Machenschaft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Machenschaft · Nominativ Plural: Machenschaften · wird meist im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungMa-chen-schaft
Wortbildung mit ›Machenschaft‹ als Letztglied: ↗Pressemachenschaften
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend geheime und unredliche Abmachung, Intrige
Beispiele:
dunkle, üble, böse, verbrecherische Machenschaften
die Machenschaften der Reaktion
er beteiligte sich nicht an den Machenschaften, erhob seine Stimme gegen die Machenschaften
Machenschaften gegen jmdn., etw.
mit seinem bisher ehrlichen Namen eine üble Machenschaft des Königs zu decken [ZuchardtNarr46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Machenschaft · ↗Schwindel · ↗Unregelmäßigkeit · unlautere Handlung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufdeckung Enthüllung Intrige Mafia Medienreferent Verstrickung aufdecken auffliegen betrügerisch dubios dunkel finster geheim illegal imperialistisch konspirativ korrupt kriminell mafios skandalös undemokratisch undurchsichtig ungesetzlich unlauter unsauber unseriös verbrecherisch verstricken verwickeln übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Machenschaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie habe immer versucht, ihn von kriminellen Machenschaften fern zu halten.
Die Welt, 03.07.2004
Die kosovarische UCK finanziert sich offenbar auch aus kriminellen Machenschaften.
Der Tagesspiegel, 23.06.1999
Schon durch ihre Kleidung grenzte sie sich von allen bösen Machenschaften ab.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 353
Sie habe sich auch über die Machenschaften gegen ihren Mann in der Presse beklagt und behauptet, diese gingen von einem bestimmten Journalisten aus.
Friedländer, Hugo: Der Prozeß gegen den Bankier August Sternberg wegen Sittlichkeitsverbrechen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 727
Die Strenge ihrer Moral knechtet sie unter die Machenschaften der Herren.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 172
Zitationshilfe
„Machenschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Machenschaft>, abgerufen am 08.12.2019.

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