Mache, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Mache · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ma-che
Wortbildung  mit ›Mache‹ als Letztglied: ↗Panikmache · ↗Sensationsmache · ↗Stimmungsmache · ↗Zeitungsmache
Mehrwortausdrücke in der Mache haben · ↗in der Mache sein · ↗in die Mache nehmen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [abwertend] etw. gekünstelt Gemachtes
  2. 2. [salopp] ⟨jmdn. in die Mache nehmen, in der Mache haben⟩ jmdn. verprügeln
    1. jmdm. ernste Vorhaltungen machen
    2. ⟨jmdn. in die Mache kriegen⟩ jmdn. in seine Gewalt bekommen
eWDG

Bedeutungen

1.
abwertend etw. gekünstelt Gemachtes
Beispiele:
vieles in dem Film ist nur Mache
eine billige, plumpe, raffinierte Mache
bei ihr ist alles nur Mache (= ist unecht, gekünstelt)
2.
salopp jmdn. in die Mache nehmen, in der Mache habenjmdn. verprügeln
Beispiele:
Bißchen in die Mache nehmen, daß er sein eigenes Geschrei mal hört [ FalladaBlechnapf55]
sie hatten ihn wohl schon unterwegs in der Mache gehabt, ein wimmerndes Geschöpf [ FalladaJeder stirbt334]
jmdm. ernste Vorhaltungen machen
jmdn. in die Mache kriegenjmdn. in seine Gewalt bekommen
Beispiel:
Wenn der amal an Fabrikanten in de Mache kriegt, der hat aber verspielt dahier [ G. Hauptm.WeberV]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).
Zitationshilfe
„Mache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mache>, abgerufen am 17.01.2021.

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