Machtübergabe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Machtübergabe · Nominativ Plural: Machtübergaben · wird selten im Plural verwendet
Aussprache [ˈmaχtʔyːbɐˌgaːbə]
Worttrennung Macht-über-ga-be
Wortzerlegung  Macht Übergabe
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Übergabe (1) der Herrschaft, der Regierung (an den gewählten oder auf andere Weise bestimmten Nachfolger)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine friedliche, geordnete, geregelte, reibungslose, demokratische, kampflose Machtübergabe; eine schnelle, rasche, die vorzeitige, vorgezogene Machtübergabe; eine offizielle, formelle Machtübergabe
als Akkusativobjekt: die Machtübergabe verweigern, fordern, einleiten
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Zeitplan, Plan, Termin für die Machtübergabe
als Aktivsubjekt: die Machtübergabe erfolgt, findet statt
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Machtübergabe an eine Übergangsregierung, an eine [zivile] Regierung, an die [gewählte] Regierung
als Genitivattribut: der Prozess, die Modalitäten, das Datum, der Zeitpunkt, der Termin der Machtübergabe
Beispiele:
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il hat seinen jüngsten Sohn als Nachfolger auserkoren, seine Propagandamaschine inszeniert die Machtübergabe minutiös. [Der Spiegel, 12.10.2010 (online)]
Am Donnerstag hatten senegalesische Truppen die Grenze zu Gambia überschritten, um den abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh zur Machtübergabe an seinen [gewählten] Nachfolger Adama Barrow zu bewegen. [Der Spiegel, 20.01.2017 (online)]
Der saudische König Salman bin Abdulasis hat überraschend die Thronfolge neu geordnet und den Weg für die Machtübergabe an die nächste Generation geebnet. Der Monarch ernannte in einem Erlass seinen Neffen Mohammed bin Naif zum neuen Kronprinzen. [Die Welt, 30.04.2015]
Die Zeremonie der Machtübergabe ist [in Frankreich] ein großes Demokratietheater, ein Reigen der Eitelkeiten, in dem die neuen Minister ihren Stolz über ihre Ämter in einer Weise vorführen, die in Berlin undenkbar wäre – das mag auch daran liegen, dass die Pariser Ministerien Paläste sind, keine Zweckbauten wie die deutschen. [Der Spiegel, 21.05.2012]
Zwei Wochen nach seinem Putsch hat das Militär in Mali unter dem Druck der Nachbarländer der Machtübergabe an eine zivile Regierung zugestimmt. [Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2012]
Dem Vernehmen nach waren [in Myanmar] mindestens 89 politische Gefangene am 18. September in einen Hungerstreik getreten, um unter anderem eine Machtübergabe der Militärregierung an den Wahlsieger vom Mai, die Nationale Liga für Demokratie, zu fordern. [Neues Deutschland, 02.10.1990]
scherzhaftZunftmeister Kurt S[…] von der organisierenden Chräbszunft installierte nach der musikalischen Einleitung durch die Zunftmusik Oberin Claudia H[…]. Danach schritten Narren und Gemeindebehörden zur Machtübergabe. Die Narren erhielten den Gemeindeschlüssel ohne grossen Widerstand. [Fasnachtsstart im Leberberg und Wasseramt, 14.01.2020, aufgerufen am 31.08.2020]
In vormodernen Zeiten war die dynastische Legitimität ein starkes Mittel, um unblutige Machtübergaben zu organisieren. [Süddeutsche Zeitung, 02.11.2018] ungewöhnl. Pl.

letzte Änderung:

Thesaurus

Geschichte, Politik
Synonymgruppe
Machtergreifung · Machtübergabe · Machtübernahme  ●  Usurpation  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Machtübergabe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Machtübergabe‹.

Zitationshilfe
„Machtübergabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Macht%C3%BCbergabe>, abgerufen am 17.09.2021.

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