ihn vergewaltigt hatte. [Die Zeit, 21.02.1997, Nr. 9]
Zitationshilfe
„Mütze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/M%C3%BCtze>.

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