Machwerk, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungMach-werk (computergeneriert)
WortzerlegungmachenWerk
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend minderwertige, schlechte Arbeit
Beispiele:
ein erbärmliches, jämmerliches, lächerliches, plumpes Machwerk
ein Machwerk von einem Kleid, Gedicht, Lied
jmdm. sein Machwerk zeigen, auftischen, vorlesen
das eigene Machwerk wieder zerstören
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, refl. ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, refl. ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Erzeugnis · ↗Fabrikat · ↗Gebilde · ↗Produkt · ↗Werk
Synonymgruppe
Billigroman · ↗Groschenheft · ↗Groschenroman · ↗Kitschroman · Roman ohne Anspruch · ↗Trivialroman · billig produzierter Roman · seichter Roman  ●  ↗(läppisches / seichtes) Machwerk  abwertend · ↗Heftroman  Hauptform · ↗Schmonzette  abwertend, literarisch · ↗Seifenoper  fig. · Rührschinken  ugs., abwertend · ↗Schmachtfetzen  ugs., abwertend · ↗Schundroman  ugs., abwertend · Trivialschmöker  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Albtraum von (einem Kunstprodukt, technischen Produkt...) · fragwürdiges Produkt · schlecht gemacht  ●  (wahre/r/s) Horror...  fig. · (...) des Schreckens  ugs., fig. · lieblos zusammengeschustert  ugs., variabel
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Propaganda Teufels Verbreitung Verfasser Zauberflöte abgetan antisemitisches billiges derartige distanzieren dürftiges elendes entlarven erbärmliches faschistische fragwürdiges gemeines künstlerische mißratenen pornographisches propagandistischen rassistische reaktionäres schlimmes solches unseriöses unsägliche verlogene widerliches übles

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Machwerk‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er allein kann den Versand des Machwerks kaum bewerkstelligt haben.
Süddeutsche Zeitung, 09.05.1995
Er ging dabei so weit, von einem Machwerk zu reden.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 13.03.1917
Der gesunde Sinn der deutschen Jugend lehnte derartige Machwerke ab.
o. A.: Einhundertsiebenundsiebzigster Tag. Freitag, 12. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13428
Aber was ahnten die Leser der grob reizenden oder nicht selten auch plump moralisierenden Machwerke von diesem Hintergrund?
Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8874
Daß derartige Machwerke selten mehr als eine Aufführung erlebten, ist daher kaum verwunderlich.
Rumpf, Fritz: Zur Geschichte des Theaters in Japan. In: Glaser, Curt (Hg.), Japanisches Theater, Berlin-Lankwitz: Würfel-Verl. 1930, S. 118
Zitationshilfe
„Machwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Machwerk>, abgerufen am 24.06.2017.

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